Dritte Liga Osnabrücker Spieler wegen versuchter Manipulation gesperrt

Erstes Urteil in Liga drei: Ein Osnabrücker Spieler muss vier Partien aussetzen. Verfahren gegen zwei weitere VfL-Akteure laufen noch. Alle drei sollen versucht haben, ein Spiel zu manipulieren.

Marc Heider
imago/osnapix

Marc Heider


Rund um die versuchte Manipulation in der Dritten Liga hat der Deutsche Fußball-Bund ein erstes Urteil gefällt. Marc Heider vom VfL Osnabrück wurde vom DFB-Sportgericht für vier Spiele gesperrt und muss zudem eine Geldstrafe von 2000 Euro zahlen. Heider akzeptierte das Urteil, es ist damit rechtskräftig.

Der VfL-Profi hatte laut dem Urteil Gegenleistungen des SV Werder Bremen II dafür verlangt, sich im letzten Saisonspiel gegen den SC Paderborn um einen Sieg zu bemühen. Dies sei auf Drängen eines Mitspielers geschehen, stellte der DFB in seinem Urteil fest. Paderborn war direkter Konkurrent Bremens im Abstiegskampf.

Dieser Mitspieler, so hatte Heider es zuvor der Osnabrücker Zeitung geschildert, habe ihn "immer wieder genervt", deshalb habe er einen Freund bei seinem Ex-Verein Werder II angerufen: "Dem habe ich gesagt, dass einer meiner VfL-Kollegen glaube, Werder würde uns für einen Sieg etwas zahlen. Mein Freund hat mich gefragt, was der Typ sich denken würde. Damit war der Fall für mich erledigt." Er fügte hinzu: "Wir wissen, dass wir einen Riesenfehler gemacht haben."

Zwei weitere Spieler hatten Kontakt zu Bremen

Heider zeigte sich "etwas enttäuscht", er habe ein deutlich milderes Urteil erwartet: "Ich habe zu keinem Zeitpunkt den Versuch einer Manipulation unternommen, ohnehin hätte ich als verletzter Spieler gar nicht eingreifen können", sagte er. Das Verfahren ist nun immerhin beendet - und damit wohl eine schwierige Zeit: "Die letzten Wochen waren sehr hart für mich und meine Familie, das wünsche ich keinem", sagte Heider.

Die Verfahren gegen seine Teamkollegen Tobias Willers und Addy Waku Menga sind noch nicht abgeschlossen. Willers muss sich am 10. Juli in einer mündlichen Verhandlung vor den DFB-Sportrichtern verantworten. Menga hatte wie Heider bereits eingeräumt, Kontakt mit Bremer Spielern aufgenommen zu haben. Alle drei waren in der Partie gegen Paderborn nicht zum Einsatz gekommen. Die Bremer hatten die Wünsche der Osnabrücker abgelehnt.

Paderborn war nach einem 0:0 in Osnabrück abgestiegen, wird aber durch den Absturz von 1860 München dennoch in der kommenden Saison drittklassig spielen. Bremen II rettete sich durch ein 1:0 gegen den VfR Aalen.

aev/dpa/sid

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
Lankoron 29.06.2017
1. Ganz ehrlich...
das DFB-Sportgericht ist doch lachhaft mit seinen Strafen. Brutalste Fouls 2 Spiele...jetzt Spielmanipulation 4 Spiele Sperre. Schiris werden angegangen ohne Konsequenzen, Schauspielerei auf dem Feld ist normaler Trainingsinhalt....das ganze ist doch immer sinnfreier. Bald kommen wir wieder dazu, das ein Spieler zur Strafe 5 Minuten in der Ecke stehen muss, nachdem er seinen Gegenspieler k.o geschlagen hat.
raihower 29.06.2017
2. Mal halblang
Zitat von Lankorondas DFB-Sportgericht ist doch lachhaft mit seinen Strafen. Brutalste Fouls 2 Spiele...jetzt Spielmanipulation 4 Spiele Sperre. Schiris werden angegangen ohne Konsequenzen, Schauspielerei auf dem Feld ist normaler Trainingsinhalt....das ganze ist doch immer sinnfreier. Bald kommen wir wieder dazu, das ein Spieler zur Strafe 5 Minuten in der Ecke stehen muss, nachdem er seinen Gegenspieler k.o geschlagen hat.
Wenn sie es nochmal in Ruhe lesen, dann werden sie vielleicht erkennen, dass es, wenn überhaupt, um einen von vorne herein untauglichen Versuch der Spielmanipulation ging.
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