Fußball in Niederlanden Trainer von Maastricht treten nach Fanangriffen zurück

Schläge gegen den Trainer, Zuschauer, die das Vereinsheim stürmen wollten: In Maastricht ist die Gewalt von Fußballfans eskaliert. Als Konsequenz traten die Trainer des niederländischen Zweitligisten mit sofortiger Wirkung zurück.


Hamburg - Neue Dimension bei der Fußballgewalt in den Niederlanden. Die Trainer des Zweitligisten MVV Maastricht, Tini Ruijs und Dick Voorn, ehemaliger Assistent des Hamburger Bundesliga-Trainers Bert van Marwijk, haben die Konsequenzen aus Fanangriffen während und nach dem verlorenen Pokal-Achtelfinale gegen den Amateurklub JVC Cuijk (1:2) gezogen und sind mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

In der Halbzeitpause in Cuijk war Maastrichts Cheftrainer Ruijs von einem Fan geschlagen worden. Zuschauer versuchten nach dem Schlusspfiff das Vereinsgebäude zu stürmen, konnten jedoch von der Polizei gehindert werden. Bei der Aktion wurden vier Polizisten verletzt. Ruijs Familie, die während der Partie auf der Tribüne gesessen hatte, wurde bedroht und bekam Polizeischutz. Aus Sicherheitsgründen hatte MVV Maastricht das Donnerstagtraining abgesagt.

"Bei dieser Fangewalt kann ich es nicht verantworten, meine Aufgabe als Cheftrainer fortzuführen. Wenn die Sicherheit meiner Familie gefährdet ist, gebe ich alles andere auf", sagte Ruijs. Auf der Vereins-Website erklärte MVV-Vorsitzender Paul Rinkens: "Was Tini und Cooky passiert ist, ist sehr traurig. Wir finden es schrecklich für sie und ihre Familien. Wir bedauern ihren Weggang."

Festnahmen einiger Gewalttäter werden nicht ausgeschlossen. Der niederländische Fußballverband KNVB, der Verein und die Polizei analysieren derzeit das vorhandene Bildmaterial.

aha/sid



insgesamt 5 Beiträge
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streitross2012 21.12.2013
1. Wieso werden Festnahmen
von Gewalttätern nicht ausgeschlossen? Haben diese Dumpfbacken normalerweise Narrenfreiheit? Traurig, dass die Exekutive die vorhandenen Möglichkeiten nicht nutzt.
Tharsonius 21.12.2013
2. Jedem dieser
Randale-Deppen gehört lebenslanges globales Stadionverbot ausgesprochen und ein Gratis-Lehrgang in "zivilisiertes Benehmen". Ist schon eine Schande für Europa was da manche Gestalten an schlechtem Ruf produzieren.
aurichter 21.12.2013
3. Mit dem Hintergrund
dieser grauenvollen Attacke gegen einen Schiedsrichter und der angeblichen Betroffenheit in den Niederlanden. Vergleichbar mit der Betroffenheit nach Robert Enke - alles nur temporäre Lippenbekenntnisse, mit etwas Gras auf den Geschichten wird mit gleicher vehemenz weiter gemacht. Nichts gelernt.
roedaelefanten 21.12.2013
4. Fällt der Vereinsführung
nichts besseres ein als dieses lauwarmes Statement: "Was Tini und Cooky passiert ist, ist sehr traurig. Wir finden es schrecklich für sie und ihren Familien. Wir bedauern ihren Weggang." Bedingungsloser Rückhalt sieht anders aus! :-(
magoan 22.12.2013
5. optional
Das traurige daran ist, das diese Krawallhorden immer fast ungestraft davonkommen. Bei uns ist das eigentlich nicht anders, nicht nur beim Fußball. Dabei denke ich jetzt an die Hell Angels und andere organisierte Verbrecherbanden die ihr Unwesen treiben dürfen und der Normalbürger ist immer der Dumme oder besser Geschädigte. Kein Wunder wen viele verzweifelte Bürger unseren Rechtsstaat in Frage stellen.
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