Freiburger Dopingsumpf DFB und SC erhalten keine Akteneinsicht

Dem DFB bleiben Einblicke in die Akten der Freiburger Doping-Kommission zunächst verwehrt. Auch der SC Freiburg hatte sich vergeblich um Einsicht bemüht. Ein Arzt des VfB Stuttgart hat derweil die brisanten Doping-Erkenntnisse gestützt.
Kommissionschefin Paoli: "Darf Ihren Bitten nicht nachkommen"

Kommissionschefin Paoli: "Darf Ihren Bitten nicht nachkommen"

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Hamburg - In der Doping-Affäre der Fußballbundesliga kommt die Freiburger Untersuchungskommission der Bitte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des SC Freiburg nach Akteneinsicht nicht nach.

"Aufgrund der von jedem Kommissionsmitglied abgegebenen Erklärung zur Einhaltung der Archivauflagen kann und darf die Kommission Ihren Bitten nicht nachkommen. Andernfalls würde sie höchstwahrscheinlich ihren Aktenzugang verlieren", schreibt die Vorsitzende des Gremiums, Letizia Paoli, in einem am Sonntag veröffentlichten Brief an den Vorsitzenden der Anti-Doping-Kommission des DFB, Rainer Koch. Zuvor hatte sich schon der VfB Stuttgart vergeblich um Akteneinsicht bemüht.

Die hochbrisanten Unterlagen befinden sich seit Ende 2014 im Staatsarchiv Freiburg. Es handelt sich dabei um Akten zum 1984 eröffneten und 1989 mit einer Geldstrafe abgeschlossenen Strafverfahren gegen den früheren Sportmediziner Armin Klümper, der in der Affäre als potenzielle Schlüsselfigur gilt.

Einem Zwischenbericht der Untersuchungskommission vom vergangenen Montag zufolge, der von einem Gremiumsmitglied im Alleingang veröffentlicht wurde, sollen der VfB Stuttgart und SC Freiburg in den späten Siebziger- und frühen Achtzigerjahren in unterschiedlichem Rahmen Anabolika-Doping betrieben haben.

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In der ARD-Sportschau am Samstag hatte der aktuelle Teamarzt der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart, Alois Hornung, die Erkenntnisse der Kommission bekräftigt. "Dass dort auch Substanzen verabreicht wurden, die teilweise illegal waren, davon darf man, denke ich, ausgehen. Das waren nicht nur Spieler vom VfB Stuttgart. Da kann man Bayern München gleich mal dazu nehmen. Und 1860, Nürnberg, Freiburg und Karlsruhe - die sind ja alle zum Klümper. Wenn es irgendwie nicht besser wurde, sind sie da hingerannt", sagte Hornung, der seit 1980 in der medizinischen Abteilung des VfB Stuttgart arbeitet.

Klümper habe dann "das gespritzt, was er wollte, und hat sich um Bestimmungen wenig gekümmert. Da hat er mehr darüber gelacht, und das weiß auch jeder", so Hornung.

aha/dpa
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