Gefahr von Gehirnerschütterungen So will die Deutsche Fußballliga künftig mit Kopfverletzungen umgehen

Das Thema ist im Fußball über viele Jahre vernachlässigt worden, jetzt kümmert sich die DFL um einen Leitfaden bei Kopfverletzungen. Ziel: Spätfolgen verhindern.
Wolfsburgs Ex-Profi Masoko Hasebe mit Kopfverband

Wolfsburgs Ex-Profi Masoko Hasebe mit Kopfverband

Foto: Peter Steffen/ picture-alliance/ dpa

Die 36 Klubs der Bundesliga und der zweiten Liga haben sich erstmals auf einen einheitlichen Umgang mit Kopfverletzungen geeinigt. Ein entsprechendes Protokoll wurde jeweils von Cheftrainern, Sportverantwortlichen und Mannschaftsärztinnen/-ärzten unterzeichnet.

»Kopfverletzungen sind keine Bagatellen«, betonte der langjährige DFB-Teamarzt Tim Meyer, der gemeinsam mit dem Paderborner Sportmediziner Claus Reinsberger federführend bei der Erstellung der Richtlinien war, und ergänzte: »Dafür können alle Beteiligten nicht oft genug sensibilisiert werden.«

Das Protokoll enthält Maßnahmen und Leitlinien bezüglich der Behandlung von akuten Kopfverletzungen während des Trainings- oder Spielbetriebs. Neurologische Untersuchungen zu Saisonbeginn sollen den »Normalzustand« der Spieler ermitteln, auf dessen Basis über die Rückkehr nach einer Verletzung entschieden werden kann.

Überdies soll es ein medizinisches Überprüfungssystem geben, um die sofortige Beurteilung von Kopfverletzungen zu unterstützen. Auch werden Spieler und Betreuerstab zum Thema besser ausgebildet und sensibilisiert.

Erarbeitet wurde das »DFL-Protokoll Kopfverletzungen« von der Arbeitsgruppe »Medizin im Profifußball« der DFL unter der Leitung von Meyer mit Unterstützung der Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes. Meyer ist überdies der ärztliche Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes, Reinsberger leitet das Sportmedizinische Institut der Uni Paderborn.

aha/sid
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