HSV-Trainer zu Spielergehältern Hecking hält viele Fußballer in Deutschland für überbezahlt

20 Millionen im Jahr für Robert Lewandowski? Das ist für HSV-Trainer Dieter Hecking in Ordnung. Zu viel verdienen aus seiner Sicht allerdings die, die nicht zu den Topstars der Liga zählen.

Aus Sicht von Dieter Hecking verdienen die Fußballer zu viel. Nur manche nicht
Daniel Bockswoldt DPA

Aus Sicht von Dieter Hecking verdienen die Fußballer zu viel. Nur manche nicht


Dieter Hecking, Trainer des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV, hält das Gehaltssystem im deutschen Fußball für überhitzt: "Die Gehälter sind zu hoch, die Ablösesummen sind zu hoch", dies sei nur noch "schwer in Deutschland zu verkaufen", sagte Hecking bei einer Talkshow-Veranstaltung in Hannover mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil als Gesprächspartner.

Der SPD-Politiker pflichtete dem Trainer bei: "Der Fußball hat die Bodenhaftung verloren, er ist dadurch nicht sympathischer geworden", so der Ministerpräsident. Hecking differenzierte allerdings: "Was ein Lewandowski verdient, ist absolut berechtigt. Aber das Mittelmaß ist zu hoch bezahlt." Bayernstar Robert Lewandowski, der seinen Vertrag in München erst kürzlich verlängert hat, wird auf ein Bruttojahresgehalt von gut 20 Millionen Euro geschätzt. Der Angreifer gilt damit gemeinsam mit Neuverpflichtung Philipp Coutinho als Topverdiener bei den Bayern.

Nach Angaben des Portals "Sporting Intelligence", das eine jährliche Aufstellung der Gehälter im Fußball veröffentlicht, soweit sie bekannt sind, erhält ein Bundesligaprofi im Durchschnitt 1,4 Millionen Euro im Jahr. Das Gefälle innerhalb der Liga ist allerdings deutlich: So lag das Durchschnittsgehalt beim FC Bayern in der Saison 2017/2018 bei 5,68 Millionen Euro, beim SC Freiburg dagegen lediglich bei 0,49 Millionen Euro. Am besten verdient wurde demnach außer in München noch in Dortmund (3,00 Millionen), Wolfsburg (1,95 Milllionen) und beim FC Schalke (1,81 Millionen).

Im Vergleich zur Premier League fällt die Bundesliga dagegen deutlich ab. Hier lag laut "Sporting Intelligence" das Durchschnittsgehalt 2017/1018 bei 2,95 Millionen Euro - die Nordamerikanische Profiliga NBA im Basketball liegt da immer noch weit voraus mit 6,13 Millionen Euro im Schnitt.

Hecking selbst erhält nach Medienberichten in Hamburg ein Grundgehalt von etwas über einer Million Euro. Das liegt deutlich unter dem, das er zuvor als Erstligatrainer bei Borussia Mönchengladbach verdient hat.

aha

Mehr zum Thema


insgesamt 78 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sulfi 08.10.2019
1. zuviel
Im Grunde genommen bekommt jeder, vom Manager bis zum Spieler, zuviel Geld für das was er leistet. Und alles nur, weil sich Fußball vermarkten läßt.
mindmonkey 08.10.2019
2. was ist zuviel?
insgesamt bin ich zwar seiner Meinung aber wenn man bedenkt wieviel geld im Fussball umgesetzt wird. Dann sollten gerade die hauptprotagonisten auch ihren Teil bekommen. Solange solch hohen TV-Gelder generiert werden und die Menschen bereit sind soviel für Fussball zu bezahlen, ist der Teil den die Fussballer bekommen nunmal gerechtfertigt.
aggro_aggro 08.10.2019
3. Markenrechte
Die Topstars würden wahrscheinlich noch mehr verdienen, wenn sie ihre Markenrechte komplett selbst nutzen würden. Durch Merchandise, Ausbildungsentschädigungen, Ausrüster, Werbetermine und am Ende noch Transfereinnahmen generieren manche Spieler eben Unsummen für ihre Vereine. Und das regelt der Markt, der Konsument. "Das Mittelmaß" generiert ebenfalls Einnahmen für den Verein, Leute kaufen auch ein Arnold-Trikot. Die anderen Wirtschaftsfaktoren, ausverkaufte Stadien, Europapokal, Fernsehübertragungen kann man meist nicht an einzelnen Spielern festmachen, auch da braucht man 20 Spieler, die helfen die Ziele zu erreichen. Und auch hier regelt der Markt was diese bekommen. Was wäre denn, wenn die weniger verdienen? Bleibt das Geld beim Präsidenten? Die Einnahmen sprudeln doch weiter, solange die Menschen die Preise für Trikots, Sky und Tickets bezahlen.
bauigel 08.10.2019
4. 500.000 €
500.000 € pro Jahr als Durchschnitt für Fußballer die Mittelmaß sind ist völlig absurd. Die Leute können nichts außer mittelmäßig Fussball spielen, sind für niemanden außer sich selbst verantwortlich und verdienen mehr als 99% der Geschäftsführer selbst von größeren Firmen bis ca. 1000 Mitarbeitern. Das ist absurd. Ein GF einer Firma mit 200-300 Mitarbeitern bekommt nicht einmal die Hälfte.
hans-rai 08.10.2019
5. Ständig wird über die Schere berichtet...
...,die immer weiter auseinander geht bei den Einkommen und dann ein solcher Bericht über die Unsummen, die Fußballer und deren Trainer verdienen. Wenn Hecking beim HSV tatsaächlich "nur" 1 Mio verdient und vorher wesentlich mehr, dann braucht er sich wohl kaum noch Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen. 20 Mio für Spieler wie Lewandowski ist absurd oder nur zu rechtfertigen, wenn er davon 90% an Steuern bezahlen müsste.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.