Strukturreform DFL künftig ohne Präsident

Reinhard Rauball wird der letzte Präsident der Deutschen Fußball Liga bleiben. Das Amt wird abgeschafft. Geschäftsführer Christian Seifert bekommt noch mehr Macht - in neuer Funktion.

Christian Seifert auf dem Neujahrsempfang der DFL
Arne Dedert / DPA

Christian Seifert auf dem Neujahrsempfang der DFL


Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird künftig keinen Präsidenten mehr haben. Darauf haben sich die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga bei ihrer Versammlung in Neu-Isenburg verständigt. Das Präsidium soll aber weiterhin aus sieben gewählten Mitgliedern bestehen. Sprecher des Gremiums wird DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

"Das Amt des Präsidenten ist künftig nicht mehr vorgesehen", sagte Reinhard Rauball, der im vergangenen September seinen Rücktritt als DFL-Präsident angekündigt hatte, auf einer Pressekonferenz. "Der Vorsitzende der Geschäftsführung wird künftig automatisch die Arbeit des Präsidiums koordinieren."

Damit liegt laut der DFL die "operative Verantwortung und kommunikative Vertretung nach außen" künftig in der Hand von Seifert, der damit an der Spitze der Dachorganisation steht. Der 50-Jährige ist seit Juli 2005 Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL und Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB).

Kommende Aufgaben der DFL sind unter anderem die Europacup-Reform und die Vergabe der Medienrechte an der Bundesliga und der zweiten Liga. "Bei der Gestaltung der europäischen Wettbewerbe stehen wir keiner Reform im Wege. Wir wollen mitgestalten - aber die bisherigen Vorschläge sind nicht zielführend", sagte Seifert nach der Versammlung in Neu-Isenburg. "Die nationalen Medienrechte wollen wir Ende des ersten Quartals oder zu Anfang des zweiten Quartals 2020 vergeben."

Keine Ambitionen auf Amt bei Fifa oder Uefa

Ein Amt in den Gremien des Weltverbands Fifa oder der Uefa kommt für Seifert allerdings nicht infrage. "Die Positionen bedeuten einen enormen zeitlichen und inhaltlichen Aufwand. Das ist mit meiner Funktion nicht vereinbar".

Der deutsche Fußball ist seit dem Rücktritt vom ehemaligen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel nicht mehr im Fifa-Council und im Uefa-Exekutivkomitee vertreten.

Die DFL beschloss auf ihrer Mitgliederversammlung weitere Veränderungen. So müssen etwa in Zukunft Medienverträge erst bei einer Höhe von 100 Millionen Euro pro Jahr von der Mitgliederversammlung genehmigt werden. Bisher war dies ab einer Summe von 30 Millionen Euro der Fall.

Reinhard Rauball hatte bei seiner Rücktrittankündigung nach zwölf Jahren an der DFL-Spitze eine neue Ordnung angeregt. Seitdem war die DFL auf der Suche nach einem Konsensmodell. Die neue Struktur wird bei der Versammlung am 21. August in Berlin in Kraft treten.

svs/dpa/sid

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