Kosten für Polizeieinsätze DFL begleicht Bremer Gebührenbescheide - auch Werder muss zahlen

Im Streit über die Beteiligung an den Polizeikosten bei Werder-Heimspielen überweist die Deutsche Fußball-Liga 1,17 Millionen Euro ans Bundesland Bremen. Die Hälfte muss Werder erstatten. Aber es könnte mehr werden.
Polizei in der Bremer Innenstadt

Polizei in der Bremer Innenstadt

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird vier Gebührenbescheide des Bundeslandes Bremen fristgerecht begleichen und will den Bundesligisten SV Werder Bremen anteilig zahlen lassen. Dies teilte die DFL am Dienstag mit  Blick auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zur Gebührenerhebung für zusätzliche Polizeikräfte bei Hochrisikospielen mit.

Die Höhe der Gebührenbescheide liegt bei insgesamt 1,17 Millionen Euro, wie eine Sprecherin des Bremer Innenressorts schon in der Vorwoche mitteilte.

Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Fall.

Die DFL hat die Summe zunächst aufgeteilt: Etwa die Hälfte (rund 584.000 Euro) soll Werder zahlen, die andere Hälfte wird die DFL GmbH an den DFL Deutsche Fußball Liga e.V. weiterreichen. Mitglieder dort sind alle 36 Klubs der Bundesliga und zweiten Liga. Das DFL-Präsidium soll entscheiden, wie diese 584.000 Euro aufgeteilt werden.

"Ob der DFL e.V. diesen Betrag ebenfalls - ganz oder teilweise - dem SV Werder Bremen in Rechnung stellt, ihn auf alle Klubs umlegt oder einen anderen Umgang wählt, wird das DFL-Präsidium zu gegebener Zeit entscheiden", heißt es in einer DFL-Mitteilung. Gleichzeitig hat die Dachorganisation Widerspruch gegen alle Gebührenbescheide erhoben und behält sich vor, diese einzeln gerichtlich überprüfen zu lassen.

"Eine Anerkennung der Rechtmäßigkeit der Gebührenbescheide oder der Verfassungsmäßigkeit ihrer Rechtsgrundlage im Bremischen Gebühren- und Beitragsgesetz seitens der DFL GmbH ist damit jedoch ausdrücklich nicht verbunden", heißt es in der DFL-Mitteilung.

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Konkret handelt es sich um Gebührenbescheide über rund 227.000 Euro für das Werder-Spiel gegen Mönchengladbach am 16. Mai 2015, rund 246.000 Euro für die Partie der Bremer gegen den Hamburger SV am 28. November 2015 und rund 283.000 Euro für die Bremer Partie gegen Hannover am 5. März 2016, jeweils mit einer Zahlungsfrist bis zum 20. September 2019. Für das Spiel zwischen Werder und Frankfurt am 14. Mai 2016 liegt ein Gebührenbescheid in Höhe von rund 412.000 Euro mit Zahlungsfrist bis zum 25. September vor.

Um die Erstattung von zusätzlichen Polizeikosten bei Hochrisikospielen gibt es seit längerem Streit. Auslöser der juristischen Auseinandersetzung war ein Gebührenbescheid des Landes Bremen für einen umfangreichen Polizeieinsatz im Jahr 2015. Im März 2019 entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass eine Beteiligung der Vereine bei Hochrisikospielen grundsätzlich rechtens ist.

mey/dpa