Doping Juventus Turin im Visier der Justiz

Ärger um die "alte Dame" des italienischen Fußballs. Der Geschäftsführer und der Vereinsarzt von Juventus Turin müssen sich in Italien wegen illegaler Dopinggeschäfte vor Gericht verantworten.


Riccardo Agricola: Juventus-Arzt auf der Anklagebank
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Riccardo Agricola: Juventus-Arzt auf der Anklagebank

Turin - Der Turiner Staatsanwalt Raffaelle Guariniello hat zwei Funktionäre des italienischen Rekordmeisters wegen Dopings angeklagt. Geschäftsführer Antonio Giraudo und Vereinsarzt Riccardo Agricola wird ab 31. Januar nächsten Jahres der Prozess gemacht, weil sie "zwischen 1994 und 1998 Spieler mit leistungsfördernden Mitteln behandelt haben", schreibt Guariniello in seiner Anklageschrift. Nach Angaben der "La Gazzetta dello Sport" umfasst die Anklage 40.000 Seiten. Die Angeklagten äußerten sich nicht.

Drei Jahre lang hatte Guariniello gegen Juventus Turin ermittelt, Dutzende Fußballer, Mediziner und Funktionäre verhört. Auslöser für die Ermittlungen waren die Äußerungen des Trainers Zdenek Zeman, der 1998 Alarm schlug, "weil sich der Fußball in die Fänge von Apothekern begeben hat". Zeman verdächtigte damals "Juve"-Spieler wie Alessandro del Piero auf Grund ihres angeblich unnatürlichen Muskelzuwachses öffentlich des Dopings.

Zuletzt war Juventus Turin wegen Dopings in die Schlagzeilen geraten, als beim niederländische Nationalspieler Edgar Davids bei einer Dopingkontrolle in der Meisterschaftsrückrunde das verbotene Nandrolon gefunden worden war. Der Turiner Mittelfeldspieler wurde daraufhin vom italienischen Fußballverband (Figc) und vom internationalen Fußballverband (Fifa) bis zum endgültigen Urteil durch das nationale olympische Komitee Italiens (Coni) vorläufig gesperrt.



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