Wiederholte Ausschreitungen Dresden führt Maßnahmenkatalog gegen eigene Fans ein

Beim Spiel in Magdeburg sind Dynamo-Fans erneut auffällig geworden. Der Verein reagiert mit einem Maßnahmenpaket, das die eigenen Anhänger einschränken soll - vor allem bei Auswärtsspielen.

Ausschreitungen in Dresden
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Ausschreitungen in Dresden


Dynamo Dresden zieht Konsequenzen aus dem wiederholten Fehlverhalten einiger seiner Anhänger. Der Verein hat dazu ein Maßnahmenpaket mit acht Punkten bekanntgegeben. Das sind die wichtigsten Änderungen, die Dynamo angekündigt hat:

  • Für alle Auswärtstickets gibt es einen Preiszuschlag in Höhe von drei Euro. Das Geld wird für "zusätzliche Fanbetreuer sowie zusätzliches Ordnungspersonal bei Auswärtsspielen" eingesetzt.
  • Der Verein wird keine Sonderzüge mehr organisieren.
  • Bei ausgewählten Auswärtsspielen kann es dazu kommen, dass der Verein in der Zukunft Gästetickets nur noch online anbieten wird.
  • Vereinsmitglieder haben bei Auswärtsspielen im Vorverkauf nur noch Anspruch auf eine Karte pro Person.
  • Nur noch Vereinsmitglieder haben ab der kommenden Saison Anspruch auf Auswärtsdauerkarten. Inhaber eines solchen Tickets können bei Auswärtsspielen kein weiteres Ticket im Vorverkauf erwerben.
  • Der Verein hat bei ausgewählten Auswärtsspielen das Recht, in Absprache mit dem Heim-Verein das Gäste-Kontingent zu reduzieren.

Hier finden Sie die Vereinsmitteilung inklusive aller acht Maßnahmen in voller Länge.

Der Katalog wurde nach Vereinsangaben eingeführt, um "immer wiederkehrendes, teils kriminelles und in hohem Maße gewalttätiges Fehlverhalten, das der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden immens schadet, weiter einzudämmen".

Rund um das 2:2 beim 1. FC Magdeburg, mit dem der achtmalige DDR-Meister den Aufstieg in die zweite Liga perfekt gemacht hatte, war es zu heftigen Krawallen zwischen den Anhängern gekommen. 15 Polizisten und ein Ordner wurden verletzt, 33 Strafanzeigen wurden aufgenommen, 19 Personen festgenommen. Darüber hinaus wurden 301 Person in Gewahrsam genommen. 700 Dynamo-Anhängern war vor Anpfiff der Eintritt ins Stadion verweigert worden.

Der Polizei wurde nach dem Einsatz Willkür und übertriebene Gewalt vorgeworfen, die Beamten wiesen dies zurück. Bei einem Public Viewing in Dresden kam es rund um das Spiel und den Jubel über den Aufstieg ebenfalls zu Ausschreitungen.

Als weitere Konsequenz aus den Ausschreitungen hat der Verein außerdem entschieden, nach dem letzten Saisonspiel am 14. Mai gegen die SG Sonnenhof Großaspach auf eine Feier außerhalb des Stadions zu verzichten. Wie der Verein mitteilte, sei man "nach gründlicher Prüfung aus mehreren Gründen" zu diesem Entschluss gekommen.

aev/sid

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
kascnik 28.04.2016
1. Viel Erfolg
Viel Erfolg in sportlichem Sinne an Dynamo. Vielleicht schaffen sie ja in zwei drei Jahren den Sprung in die Liga, damit Deutschlands Osten auch mal wieder mit einem Bundesligaverein vertreten ist.
kascnik 28.04.2016
2. Viel Erfolg
Viel Erfolg in sportlichem Sinne an Dynamo. Vielleicht schaffen sie ja in zwei drei Jahren den Sprung in die Liga, damit Deutschlands Osten auch mal wieder mit einem Bundesligaverein vertreten ist.
thbaerle 28.04.2016
3. Unsauber
Das Bild zeigt keineswegs- wie die Bildunterschrift suggeriert- "Ausschreitungen in Magdeburg", es dürfte sich vielmehr um die unschönen szenen vom letzten abstieg handeln. Ein bisschen mehr Sorgfalt, gerade bei solchen Themen, täte SPON gut, sonst macht man sich unglaubwürdig
hellerim 28.04.2016
4. Leichenschau?
Wie ich gerade feststellen konnte (http://dict.leo.org/ende/index_de.html#/search=public viewing&searchLoc=0&resultOrder=basic&multiwordShowSingle=on), heißt "Public Viewing" in Amerika soviel wie Leichenschau. Interessant!
eisern79 28.04.2016
5. Die richtigen Schritte
Respekt vor diesen Entscheidungen. Leider wird dies zum größten Teil zu Lasten der friedlichen Fans gehen aber alles Andere scheint ja nicht zu funktionieren. Diese Art der sogenannten Fans brauch kein Verein und müsste von innen heraus, durch die eigenen (friedlichen) Fans, heraus gedrängt werden.
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