Turnier-Bewerbung 2024 Dortmund prüft EM-Rückzug

Ein großes Fußballturnier in Deutschland ohne das Dortmunder Stadion? Eigentlich nicht vorstellbar. Aber die Stadt erwägt, sich aus der Bewerbung für die EM 2024 zurückzuziehen.

Das Stadion in Dortmund
REUTERS

Das Stadion in Dortmund


Der deutschen Bewerbung um die EM 2024 droht der Verlust des "Fußball-Tempels" in Dortmund. Die Ruhrgebietsstadt will laut übereinstimmenden Medienberichten am 1. Juni entscheiden, ob sie die Interessenbekundung an Spielen der Endrunde wieder zurückzieht. Grund dafür seien undurchsichtige Anforderungen seitens des Deutschen Fußball-Bundes und der Europäischen Fußball-Union Uefa.

"Wenn das Geschäftsmodell von DFB und Uefa ist, wir bezahlen und sie kassieren, dann ist das etwas einseitig", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau: "Wenn wir Ja sagen, kaufen wir die Katze im Sack."

Besonders die Kosten für die Sicherheit seien nicht planbar. Dazu kämen Anforderungen an die Infrastruktur, deren finanzielle Höhe nicht einzuschätzen sei. Die Gesamtkosten seien nicht zu beziffern.

Bis zum 10. Juli müssen die Bewerber um die zehn Spielorte ihre vollständigen Unterlagen beim DFB einreichen. Die DFB-Entscheidung, in welchen Arenen gespielt werden soll, fällt dann am 15. September, ehe das Turnier durch die Uefa im September 2018 vergeben wird. Einziger Konkurrent ist die Türkei.

Das Dortmunder Stadion bietet bei internationalen Spielen Platz für 65.851 Zuschauer. Zuletzt hatte sich auch Kaiserslautern zurückgezogen, weil das finanzielle Risiko nicht kalkulierbar sei.

aha/sid



insgesamt 26 Beiträge
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marcdv 24.05.2017
1.
Richtig so: Der Veranstalter, sprich derjenige, der die Einnahmen hat, soll auch für die Kosten aufkommen und vor allem dieser nun beziffern bzw. bei Mehrkosten auch das finanzielle Risiko tragen. Gerade eine Pleitestadt ie Dortmund muss auf den Cent achten, denn die indirekten Einnahmen für Dortmund (wie Mehrerlöse bei der Gewerbesteuer durch Hotels, Kioske, ) dürften auch nicht ausreichen, die sicher noch höher werdenden Sicherheitskosten zu decken.
absinthe 24.05.2017
2. Vernunft
Es gibt doch tatsächlich noch Leute mit Vernunft, die bei der Abzocke seitens UEFA/FIFA nicht mitmachen. Das hätte Brasilien machen sollen.
akkzent 24.05.2017
3. Bravo Dortmund, der richtige Schritt!
Allein der Austragungsort zu sein ist nicht genug, um sich der mafiösen Struktur der UEFA zu unterwerfen. "wir bezahlen und sie kassieren" spricht doch eindeutig für sich. Ausserdem stehen für WM und EM genügend Diktaturen zur Verfügung - viel Spass beim Fressen und Moral war gestern.
Bueckstueck 24.05.2017
4. Man muss leider attestieren:
Klingt vernünftig, wenn man die Katze im Sack kaufen soll...
skeptikerjörg 24.05.2017
5. Vernünftig
Es werden zum Glück immer mehr Städte vernünftig! Egal, ob nun Olympische Spiele, Fußball WM oder EM, FIFA, UEFA, IOC, DFB machen den großen Reibach und die Städte, sprich also letztlich die Steuerzahler, tragen das Risiko und bleiben auf den Kosten sitzen. Die Stadt Dortmund kann wichtigere Leistungen im sozialen Bereich, in der finanziellen Ausstattung der Schulen, im Wohnungsbau aufgrund der Haushaltslage nicht stemmen, soll aber dem DFB einen Blankoscheck ausstellen.
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