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14. März 2013, 17:31 Uhr

Dritte Liga

Punktabzug für Aachen und Offenbach

Den beiden hochverschuldeten Drittligisten Alemannia Aachen und Kickers Offenbach werden am Saisonende zwei Punkte abgezogen. Die Clubs haben gegen das wirtschaftliche Zulassungsverfahren des DFB verstoßen. Die Kickers hatten sogar eine höhere Strafe befürchtet.

Hamburg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Drittligisten Alemannia Aachen und Kickers Offenbach mit Punktabzügen für die laufende Saison bestraft. "Wegen Verstößen im Rahmen des wirtschaftlichen Zulassungsverfahren zur Spielzeit 2012/2013" werden beiden Clubs vom DFB-Spielausschuss nach Saisonende jeweils zwei Punkte abgezogen. Die Alemannia ist insolvent, die Kickers sind hoch verschuldet.

Bei der Bemessung der Strafe hat der DFB nach eigenen Angaben neben dem Gewicht des Verstoßes auch das Bemühen der Verantwortlichen beider Clubs um eine transparente Aufarbeitung möglicher Verstöße berücksichtigt. Aachen, derzeit Tabellen-17., und Offenbach (Tabellen-14.) befinden sich im Abstiegskampf. Die Alemannia plant jedoch ohnehin einen Neuanfang in der Regionalliga.

Um den Spielbetrieb bis zum Saisonende zu sichern, benötigt Aachen rund 1,5 Millionen Euro. Im November hatte der Club einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Aachen gestellt. Dabei hatte der Verein eine Liquiditätslücke von 4,5 Millionen Euro offengelegt. Hintergrund der finanziellen Probleme sind neben dem Zweitliga-Abstieg besonders die Kosten für den Neubau des Tivoli-Stadions. Sollte die Alemannia tatsächlich absteigen, stünde sie derzeit ohne Spielstätte da - die Miete im neuen Tivoli wäre für den Club zu hoch.

Situation bei den Kickers dramatisch

Offenbach plagen Schulden in Höhe von insgesamt 9,1 Millionen Euro. Bei der Lizenzierung wurde dem DFB die schwierige finanzielle Lage offenbar nicht offengelegt. "Der Punktabzug tut uns sportlich sehr weh, das Strafmaß hätte jedoch wesentlich gravierender ausfallen können", sagte der neue Geschäftsführer David Fischer.

Die alte Führung um die Geschäftsführer Thomas Kalt und Jörg Hambückers hatte die Verbindlichkeiten am 20. September 2012 mit nur 4,7 Millionen Euro angegeben. In diesem Zusammenhang sollen aber die Geschäftsbücher nicht ordnungsgemäß geführt worden sein. Auch die Stadionmiete von fast 800.000 Euro soll für die Kickers zu hoch sein. Die Situation am Bieberer Berg ist so dramatisch, dass eine außerordentliche Mitgliederversammlung für den 10. April einberufen wurde.

max/sid

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