Kooperation vor WM in Katar DFB verhandelt mit Qatar Airways

Die Menschenrechtslage in Katar ist umstritten, deswegen auch die Austragung der WM 2022 dort. Das hält den DFB aber nicht davon ab, mit der staatlichen Fluggesellschaft des Landes über eine Zusammenarbeit zu verhandeln.
Die Regenbogenbinde von Manuel Neuer bei der Fußball-WM stand für Vielfalt

Die Regenbogenbinde von Manuel Neuer bei der Fußball-WM stand für Vielfalt

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Nick Potts / imago images/PA Images

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verhandelt nach SPIEGEL-Informationen mit Qatar Airways über eine Kooperation. Die Gespräche laufen seit Anfang des Jahres, der Deal mit der staatlichen Fluglinie des Gastgebers der WM 2022 würde dem Verband signifikant mehr Geld einbringen als zuvor. Bisher war die Lufthansa der Partner des DFB. Zuerst hatte die »Süddeutsche Zeitung«  berichtet.

Die Austragung der WM in Katar steht aufgrund der Menschenrechtslage im Land heftig in der Kritik. Laut einer Recherche der britischen Zeitung »Guardian« starben seit der Vergabe des Turniers vor mehr als zehn Jahren an den Persischen Golf etwa 6500 Gastarbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka auf WM-Baustellen.

Nationalspieler wie der jüngst zurückgetretene Toni Kroos hatten mangelnde Rechte von Arbeitern und die Diskriminierung von Homosexuellen im Emirat offen angesprochen. Die Nationalmannschaft hatte sich vor ihrem WM-Qualifikationsspiel gegen Island im März mit dem Slogan »Human Rights« positioniert. Die Shirts mit den aufgemalten elf Buchstaben wurden danach zugunsten der Obdachlosenhilfe versteigert.

Mit dem Schriftzug wollten DFB und Nationalmannschaft auf die allgemeine Erklärung für Menschenrechte der Vereinten Nationen aufmerksam machen. Gedeutet wurde dies als explizites Zeichen in Richtung Katar. Qatar Airways sponsert unter anderem die Europäische Fußball-Union (Uefa), den Weltverband Fifa, Bayern München und Paris Saint-Germain, das in Besitz der staatlichen Qatar Sports Investments ist.

hba/amp/dpa
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