Streit über Vermarktung DFL-Vorstand Filbry gegen Rummenigges Pläne

Wie sollen sich die Bundesligaklubs künftig vermarkten? Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge plädiert für eine eigenständige Variante. Kontra gibt es nun von DFL-Vorstand Klaus Filbry.
Bayerns Vorstandsvorsitzender Rummenigge: Das Vierfache der Erlöse im Sinn

Bayerns Vorstandsvorsitzender Rummenigge: Das Vierfache der Erlöse im Sinn

Foto: Peter Kneffel/ dpa

DFL-Vorstand Klaus Filbry macht sich für eine Fortsetzung der Zentralvermarktung in der Bundesliga stark und stellt sich damit gegen Karl-Heinz Rummenigge. Bayern Münchens Vorstandsboss hatte zuletzt für eine künftige Einzelvermarktung der Klubs plädiert.

"Ich bin ein strikter Gegner davon", sagte Filbry, Geschäftsführer von Werder Bremen, in einem Interview mit dem "Kicker". Filbry weiter: "Zudem empfinde ich es als kontraproduktiv, mit solchen Argumenten zu diesem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Liga lebt von der Solidargemeinschaft und somit auch von der Zentralvermarktung."

Rummenigge hatte zuletzt betont, dass sein Klub mit einer eigenständigen TV-Vermarktung das Vierfache der heutigen Erlöse erzielen könnte. Er schlägt eine Variante vor, bei der die Branchenriesen 50 Prozent ihrer Fernseherlöse in einen Solidarfonds für die kleineren Klubs einzahlen. "Mit diesem Modell könnte sich die Bundesliga besserstellen - inklusive der kleineren Vereine", hatte Rummenigge gesagt.

Die Bundesliga sieht sich vor allem im Vergleich mit der deutlich wohlhabenderen englischen Premier League im Nachteil. Bei der Rechtevergabe im kommenden Jahr für die Spielzeiten ab 2017 hoffen die deutschen Klubs, mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr einzunehmen.

"Aber Vergleiche mit England sind unzulässig", sagte Filbry: "Dort sind die Preise nach oben geschossen, weil es einen harten Bieterwettbewerb zweier profitabler Pay-TV-Unternehmen gegeben hat. Der Markt ist damit mit Deutschland nicht vergleichbar."

Englands Premier League kassiert von 2016 bis 2019 jährlich rund 3,2 Milliarden Euro (inklusive Auslandsvermarktung) aus den Fernsehrechten. In der Bundesliga sind es derzeit rund 835 Millionen Euro für die laufende Saison.

chp/sid