Drogenvorwürfe DFB grätscht Hartwig ab

Der ehemalige Bundesliga-Profi William "Jimmy" Hartwig soll die durch ihn erhobenen Kokaingerüchte konkretisieren oder für immer schweigen - fordert der Deutsche Fußball-Verband.


William "Jimmy" Hartwig: "Sehen uns gezwungen, zu reagieren"
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William "Jimmy" Hartwig: "Sehen uns gezwungen, zu reagieren"

Frankfurt - Mit einem von Verbands-Justiziar Götz Eilers aufgesetzen Schreiben hat der DFB auf die Aussage Hartwigs reagiert, in der deutschen Eliteliga würden 20 bis 30 Profis Kokain nehmen. "Wir sehen uns gezwungen, zu reagieren, im Sinne des Ansehens des Fußballs. Wir können nicht zulassen, dass Leute wie Jimmy Hartwig solche Sensations-Meldungen streuen", sagte DFB-Mediendirektor Wolfgang Niersbach. Bereits in der ZDF-Talkshow von Johannes B. Kerner am Donnerstagabend hatte Hartwig, der zugab, einst selbst Kokain konsumiert zu haben, seine Behauptungen relativiert.

Die in Fußball-Kreisen kritisierten Aussagen des früheren Bundesliga-Profis werden auch von Professor Dr. Wilfried Kindermann zurückgewiesen, als früherer Chefmediziner der Nationalelf Mitglied der Anti-Doping-Kommission im DFB. "Wenn dem so wäre, könnten nicht seit Jahren alle Dopingproben aus der Bundesliga auf Kokain negativ sein. Kokain steht ebenso wie Marihuana, Heroin oder Haschisch auf der Liste. Selbst Ecstasy wird als Amphetamin-Derivat getestet", sagte Kindermann.

In eigener Regie und mit eigenen Ärzten führt der DFB derzeit rund 630 Dopingtests pro Saison durch. Kindermann: "Jedes Wochenende werden einzelne Spieler aus vier bis sechs Mannschaften getestet. Hinzu kommen die Trainingskontrollen, die seit vergangenem Jahr in Regie des Deutschen Sportbundes stattfinden."



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