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BVB vs. Werder: Reus trifft früh, Götze zur Entscheidung

Foto: Jonas Güttler/ dpa

Dortmunds Auftaktsieg gegen Bremen Gewonnen, aber nicht geglänzt

Meister Borussia Dortmund ist erfolgreich in die 50. Bundesliga-Saison gestartet. Überzeugt hat der BVB bei dem Sieg gegen Werder Bremen allerdings nicht. Besonders in der Defensive ließ die Elf von Jürgen Klopp die gewohnte Sicherheit vermissen.
Von Felix Meininghaus

Hamburg - Sebastian Kehl ist selten um eine Antwort verlegen. Doch als Dortmunds Kapitän kurz nach dem Spiel gegen Werder Bremen in der Mixed Zone des Dortmunder Stadions um eine detaillierten Analyse des Gegentors gebeten wurde, war auch er kurzzeitig überfragt: "Leute, wir haben jetzt drei Minuten nach Spielschluss, und ich habe tatsächlich noch keine Videoanalyse gemacht", sagte Kehl: "Und außerdem bin ich hier nicht der Trainer." Also beließ er es bei einer allgemeinen Beurteilung des 2:1 (1:0)-Siegs, mit dem der Doubel-Sieger die 50. Saison der Bundesliga-Geschichte eröffnet hatte.

Dass sich der BVB gegen starke Bremer über weite Strecken schwergetan hatte, überraschte den 32-Jährigen nicht, "es war klar, dass wir in der Defensive ein paar Fehler drin haben". Wichtig seien allein die drei Punkte. Die Frage, wie viel denn noch zum Optimalwert fehle, vermochte Kehl nicht zu beantworten, "im Prozentrechnen war ich schon in der Schule schlecht".

Der Meister hat vor 80.645 Besuchern im ausverkauften Stadion einen erfolgreichen Start hingelegt, doch der Motor stottert noch ein wenig. "Es war ganz schwer und am Ende auch ein bisschen glücklich", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. Nach den Toren von Marco Reus und dem späten Siegtreffer des eingewechselten Mario Götze, den zwischenzeitlichen Ausgleich für Bremen erzielte Neuzugang Theordor Gebre Selassie, können sie in Dortmund nun in Ruhe analysieren, wie weit sie zu Beginn der neuen Saison bereits sind.

Probleme in der Abwehr

Vor allem in der Rückwärtsbewegung offenbart der BVB derzeit Abstimmungsprobleme, eine Erkenntnis, die sich bereits im Ligapokal und im Supercup angedeutet hatte. Innenverteidiger Neven Subotic stand des öfteren schlecht und Oliver Kirch, der für den verletzten Lukasz Piszczek auflief, vermochte seine Bewährungschance nicht zu nutzen. Immer wieder ließ der aus Kaiserslautern gekommene Außenverteidiger Gegenspieler Eljero Elia in seinem Rücken entwischen.

Diese Unpässlichkeiten sind den Dortmundern nicht verborgen geblieben. "Das Ergebnis ist gut", sagte Nationalspieler Mats Hummels, "aber die Art und Weise hat mir und allen anderen nicht so gut gefallen." Dass es über 90 Minuten ein umkämpftes Spiel blieb, war jedoch auch dem Umstand geschuldet, dass die Gäste aus Bremen ein ansehnliches Kombinationsspiel aufzogen. Klopp sprach von einem "unangenehmen Gegner, der ein hohes Tempo gegen den Ball spielt und richtig gute Kicker im Mittelfeld hat".

Sein Kollege Thomas Schaaf attestierte seiner Mannschaft ein "sehr gutes Spiel", doch am Ende gehe es "nicht darum, was du verdienst, sondern was du auf die Reihe bekommst. Borussia Dortmund hat unsere Fehler ausgenutzt, und deshalb fahren wir mit leeren Händen nach Hause." Dennoch ist sich Clemens Fritz sicher: "Wenn wir das, was wir heute geboten haben, weiter zeigen, dann ist in dieser Saison einiges möglich."

Reus wertet Mannschaft weiter auf

Während sich die runderneuerte Bremer Mannschaft noch in der Findungsphase befindet, muss über die großen Möglichkeiten von Borussia Dortmund nicht debattiert werden. Diese Mannschaft hat in den beiden zurückliegenden Spielzeiten zigfach nachgewiesen, zu was sie fähig ist. Wobei nun mit Marco Reus eine neue Facette hinzugekommen ist, die das Meisterensemble weiter aufwertet.

"Es gibt in diesem Raum bestimmt viele Menschen, die gedacht haben, nach solchen zwei Jahren werden die Jungs weich", sagte Klopp auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Bremen, um dann klarzustellen: "Dem ist nicht so."

Bevor Klopp in den Feierabend verschwand, wurde der BVB-Coach noch gefragt, welches Geschenk er denn für Michael Zorc habe, der um Mitternacht seinen 50. Geburtstag feierte. Wie so oft hatte der Trainer eine pointierte Antwort parat: "Drei Punkte, schön verpackt."