Duell mit Tradition Löws Team trifft im Achtelfinale auf England

Dramatische Szenen in Gruppe C: Die USA haben mit einem Tor kurz vor Abpfiff ihr WM-Aus abgewendet - und sich sogar noch auf Platz 1 der Tabelle geschossen. England wurde nach einem dürren Sieg über Slowenien bloß Zweiter. Und muss jetzt im Achtelfinale gegen Deutschland ran.

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Hamburg - Wieder ein Auftritt ohne großen Glanz - aber England hat die Blamage vermieden. Mit einem Treffer sicherte Angreifer Jermain Defoe der Nationalmannschaft Englands die Qualifikation für das Achtelfinale der WM. Das Team von Trainer Fabio Capello gewann 1:0 (1:0) gegen Slowenien und schließt die Vorrunde in der Gruppe C als Zweiter ab. Damit tritt die Mannschaft nun gegen Deutschland an, den Sieger in Gruppe D.

Auf Platz eins landeten aber die USA - die sich durch einen sensationellen Treffer des ehemaligen Bayern-Profis Landon Donovan in der Nachspielzeit den 1:0 (0:0)-Sieg gegen Algerien sicherten.

Viel war im Vorfeld der Partie zwischen England und Slowenien über den missglückten Revolte-Versuch des abgesetzten Kapitäns John Terry gesprochen worden und seine Forderung nach Einsatz seines Chelsea-Kollegen Joe Cole. Doch der einzige Cole, der in der Startelf stand, war der Linksverteidiger mit dem Vornamen Ashley - ebenfalls vom FC Chelsea. Für den gelbgesperrten Jamie Carragher lief Matthew Upson an der Seite von Terry auf. Zudem stürmte Dafoe anstelle von Emile Heskey neben Wayne Rooney. Im Mittelfeld ersetzte James Milner den offensiveren Aaron Lennon.

Capellos Team ging mit dem Wissen in die Partie, gewinnen zu müssen, um sich sicher für das Achtelfinale zu qualifizieren. Doch der erste gefährliche Torschuss vor rund 40.000 Zuschauern in Port Elizabeth kam von den Slowenen, die mit einem Unentschieden sicher die K.-o.-Runde erreicht hätten. Den Schuss von Valter Birsa aus 23 Metern konnte Englands Torhüter David James aber mühelos festhalten.

Rooney macht Druck, Defoe trifft zur Führung

Der erste gefährliche Vorstoß der Engländer lief über Rooney, doch dessen Flanke vom linken Strafraumeck konnte Marko Suler vor dem aufgerückten Steve Gerrard klären. Der erste Torschuss der "Three Lions" resultierte dann aus einem Freistoß: Frank Lampard versuchte sich aus gut 30 Metern, doch Sloweniens Torhüter Samir Handanovic fing den flatternden Ball sicher.

Auch danach blieben die Engländer spielbestimmend. Zunächst dribbelte Rooney an der Strafraumkante entlang, doch anstatt den Ball auf den besser postierten Milner abzulegen, suchte er selbst den Abschluss. Die slowenische Abwehr klärte zur Ecke, Gerrard brachte den Ball in die Mitte, Terrys Kopfball ging knapp am Tor vorbei. Kurz darauf war der Unruhestifter der vergangenen Tage in der eigenen Abwehr gefordert. Im letzten Moment konnte er dem einschussbereiten Zlatan Ljubijankic den Ball abgrätschen.

In der 23. Minuten fiel dann die Führung für England: Defoe kam zentral vor dem Tor an eine Flanke von Milner, Suler konnte den Stürmer von Tottenham Hotspur nicht mehr entscheidend stören. Handanovic bekam zwar noch beide Hände an den Ball, mehr als leicht abfälschen konnte er den Schuss aber nicht.

Fünf Minuten später versuchte England den gleichen Spielzug erneut. Milner flankte ungestört von Bojan Jokic auf Defoe, diesmal war Handanovic vor dem Angreifer am Ball. Doch der Torhüter konnte die Hereingabe nicht festhalten. Der Ball kam zu Lampard, der jedoch über das Tor schoss.

Immer wieder kam England in der Folge zu guten Chancen. Einen Schuss von Gerrard konnte Handanovic wegfausten, Rooney eroberte den Ball gegen drei Verteidiger und steckte durch zu Gerrard. Aus 14 Metern versuchte der Kapitän per Flachschuss ins rechte Eck zu treffen, doch Handanovic wehrte den Ball ab.

Handanovic rettet gegen Terry und Rooney

Danach zog sich England ein wenig zurück, aber die Slowenen konnten die Räume nicht effektiv nutzen. Die nächste gefährliche Szene resultierte aus einer Standardsituation: Birsas Freistoß aus 40 Metern wurde von der Mauer der Engländer noch abgefälscht, der 39-jährige James musste aus seinem Tor eilen, um vor dem wartenden Stürmer Milivoje Novakovic zu klären.

Direkt nach Wiederanpfiff machte die englische Nationalmannschaft wieder Druck. Rooney führte einen Eckball schnell aus, Handanovic konnte gerade noch zurück in sein Tor eilen, um den Ball wegzufausten. Doch England legte nach, Defoe erreichte einen hohen Pass noch mit der Fußspitze und verfehlte das Tor um wenige Zentimeter.

Die wenigen slowenischen Torschüsse resultierten auch in Halbzeit zwei aus Freistößen Birsas, doch James fing jeweils sicher. In der 57. Minute verpasste es Terry dann, zu erhöhen. Einen Eckball von Gareth Barry brachte er aus sechs Metern hart aufs Tor, doch Handanovic bekam am kurzen Pfosten noch eine Hand an den Ball. Zwei Minuten später verhinderte erneut eine hervorragende Reaktion des Torhüters das 0:2. Nach Traumpass von Lampard stand Rooney frei im Strafraum, den Drop-Kick-Schuss lenkte Handanovic mit den Fingerspitzen an den Pfosten.

Bei einem der wenigen slowenische Entlastungsangriffe hatten Zlatko Dedic und Novakovic Pech, ihre Schüsse wurden jeweils abgeblockt. Terry warf sich wagemutig zwischen Tor und Gegner.

Danach beschränkten sich die Engländer auf gelegentliche Angriffe, die meist vom mittlerweile eingewechselten Joe Cole angetrieben wurden. Beim zeitgleich stattfindenen Duell zwischen den USA und Algerien stand es noch immer 0:0. Die Slowenen, die sich deshalb trotz der eigenen Niederlage im Achtelfinale wähnten, taten nur noch wenig für die Offensive. Erst in den Schlussminuten schlugen sie lange Bälle auf ihre Stürmer, doch es blieb beim 1:0 für England.

Slowenien - England 0:1 (0:1)
Tore:
0:1 Defoe (23.)
Slowenien: Samir Handanovic - Brecko, Suler, Cesar, Jokic - Birsa, Koren, Radosavljevic, Kirm (79. Matavz) - Novakovic, Ljubijankic (62. Dedic)
England: James - Johnson, Upson, Terry, Ashley Cole - Lampard, Barry - Gerrard, Milner - Defoe (86. Heskey), Rooney (72. Joe Cole)
Schiedsrichter: Stark (Deutschland)
Zuschauer: 36.893 (in Port Elizabeth)
Gelbe Karten: Jokic (2), Birsa, Dedic - Johnson

insgesamt 340 Beiträge
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Seite 1
Brieli 01.06.2010
1.
Zitat von sysopEngland fühlt sich reif für den Titel. Doch erst gilt es, die Vorrunde zu überstehen. Setzen sich die Briten gegen die USA, Algerien und Slowenien durch?
Ja. England und USA.
klumpenhund 01.06.2010
2.
Zitat von sysopEngland fühlt sich reif für den Titel. Doch erst gilt es, die Vorrunde zu überstehen. Setzen sich die Briten gegen die USA, Algerien und Slowenien durch?
Keine Überraschungen: 1.) England, trotz der mageren Vorbereitungsspiele 2.) USA 3.) Slowenien 4.) Algerien
BeckerC1972, 01.06.2010
3.
England Slowenien Algerien USA
Polar, 01.06.2010
4.
Zitat von sysopEngland fühlt sich reif für den Titel. Doch erst gilt es, die Vorrunde zu überstehen. Setzen sich die Briten gegen die USA, Algerien und Slowenien durch?
1. Slowenien ist eines meiner Lieblingsurlaubsländer 2. Algerien...war da nicht mal was? 3. und 4. ...und Tschüss. Na okay, gezz ma im Ernst: 1. England 2. USA 3. Algerien 4. Slowenien
ray05, 02.06.2010
5.
Zitat von Polar1. Slowenien ist eines meiner Lieblingsurlaubsländer 2. Algerien...war da nicht mal was? 3. und 4. ...und Tschüss. Na okay, gezz ma im Ernst: 1. England 2. USA 3. Algerien 4. Slowenien
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