Sondergipfel der europäischen Topklubs Champions League bald mit Auf- und Abstieg?

Die Champions League könnte ab 2024 zu einem Drei-Ligen-System aufgeteilt werden. Pläne dazu gibt es bereits. Die europäischen Topvereine haben einen Sondergipfel für Juni einberufen, um darüber zu diskutieren.

ECA-Funktionäre Andrea Agnelli und Karl-Heinz Rummenigge
Fabrice Coffrini AFP

ECA-Funktionäre Andrea Agnelli und Karl-Heinz Rummenigge


Europas Topvereine machen den nächsten Schritt zu einer Umgestaltung des Europapokals. Im Juni plant der europäische Klubverband ECA, in dem die führenden Fußballvereine von Real Madrid bis Bayern München zusammengeschlossen sind, eine Art Sondergipfel auf Malta. Die Einladung dazu wurde jetzt auf der ECA-Website veröffentlicht.

Einziges Thema des Treffens: Diskussion über die Zukunft der europäischen Wettbewerbe. Dann wird wohl auch über Auf- und Abstiegsregelungen in der Champions League gesprochen.

ECA-Boss Andrea Agnelli hatte bereits Ende März bei der Vollversammlung des Verbands angedeutet, dass sich der Europacup spätestens ab 2024 deutlich verändern werde. Nach den Modellen, über die bislang spekuliert wird, könnte die Champions League sich in ein Drei-Ligen-System aufteilen, aus denen auf- und abgestiegen werden könnte. Die besten Mannschaften - also die Liga A - würde in Achtergruppen ausgespielt, anschließend würde aus den vier Gruppensiegern der Champions-League-Gewinner ermittelt. Ein solcher Modus hätte schon sehr viel von einer europäischen Superliga.

Die ECA nennt solche Überlegungen dezidiert in ihrer Einladung für das Treffen vom 6. bis 7. Juni. So ist von einem "pyramidal aufgebauten europäischen Ligasystem" die Rede, auch "die Beweglichkeit und Dynamik innerhalb dieses Systems durch Auf- und Abstieg" wird genannt. Man verspreche sich davon "europäische Spiele mit höherer sportlicher Qualität". Inwieweit die nationalen Ligen in diesem System einen Platz finden sollen, wird nicht beantwortet, sie soll es aber weiterhin geben.

Agnelli hatte im Vormonat davon gesprochen, es handele sich bei all diesen Überlegungen um "den Start eines Prozesses", man brauche Zeit, "um die verschiedenen Vorschläge zu analysieren". Die Verkleinerung der Europa League von bisher 48 auf künftig 32 Mannschaften ist Teil des Plans, um Raum für einen weiteren Wettbewerb zu schaffen.

All dies geschieht vor dem Hintergrund der Pläne von Fifa-Boss Gianni Infantino, die Klub-WM deutlich auszuweiten. Bislang haben die europäischen Vereine darauf ablehnend bis abwartend reagiert. Auch von einem Boykott des Wettbewerbs durch die ECA war in ersten Reaktionen die Rede, diese Rhetorik ist mittlerweile allerdings schon wieder spürbar zurückgefahren worden. Auch der FC Bayern München als deutscher Premium-Vertreter in der ECA hatte sich zuletzt schon positiv zur größeren Klub-WM geäußert.

aha



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
misterknowitall2 25.04.2019
1. Tja,
sollen die mal machen. Ich bin dann aber raus. So ein Schiess interessiert mich nicht. Und mit dem Ab- und Aufsteigen will man doch nur festlegen, wer dauerhaft und ohne blöde Qualifikation an die Geldtöpfe darf. So können wir unsere nationale Liga gleich einstampfen. Ich geh wieder an den Dorfplatz und guck mir spannende Spiele der Kreisklasse an......und das auch noch umsonst. Infantino raus!
cemi 25.04.2019
2. Jo, macht ihr mal schön so weiter
Die Bundesliga, uninteressant, DFB-Pokalfinale seit gestern eine Farce, Championsleague nur für Sky-Couch-Potatoes, der inländische Stadionbesucher nur noch finanziell uninteressante Kulisse. Dann sollen halt die Chinesen (oder wer auch immer als Melkkuh anvisiert wird) die Zeche zahlen. Ohne mich!
hileute 25.04.2019
3. Nicht nötig
ich glaube nicht dass das jetzige System geändert werden muss, es funktioniert doch ganz gut und ist leicht verständlich. Man muss nicht immer bewährtes mit iwelchem Schnickschnack aufpimpen.
m_kerensky 25.04.2019
4. Ist das eigentlich Vorsatz?
Leider weiß ich nicht wer sich hinter dem Kürzel aha verbirgt, aber wer auch immer das geschrieben hat verzerrt mit purer Absicht die Wahrheit dahinter. Der EAC ist kein Zusammenschluss von TOP Vereinen "von Real Madrid bis Bayern München" sondern der Europäische Club Verband dem über 230 Vereine angehören. Darunter auch 13 aus Deutschland. z.B. auch der BVB, Schalke, der VFB Stuttgart, Hoffenheim, Leipzig, Hannover oder Leverkusen. Hier wird mit Absicht verzerrt dargestellt. Das ist Bild Niveau und hat mit neutraler Berichterstattung aber so gar nicht zu tun. Oder ist das eine Kolumne?
Oettinger1977 25.04.2019
5. Kein Schnickschnack
@hileute Es geht nicht um Schnickschnack oder dem armen gelangweilten Fußballfan auf Selbstkosten spannendere Spiele zu bieten - sondern um Geld :)
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