Nach Abgang von Donata Hopfen DFL soll künftig von Doppelspitze geführt werden

Axel Hellmann und Oliver Leki übernehmen übergangsweise die Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga. Bei manchen Entscheidungen sollen die beiden Vereinsbosse aber nicht eingreifen.
Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, übernimmt vorübergehend die Geschäftsführung der DFL

Axel Hellmann, Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, übernimmt vorübergehend die Geschäftsführung der DFL

Foto: Moritz Kegler / Jan Huebner / IMAGO

DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke ist für die Beibehaltung der Doppelspitzen-Lösung für die Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga auch über den Sommer hinaus. »Ich plädiere dafür, dass wir das auf zwei Schultern verteilen«, sagte Watzke am Donnerstag in Neu-Isenburg. Bis zum 30. Juni übernehmen Eintracht Frankfurts Axel Hellmann und Oliver Leki vom SC Freiburg als Interimslösung die Aufgaben der bisherigen DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen, deren Vertrag am Mittwoch aufgelöst worden war.

»Ich bin kein Anhänger von einer Geschäftsführung«, sagte Watzke, in Personalunion auch Vorsitzender der Geschäftsführung von Borussia Dortmund. »Ich habe das beim BVB vor 18 Jahren ein, oder zwei Jahre gemacht, aber gesehen, dass das mit steigendem Anforderungsprofil überhaupt nicht mehr geht.« Bei der Bandbreite, »die heute ansteht, kannst du keine One-Man-Show mehr machen«. Vor Hopfen war bei der DFL Christian Seifert alleiniger Geschäftsführer.

DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke

DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke

Foto: Gerhard Schultheiß / Jan Huebner / IMAGO

Watzke erklärte, dass Hellmann und Leki aufgrund ihrer Verträge in deren Klubs nicht bei Entscheidungen über Lizenzierung und Spielbetrieb eingreifen. »Es galt, besondere Regeln zu treffen, dass wir die Integrität des Wettbewerbs sicherstellen können«, sagte Watzke.

Bei Entscheidungen zum Spielbetrieb – beispielsweise bei Einsprüchen gegen die Wertung von Spielen – liege die Hoheit bei DFL-Direktor Ansgar Schwenken. »Da werden klare Richtlinien vorgegeben«, sagte Watzke. »Die beiden Interims-Geschäftsführer sind in diese beiden Prozesse nicht involviert, das war uns wichtig, ansonsten wäre das eine offene Flanke gewesen.«

Hopfen musste nach nicht mal einem Jahr gehen

Hopfen musste am Mittwoch nach nicht einmal einem Jahr im Amt ihren Posten räumen. Die 46-Jährige hatte am 1. Januar die Nachfolge des langjährigen Chefs Christian Seifert angetreten, ihr Vertrag lief ursprünglich bis Ende 2024.

Große Teile der DFL-Gremien und der 36 Profiklubs waren mit der Arbeit Hopfens unzufrieden.  Das lag vor allem daran, dass sie bei zahlreichen Baustellen wie der 50+1-Regel, der Digitalisierung, dem Einstieg eines Investors, der Auslandsvermarktung, dem neuen Grundlagenvertrag mit dem DFB und der kommenden Ausschreibung der Medienrechte nach Ansicht ihrer Kritiker nicht entscheidend vorangekommen ist.

kjo/dpa
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