Zwei Verletzte Dresdner Hooligans randalieren in Kaiserslautern

Zwei Verletzte, zerstörte Fanbusse und 70.000 Euro Sachschaden: Anhänger des Zweitligisten Dynamo Dresden haben beim Auswärtsspiel in Kaiserslautern erneut für schwere Krawalle gesorgt. Die Polizei konnte trotz Großaufgebots keinen einzigen Randalierer festsetzen.
Dresdner Anhänger in Lautern: 70.000 Euro Sachschaden, Null Festnahmen

Dresdner Anhänger in Lautern: 70.000 Euro Sachschaden, Null Festnahmen

Foto: Uwe Anspach/ dpa

Hamburg - Gewalttätige Anhänger der SG Dynamo Dresden sind auf dem besten Weg, ihren Verein zu zerstören. Nach zahlreichen Ausschreitungen in den vergangenen Monaten tickten hunderte Randalierer am Freitag auch noch nach der 0:3-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern aus. Dem Verein, der sich derzeit noch in einer Berufungsverhandlung mit dem DFB-Sportgericht befindet und als Wiederholungstäter gilt, drohen jetzt ganz bittere Strafen.

Schon vor dem Spiel waren die Gästefans durch ihr aggressives Verhalten negativ aufgefallen. Die Polizei konnte eine Gruppe Dresdner allerdings daran hindern, im Stadion einen Nachbarblock zu stürmen. Unmittelbar vor Spielbeginn und während der zweiten Halbzeit zündeten die Dynamo-Anhänger dann Pyrotechnik. Auch dieses Verhalten wird bei der Bestrafung des Vereins eine Rolle spielen.

Die übelsten Szenen spielten sich allerdings nach der Partie ab. Dynamo-Hooligans stoppten und beschädigten Shuttle-Busse und warfen Fensterscheiben ein. Ein Businsasse erlitt Schnittwunden durch herumfliegende Splitter, eine Frau einen Schock. Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf 70.000 Euro.

Kaum zu glauben: Fest- oder Ingewahrsamnahmen gab es offiziellen Angaben zufolge trotz der Krawalle nicht. Dennoch spricht die Polizei von einem Erfolg: "Unser Einsatzkonzept hat heute weitestgehend gegriffen", sagte Einsatzleiter Franz-Josef Brandt.

Dynamo Dresden steht wegen seiner gewalttätigen Anhänger derzeit stark unter Druck. Im Dezember hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Zweitligisten wegen "fortgesetzten unsportlichen Verhaltens" seiner Anhänger für den kommenden Pokalwettbewerb gesperrt. Auslöser für die Verhandlung waren schwere Krawalle von Dresdner Hooligans im Pokalspiel Ende Oktober 2012 bei Hannover 96.

Bereits in der vergangenen Saison hatten die Dresdner nach Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund im Oktober 2011 erst in der Berufung vor dem DFB-Bundesgericht die bislang einmalige Strafe abwenden können.

Die erneute Berufung der Dresdner gegen den Pokalausschluss wurde noch nicht verhandelt. Die SGD-Hooligans dürften die Ausgangslage für ihren Club durch ihre Ausfälle in Lautern allerdings nachhaltig verschlechtert haben.

mig/sid/dpa
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