Das Urteil im Wortlaut "Der Schiedsrichter hat regelkonform gehandelt"

DFB-Richter Hans E. Lorenz hat den Einspruch von Hertha BSC abgelehnt. Der Club wollte, dass das Relegationsrückspiel gegen Düsseldorf wiederholt wird. Bei der Partie waren zahlreiche Zuschauer auf den Platz gestürmt. Die Begründung der Richters im Wortlaut.

Richter Lorenz: "Der Ordnungsdienst hat komplett versagt"
dapd

Richter Lorenz: "Der Ordnungsdienst hat komplett versagt"


Die Urteilsbegründung:

"Der Einspruch hatte keinen Erfolg, weil kein Einspruchsgrund nachzuweisen war. Der Schiedsrichter hat jederzeit regelkonform gehandelt, und die von Hertha BSC behauptete einseitige Schwächung durch die Unterbrechung konnte nicht belegt werden. Es war eine Tatsachenentscheidung. Das Spiel wurde dreimal unterbrochen und dreimal fortgesetzt. Das sind Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters."

Zur Berliner Argumentation:

"Der Versuch, nachzuweisen, dass die Berliner unter Angst standen, blieb ohne Erfolg. Es wurde kein Berliner Spieler verletzt oder körperlich angegriffen oder musste ausgewechselt werden. Wäre das der Fall gewesen, hätte der Einspruch erfolgt gehabt. Hätte der Platz nicht geräumt werden können - auch dann hätte eine Spielumwertung stattfinden müssen."

Zum Verhalten von Schiedsrichter Stark:

"Die Fans stürmten nicht in feindseliger Haltung auf den Platz. Es ist das gute Recht von Stark, zu sagen: Das Spielfeld ist wieder frei, wir machen weiter."

Zum Ordnungsdienst in Düsseldorf:

"Der Ordnungsdienst hat komplett versagt. Die Bundesliga-Tauglichkeit muss man auf dem Platz und im Umfeld unter Beweis stellen. Da muss die Fortuna noch gewaltig nachbessern." Sowohl Fortuna Düsseldorf als auch Hertha BSC Berlin müssten "mit Vereinsstrafen" rechnen.

leh/sid

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eigene_meinung 21.05.2012
1. ...
Also wirklich, was denkt sich die Hertha dabei. Schließlich gab es ja nicht mal Tote. Und wenn es welche gegeben hätte, dann wären es ja nur wenige. Alles Memmen.
EspritCritiqueM 21.05.2012
2. Falsche Anreize
Weiß das Gericht eigentlich, was es da erzählt? Es mag sein, dass die Begründung für die Vergangenheit und die bisherigen Fälle schlüssig ist, aber für die Zukunft setzt sie die völlig falschen Anreize. Wenn ich als Fan ein Spiel sabotieren will, dann gebe ich einem Spieler einen auf die Mütze und wenn ich das als Trainer tun möchte, dann wechsele ich einen Spieler, der "Todesangst" erlitten hat, aus. Im übrigen: Todesangst kann man auch haben, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass nichts passiert.
ARWiese 21.05.2012
3. wieder versagt
das kommt davon, daß herthas juristische leistung sich der spielerischen angepasst hat...diese "angst" nummer hat es der notorisch berlin feindlichen dfb clique leicht gemacht...dennoch: juristisch völlig unhaltbar.
EspritCritiqueM 21.05.2012
4. Angst
Wie übrigens das Gericht einen subjektiven psychologischen Zustand wie Angst beurteilen möchte, erschließt sich mir schon gar nicht. Angst kann ein erheblich schlimmerer Hemmungsfaktor als eine körperliche Verletzung sein. Natürlich haben alle irgendwie Angst, Höhenangst, Raumangst, Platzangst, Flugangst usw. Das ist Teil des allgemeinen Lebensrisikos. Aber wenn jemand auch nur den Anschein erweckt, mich zu bedrohen, dann ist das nicht mehr allgemeines Lebensrisiko. Das Spiel muss wiederholt werden, die Herthaspieler und -fans unabhängig davon im Einklang mit den Statuten bestraft werden. Die Schläge und Beleidigungen gegen den Schiri rechtfertigen nicht, das Spiel als regelkonform anzusehen, aber sie gehören genauso bestraft wie die Bengalos der Hertha-Frösche und Düsseldorfer. Und übrigens ebenso die katastrophale Organisation in Düsseldorf. Für die Erste Liga muss man anscheinend in Düsseldorf noch üben.
cs01 21.05.2012
5. Falsche Überschrift
Das ist doch nicht das Urteil im Wortlaut, sondern nur fetzen aus dem Urteil. Ich würde mir gern das gesamte Urteil durchlesen.
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