Vier umstrittene Handspielsituationen DFB räumt Fehlentscheidungen von Schiedsrichtern ein – VAR erneut in der Kritik

Der DFB hat vier Fehlentscheidungen seiner Schiedsrichter an den vergangenen beiden Spieltagen der Bundesliga im Zusammenhang mit Handspielen eingeräumt. Während der VAR patzte, müht sich der DFB, »berechenbar« zu bleiben.
Eine der Fehlentscheidungen: Beim Abwehrversuch von Hoffenheims Ozan Kabak gegen Dortmunds Marius Wolf hätte es Handelfmeter geben müssen

Eine der Fehlentscheidungen: Beim Abwehrversuch von Hoffenheims Ozan Kabak gegen Dortmunds Marius Wolf hätte es Handelfmeter geben müssen

Foto: Bernd Thissen / dpa

Der DFB hat nach den umstrittenen Handspielsituationen der vergangenen beiden Bundesliga-Wochenenden gleich vier Fehlentscheidungen der Schiedsrichterteams eingeräumt. In fast allen Fällen hätte der Video-Assistant-Referee (VAR), oder auch »Kölner Keller« genannte fünfte Offizielle eine Fehlentscheidung verhindern können. Betroffen sind Partien des 5. und 6. Spieltags aus Berlin, Bremen und Dortmund.

»Wir haben die Situationen analysiert und werden die Ergebnisse vor dem nächsten Spieltag auch noch mal mit den Schiedsrichtern besprechen«, sagte Peter Sippel, der Sportliche Leiter Bundesliga beim DFB. »Ziel muss es bleiben, eine möglichst einheitliche Regelauslegung zu erreichen, um für Klubs, Fans und vor allem auch für Spieler berechenbar zu sein.«

In der Schlussphase der Partie zwischen Hertha BSC und Bayer Leverkusen (2:2) hatte Leverkusens Odilon Kossounou den Ball bei einem Hertha-Schuss mit dem Arm abgewehrt – einen Elfmeter hatte es aber nicht gegeben. Laut Sippel hätte der Videoassistent »aufgrund der eindeutigen Bilder eingreifen und dem Schiedsrichter ein On-Field-Review empfehlen« müssen. Dabei hätte sich der Schiedsrichter die entsprechenden Videobilder auf einem Monitor am Rand des Spielfelds angeschaut, um danach zu entscheiden.

»VAR hätte eingreifen müssen«

Beim 1:0 des 1. FC Union Berlin beim 1. FC Köln hatte es in der Anfangsphase nach einem angeblichen Handspiel von Luca Kilian einen Handelfmeter gegeben. »Die Armbewegung des Abwehrspielers stellt hier keine unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche dar«, sagte Sippel.

Die Entscheidung Strafstoß sei »klar und offensichtlich falsch, und der Videoassistent hätte eingreifen müssen«. Kölns Marvin Schwäbe hatte den Strafstoß gehalten.

Den letztlich ebenso parierten Strafstoß für Werder Bremen in der Nachspielzeit des 0:1 gegen den FC Augsburg hätte es auch nicht geben dürfen. Das angebliche Handspiel kam von Maximilian Bauer. »Hier befindet sich der Abwehrspieler in einer Drehbewegung, ohne klare Orientierung zum Ball«, sagte Sippel.

»Die Arme, obwohl etwas vom Körper entfernt, sind als natürliche Folge der Körperbewegung einzuordnen.« Der Schiedsrichter habe »hier auf Strafstoß entschieden, was als klar und offensichtlich falsch einzuordnen ist«.

Beim 1:0 von Borussia Dortmund am fünften Spieltag gegen die TSG 1899 Hoffenheim hätte es laut Sippel nach einem Handspiel von Ozan Kabak einen Elfmeter für den BVB geben müssen. »Nach dem Flankenball geht der linke Unterarm nach außen, in die Flugbahn des Balles und wehrt den Ball ab.

Aufgrund der Bewegung des Armes zum Ball handelt es sich um Absicht, und ein Strafstoß wäre die logische Konsequenz«, sagte Sippel. »Weil die Bilder diesen Vorgang eindeutig belegen, hätte der Videoassistent auch eingreifen und dem Schiedsrichter die Möglichkeit geben müssen, über einen zweiten Blick auf die Situation zur richtigen Entscheidung zu kommen.«

vgl/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.