Dopingfall Vucicevic 1860 droht Punktabzug wegen Haarwuchsmittels

Auf dem Platz ist 1860 München nicht zu stoppen, aber das DFB-Sportgericht könnte den Tabellenführer der Zweiten Fußball-Bundesliga stürzen. Wegen einer positiven Dopingprobe bei 1860-Profi Nemanja Vucicevic ermittelt der Kontrollausschuss, der Gegner hat schon Protest eingelegt.


München - Dem Zweitliga-Spitzenreiter droht aufgrund des Testergebnisses nun der Abzug von drei Punkten. Die "Löwen" hatten bei Wacker Burghausen mit 2:0 gewonnen, danach war der 26-jährige Serbe positiv auf das Dopingmittel Finasterid getestet worden. Das Präparat war in einem Haarwuchsmittel enthalten, dass der Mittelfeldspieler ohne Absprache mit der ärztlichen Abteilung der Sechziger eingenommen hatte.

1860-Profi Vucicevic: Schönheitsfehler?
DPA

1860-Profi Vucicevic: Schönheitsfehler?

In einem ähnlichen Fall waren Regionalligist Kickers Emden erst am Freitag drei Punkte abgezogen worden. Bei den Norddeutschen war Falk Schindler nach der Partie bei Fortuna Düsseldorf (2:1) ebenfalls positiv auf das maskierende Dopingpräparat getestet worden. Der Spieler hatte in dieser Partie einen Treffer erzielt. Neben dem Abzug der drei Punkte wurde zudem Schindler für sechs Monate gesperrt.

Gegner Burghausen hat bereits Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt. "Im Interesse des Vereins", wie Wacker-Manager Kurt Gaugler mitteilte. Der DFB-Sportgerichts-Vorsitzende Rainer Koch ließ bereits verlauten, dass bezüglich einer Strafe für 1860 "alles möglich" sei. Anstelle eines Punkt-Abzugs kommen aber auch die Wiederholung der Partie oder lediglich eine Einzelstrafe gegen den Spieler in Frage.

1860-Präsiden Karl Auer bat indes um Nachsicht. "Gewichtheber und Radfahrer nehmen Dopingmittel, um die Leistung zu steigern. Hier ging es nur um die Schönheit." Vucicevic, der beim 1:1 gegen Erzgebirge Aue vorsichtshalber nicht im Kader stand, war in Burghausen beim Stand von 2:0 in der 74. Minuten eingewechselt worden.



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