Einigung mit dem DFB Löw bleibt bis 2014 Bundestrainer

Im Frühjahr 2010 standen die Zeichen schon auf Trennung. Doch die WM in Südafrika lief gut, Joachim Löw und der DFB einigten sich doch auf eine weitere Zusammenarbeit. Vor der EM 2012 wollte Löw eine ähnliche Hängepartie vermeiden - und verlängert vorzeitig seinen Vertrag.
Bundestrainer Löw: Beim DFB zufrieden

Bundestrainer Löw: Beim DFB zufrieden

Foto: AP

Hamburg - Bundestrainer Joachim Löw soll die deutsche Nationalmannschaft bis zur WM 2014 betreuen. Am Dienstag gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Löw um zwei Jahre bekannt. Zudem wurden auch die Verträge mit Co-Trainer Hansi Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke sowie Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff bis einschließlich zur WM 2014 verlängert.

"Wir glauben an die Qualität unserer Spieler und sehen für unser Team gute Perspektiven. Deshalb haben wir gerne das Angebot der DFB-Führung angenommen, vorzeitig zu verlängern", sagte Löw. Die Verhandlungen wurden laut Löw innerhalb weniger Tage abgeschlossen.

Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte bereits vor der Bekanntgabe eine vorzeitige Vertragsverlängerung begrüßt. "Aus meiner Sicht sollte Joachim Löw noch lange Bundestrainer bleiben. Er hat der Mannschaft seinen Stempel aufgedrückt", so Zwanziger.

Löw wollte mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung verhindern, dass die Verhandlungen mit dem Verband über seine Zukunft mitten in die Vorbereitungen auf das EM-Turnier fallen. "Ich glaube, dass man eine ähnliche Situation wie 2010 vermeiden will, als die Entscheidung erst nach der WM in Südafrika fiel. Damit konnten zwar alle Beteiligten umgehen, trotzdem war dieses Thema ständig präsent während des Turniers. Wie gesagt: Das möchten wir bei der EM 2012 vermeiden", sagte Löw der "Sport Bild".

Keine Doppelfunktion beim FC Bayern und beim DFB

Damit sind auch zuletzt aufgekommene Gerüchte über einen Wechsel von Löw zum FC Bayern München vom Tisch. Auch eine Doppelfunktion als Nationaltrainer und Bayern-Coach ist für den 51-Jährigen unvorstellbar. "Nein, das kommt für mich nie in Frage." Es sei zwar möglich, dass etwa Guus Hiddink den FC Chelsea und Russlands Nationalmannschaft für eine gewisse Zeit trainierte, im eigenen Land wäre das aber keine Option für Löw.

"DFB und Bayern, DFB und Dortmund oder DFB und Bremen ist nicht möglich, das würde mit den Interessen der Liga kollidieren. Ich würde mir auch nie vorwerfen lassen, eine gewisse Parteilichkeit zu haben für Spieler eines Vereins", sagte Löw.

Der bisherige Vertrag von Löw beim DFB wäre nach der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine ausgelaufen. Im Frühjahr 2010 waren die Verhandlungen über eine weitere Zusammenarbeit zunächst gescheitert, nachdem Zwanziger bereits eine Einigung verkündet und Bierhoff mit seinen Forderungen den Verband verärgert hatte. Danach galt das Verhältnis zwischen Löw und Zwanziger lange Zeit als angespannt.

Auch nach der WM 2010, die Deutschland auf dem dritten Platz abschloss, hatte Löw seine Zukunft beim DFB zunächst als "völlig offen" bezeichnet, schließlich aber seinen Vertrag bis 2012 verlängert.

Löw hatte das Amt des Bundestrainers nach der WM 2006, bei der er Assistent von Jürgen Klinsmann war, übernommen. Bei der EM 2008 führte er Deutschland ins Finale, das genau wie zwei Jahre später das WM-Halbfinale 0:1 gegen Spanien verlorenging. In 63 Länderspielen unter Löw gab es bislang 43 Siege, elf Unentschieden und neun Niederlagen.

Neben der Personalie Löw gab der DFB am Dienstag auch bekannt, dass der Vertrag mit Generalsekretär Wolfgang Niersbach bis 2016 verlängert wurde. Der frühere Pressesprecher des Verbandes übt das Amt seit 2007 aus.

ged/sid
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