Drogen-Prozess Daum kommt mit Geldbuße davon

Aufatmen bei Christoph Daum. Der Kokain-Prozess gegen den Fußballtrainer ist vor dem Koblenzer Landgericht mit der Einstellung des Verfahrens in zwölf Fällen und einem Freispruch für die übrigen Anklagepunkte zu Ende gegangen.


Christoph Daum: 10.000 Euro Geldstrafe
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Christoph Daum: 10.000 Euro Geldstrafe

Koblenz -Der Koblenzer Kokain-Prozess gegen den Fußballtrainer Christoph Daum ist mit der Einstellung des Verfahrens in zwölf Fällen und einem Freispruch für die übrigen Anklagepunkte zu Ende gegangen. Zwei Tage nach Daums Trennung vom türkischen Spitzenclub Besiktas Istanbul stellte die Kammer am Montag das Verfahren wegen des Vorwurfs des illegalen Drogenbesitzes ein. Der 48-jährige Coach muss 10.000 Euro an zwei Suchthilfe-Organisationen zahlen. Anschließend wird das Verfahren endgültig eingestellt.

"Die schlimmste Zeit meines Lebens"


Der Freispruch in den anderen Fällen ist rechtskräftig. Er bezieht sich auf den Anklagevorwurf des 51-fachen illegalen Erwerbs von je 3 bis 5 Gramm Kokain und die Daum zur Last gelegte Anstiftung zur Beschaffung von 100 Gramm der Droge. Staatsanwalt Ludger Griesar gestand am 30. Verhandlungstag ein, dass es hierfür keine Beweise gebe. Daum sagte zum Abschluss des mehr als ein halbes Jahr dauernden Verfahrens: "Ich habe hier die schlimmste Zeit meines Lebens durchgemacht."

Griesar hatte zuvor auf die überraschende Wende im Prozess vor einer Woche verwiesen, als der Münchner Rechtsmediziner Hans Sachs Daum entlastete. Dem Trainer könne nur gelegentlicher, aber kein "intensiver Konsum" von Kokain bewiesen werden. Der Sachverständige Sachs hatte die Unterlagen der Daum-Haaruntersuchung seines Kölner Kollegen Prof. Herbert Käferstein analysiert. Dieser hatte eine spektakulär hohe Kokain-Konzentration ermittelt und damit die Anklage wesentlich beeinflusst. Laut Sachs wies Käfersteins Methode aber eine "relativ große Fehlerbreite" auf.

"Dem Verfolgungsinteresse des Staates Genüge getan"


Griesar hielt dem nicht vorbestraften Trainer jetzt zugute, sich mit Kokain im Wesentlichen nur selbst geschadet zu haben. Mittlerweile habe sich Daum von der Droge gelöst. Zudem habe er in den vergangenen Monaten als Coach von Besiktas Istanbul besondere Reisestrapazen auf sich nehmen müssen. Alles in allem sei somit "dem Verfolgungsinteresse des Staates Genüge getan", ergänzte Griesar.

Die Prozessbeteiligten hatten sich am Montag bereits vor der Hauptverhandlung in einem vertraulichen Gespräch auf dieses Ende des Verfahrens geeinigt.



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