DFB-Teamchef Völler macht es

Noch ziert sich Rudi Völler, aber vieles deutet darauf hin, dass sich der Teamchef von Bayer Leverkusen und der deutschen Nationalelf für ein längerfristiges Engagement beim DFB entscheiden wird.


Der Teamchef lässt es zwinkern
AP

Der Teamchef lässt es zwinkern

Leverkusen - "Ich habe so ein Gefühl, dass er Richtung Nationalmannschaft tendiert", sagte Leverkusens Mittelfeldspieler Carsten Ramelow nach dem 2:1-Pokalsieg seiner Mannschaft am Dienstagabend beim Zweitligisten Alemannia Aachen. In die gleiche Richtung äußerte sich DFB-Vizepräsident Franz Beckenbauer. Der "Kaiser" schrieb in seiner jüngsten "Bild"-Kolumne: "Ich hoffe und denke, dass sich Rudi für den DFB entscheiden wird. Als Teamchef." Völlers ursprüngliche Absicht war es, bis zum 31. Mai 2001 für den DFB tätig zu sein, um anschließend zu Leverkusen zurückzukehren. Bei Bayer besitzt "Tante Käthe" einen Vertrag als Sportdirektor bis 2003.

Der Umworbene selbst, der auf dem Aachener Tivoli auch im siebten Spiel als Teamchef ohne Niederlage blieb, weigert sich jedoch beharrlich, von einer Vorentscheidung zugunsten der Nationalmannschaft zu sprechen. "Wir haben am Freitag ein Bundesligaspiel gegen Frankfurt, das wird schwer genug", wich Rudi Völler nach dem Sieg in Aachen allen Fragen aus, die seine berufliche Zukunft betreffen.

Für Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld stellt sich die Frage nach einer längeren Verpflichtung Völlers ohnehin nicht. Der Meistercoach wundert sich, "dass darüber überhaupt diskutiert wird". Um den heiß begehrten Übungsleiter von seinem Arbeitgeber loszueisen, will sich der geschäftsführende DFB-Präsident Gerhard Meyer-Vorfelder in der kommenden Woche mit den Bayer-Verantwortlichen zu Verhandlungen treffen. Bislang hatte die Leverkusener Vereinsführung eine Freigabe Völlers auch mit Hinweis auf dessen angebliche Unentschlossenheit abgelehnt.

Gerüchte von einem angeblichen Geheimplan, der Völler als Teamchef bis 2002 und danach Hitzfeld als dessen Nachfolger vorsieht, bezeichnete Bayern-Manager Uli Hoeneß in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" als Ammenmärchen: "Man kann doch nicht noch einmal so blöd sein. Verliert die Nationlmannschaft ihre nächsten Spiele, heißt es, Hitzfeld soll gleich kommen. Verliert der FC Bayern, heißt es, der denkt schon an die Nationalmannschaft."



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.