Mögliche Sperre im Dopingskandal Der Fußball darf nach Russland kommen

Dem russischen Sport drohen im Dopingskandal harte Sanktionen. Die Fußball-EM 2020 mit vier Spielen in Sankt Petersburg soll laut Welt-Anti-Doping-Agentur jedoch nicht betroffen sein.

Die russische Nationalmannschaft in der Qualifikation zur EM 2020
ANATOLY MALTSEV/EPA-EFE/REX

Die russische Nationalmannschaft in der Qualifikation zur EM 2020


Die Fußball-Europameisterschaft 2020 mit zwölf Gastgebern wäre von möglichen Sanktionen gegen Russlands Sport durch die Welt-Antidoping-Agentur (Wada) nicht betroffen. Dies bestätigte die Wada dem SPIEGEL. "Die Euro ist kein Multisport-Großereignis oder eine Weltmeisterschaft, sie ist deshalb nicht von der Empfehlung betroffen", hieß es in der Wada-Mitteilung.

Bei der EM könnten damit wie geplant drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale in Sankt Petersburg ausgetragen werden. Auch die Teilnahme der bereits qualifizierten russischen Mannschaft wäre nicht in Gefahr.

Die EM sei laut Wada ein kontinentales bzw. regionales Event, solche Veranstaltungen wären auch in anderen Sportarten nicht betroffen. Der Europäische Fußball-Verband Uefa sei zudem als Mitglied des Weltverbands Fifa kein direkter Unterzeichner des Anti-Doping-Kodex der Wada. Die Uefa selbst wollte sich "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht äußern.

Die Wada sieht die Verantwortung in der Umsetzung einer Bestrafung Russlands bei der Fifa. Somit könnte die Qualifikation zur WM 2022 von der im Raum stehenden Vierjahressperre betroffen sein. Der Weltverband will die Entscheidung der Wada-Exekutive abwarten, bis er "eine mögliche wichtige Entscheidung trifft". Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kündigte an, auch die härtesten Sanktionen gegen die Verantwortlichen möglicher Manipulationen zu unterstützen.

Einzelsportler könnten wieder als neutrale Athleten starten

Das zuständige Gremium der Wada hatte empfohlen, Russland aufgrund weitreichender Doping-Verfehlungen für vier Jahre zu sperren. Eine endgültige Entscheidung über das Strafmaß fällt das Wada-Exekutivkomitee am 9. Dezember. Es wird erwartet, dass das Exekutivkomitee die Vorschläge befürworten wird.

Dann dürfte Russland für vier Jahre an keinen Multisport-Großereignissen oder Weltmeisterschaften teilnehmen, kein Großereignis ausrichten, russische Offizielle wären für den gleichen Zeitraum von allen großen globalen Wettkämpfen ausgeschlossen. Einzelsportler dürften nur nach eingehender Prüfung als neutrale Athleten starten.

Sollte Russland gesperrt werden, wird allerdings der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas erwartet, was erhebliche Verzögerungen in der Umsetzung der Strafe mit sich bringen würde. Schon 2016, als Russland durch den McLaren-Report institutionelles Doping nachgewiesen worden war, zog sich das Verfahren bis zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

krä/sid

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srbler 26.11.2019
1. ach so
eine em is keine wm- gut zu wissen- das haben die echt so veröffentlicht? wenn ja,gibt es nix mehr zu schreiben
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