Drei Thesen zur Champions League Roman Bürki ist Dortmunds heimlicher Star

Endlich spielt Borussia Dortmund wieder attraktiven Fußball. Und Schalke 04 hat das Erfolgsgeheimnis der vergangenen Saison wiederentdeckt. Warum die Champions-League-Gruppenphase besser ist als ihr Ruf.
Schalke-Trainer Domenico Tedesco

Schalke-Trainer Domenico Tedesco

Foto: ALEXANDER NEMENOV/ AFP

1. Schalke siegt wieder wie Schalke

Dass es Schalke 04 überhaupt in die Champions League geschafft hat, war in der vergangenen Saison hauptsächlich guten Defensivleistungen und vielen Last-Minute-Treffern zu verdanken. In dieser Saison fehlte es bisher an beidem: Schalke verteidigte nicht gut - und hatte dazu Pech im Abschluss. Die Schalker Tugenden scheinen aber zurückgekehrt. Gegen Lokomotive Moskau gewann Schalke zum zweiten Mal in Folge 1:0. In einem größtenteils unansehnlichen Spiel köpfte Weston McKennie in der 88. Minute zum Schalker Sieg ein.

Das Gelsenkirchener Spielglück scheint zurück - und auch die Verteidigung wirkt sicherer. Trainer Domenico Tedesco hat seine Dreierkette aufgelöst, die in den ersten Bundesligaspielen zu viele Fehler fabriziert hatte. Mit der neuen Viererkette steht Schalke sicherer, opfert dafür aber immer einen seiner eigentlichen Stamminnenverteidiger, Naldo, Matija Nastasic oder Salif Sané. Gegen Mainz saß Naldo auf der Bank, gegen Moskau Nastasic. Die Wahrscheinlichkeit dürfte demnach hoch sein, dass am kommenden Wochenende gegen Fortuna Düsseldorf Sommerzugang Sané auf der Bank Platz nehmen wird.

2. Roman Bürki ist Dortmunds heimlicher Star

Borussia Dortmund spielt wieder attraktiven Fußball - endlich. Vorne sorgten gegen die AS Monaco Jacob Bruun Larsen, Paco Alcácer und Marco Reus für drei schöne Tore. So weit, so gewöhnlich. Ein wichtiger Faktor für das erfolgreiche Dortmunder Spiel wird bei all der Lobhudelei aber vergessen: Roman Bürki. Der Schweizer Torhüter ist einer der meistkritisierten Spieler des BVB und sorgte in der Vergangenheit mit dem ein oder anderen Patzer schon für Galgenhumor auf der Südtribüne.

Roman Bürki

Roman Bürki

Foto: Bernd Thissen/ dpa

In dieser Saison ist Bürki aber der heimliche Star des Teams, hält seiner Mannschaft Siege fest - und macht dabei kaum einen Fehler. Auch gegen Monaco spielte er stark. Zwar war keine "unhaltbare" Parade dabei, aber die fünf Torschüsse, die auf das Dortmunder Tor kamen, landeten bei Bürki. Dabei darf ein großer Faktor nicht vergessen werden: die Ausstrahlung.

Mit Dan-Axel Zagadou und Manuel Akanji spielen zwei sehr junge Innenverteidiger vor Bürki. Durch die starken Leistungen ihres Torhüters in dieser Saison bekommen sie Sicherheit. Nicht jeder Ballverlust ist gleichbedeutend mit einem Gegentor, weil dahinten noch jemand drinsteht, der richtig gut drauf ist. Das gibt dem Dortmunder Spiel ungemeine Stabilität - und lässt Dortmund auch gegen den Ball aggressiver verteidigen. Immer mit dem Wissen: Der Bürki, der kann was.

3. Die Gruppenphase der Champions League ist so aufregend wie noch nie

Was ist in den vergangenen Jahren nicht alles über die 96 Spiele der Champions-League-Gruppenphase gelästert worden. Uninspirierter Fußball werde da gespielt, Sensationen gebe es eh keine und eigentlich könne man die Achtelfinalisten schon direkt nach der Auslosung benennen, weil die Qualitätsunterschiede viel zu groß seien. Und in dieser Spielzeit? Kommt man aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Tottenhams Victor Wanyama (l.) und Barcelonas Lionel Messi (r.)

Tottenhams Victor Wanyama (l.) und Barcelonas Lionel Messi (r.)

Foto: ANDY RAIN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Auch bei den Mittwochsspielen gab es mit Tottenham Hotspur gegen FC Barcelona und SSC Neapel gegen FC Liverpool wieder zwei große Begegnungen mit wunderbaren Toren. Und beim Blick auf den kommenden Spieltag schnellt der Puls erneut in die Höhe: Partien wie Barcelona gegen Inter, Manchester United gegen Juventus Turin und Paris Saint-Germain gegen SSC Neapel beziehen ihren Reiz dabei nicht nur aus dem Duell zweier großer Namen, sondern auch aus der Gruppenkonstellation: Mindestens einen "Big Name" des internationalen Fußballs wird es in den Gruppen B und C erwischen - weitere Überraschungen wie das 0:1 des Titelverteidigers Real Madrid bei ZSKA Moskau nicht ausgeschlossen.

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