DFB-Urteil Frankfurt legt Einspruch ein

Eintracht Frankfurt hat Beschwerde gegen den Abzug von zwei Punkten zum Saisonende und 500.000 Mark Geldstrafe eingelegt. Der Protest der Hessen kam in letzter Sekunde.


Frankfurt am Main - Dies gab der Traditionsclub am Freitag bekannt. Der schriftliche Einspruch ging am späten Donnerstagabend fristgerecht beim Lizenzierungsausschuss des DFB ein. Der Termin lief um Mitternacht ab.

Innerhalb der nächsten acht bis zehn Tage will der Ausschuss über den Frankfurter Einspruch entscheiden. Ziel der Eintracht ist es, Punktabzug und Geldstrafe durch neue Fakten rückgängig zu machen. Welche neuen Gesichtspunkte die Eintracht im Beschwerdeverfahren vorlegen kann und wird, darüber schweigt man am Riederwald. "Ein guter Anwalt hält sein Plädoyer doch nicht vor Prozessbeginn und dazu noch in der Öffentlichkeit", sagte Pressesprecherin Katja Kraus.

Der am 14. April vom DFB-Lizenzierungsausschuss ausgesprochene Punktabzug und die Geldstrafe hatten in der Liga hohe Wellen geschlagen. Während man sich im Frankfurter Lager überaus hart bestraft fühlte - Mittelfeldspieler Alexander Schur sprach von "Lynchjustiz" - erkannte die Bundesliga-Konkurrenz ein eher mildes Urteil. Das DFB-Gremium hatte den Verein wegen Verstößen gegen die Lizenzauflagen bestraft. Unter anderem hatte sich die Eintracht in der Winterpause durch die Verpflichtung der Spieler Thomas Reichenberger, Dirk Heinen und Thomas Sobotzik höher als erlaubt verschuldet.

Die Verstöße hatte Schatzmeister Rainer Leben auf der Jahreshauptversammlung am 31. Januar selbst eingeräumt. Der neu starke Mann vom Riederwald argumentierte jedoch in der vorigen Woche, dass die Transfers für den zum 31. Dezember 1999 zu erstellenden Bericht über die Eigenkapitalauflagen nicht relevant gewesen wären, da die Verträge erst danach in Kraft traten. Von Verstößen gegen die Auflagen könne daher nicht gesprochen werden. Eine überraschende Kehrtwendung gegenüber den Aussagen vom Januar.

Der Lizenzierungsausschuss sieht sich nach dem Urteilsspruch harter Kritik der Bundesligisten ausgesetzt, die sich vehement für eine harte Bestrafung der Eintracht ausgesprochen haben. "Das war keine Lex Frankfurt", hatte DFB-Ligadirektor Wilfried Straub Unterstellungen zurückgewiesen, dass der Dachverband auf Grund des DFB-Standortes in Frankfurt/Main und dem Interesse an einem WM-tauglichen Stadion für die Bewerbung 2006 die Eintracht begünstigt habe. "Wir sind nicht dazu da, Vereine platt zu machen. Wir haben uns auch nicht durch irgendwelche Einflüsse von außen unter Druck setzen lassen", erklärte Straub.



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