Eintracht Frankfurt Skibbe raus, Daum übernimmt

Der Nächste bitte: Nach dem Hamburger SV, Schalke und Wolfsburg hat sich ein weiterer Club von seinem Trainer getrennt. Eintracht Frankfurt verzichtet künftig auf die Dienste von Michael Skibbe. Als Nachfolger wurde Christoph Daum verpflichtet.
Trainer Daum: Soll die Eintracht vor dem Abstieg bewahren

Trainer Daum: Soll die Eintracht vor dem Abstieg bewahren

Foto: MURAD SEZER/ REUTERS

Hamburg - Bundesligist Eintracht Frankfurt hat Chefcoach Michael Skibbe beurlaubt. Neuer Trainer wird Christoph Daum, der am Mittwoch sein erstes Training leitet. Dies gab der Club am Dienstagvormittag bekannt. Nach Angaben des Vereins soll Daum die Mannschaft vorerst bis zum Ende der laufenden Saison trainieren und den vierten Abstieg nach 1996, 2001 und 2004 verhindern. "Beide Seiten haben das Ziel, auch über den genannten Zeitraum hinaus zusammenzuarbeiten", hieß es.

Der 57-jährige Daum hatte im Sommer des vergangenen Jahres den türkischen Club Fenerbahce Istanbul verlassen und war seitdem beschäftigungslos. In der Bundesliga war er langjähriger Coach des 1. FC Köln, von Bayer Leverkusen und des VfB Stuttgart, den er 1992 zur deutschen Meisterschaft führte. Seine Kokain-Affäre im Jahr 2000 hatte Daum eine Anstellung als Bundestrainer gekostet. Anschließend verließ er Deutschland und betreute Clubs in der Türkei und Österreich. Erst 2006 kehrte er in die Bundesliga zurück, als er den 1. FC Köln übernahm. Dort blieb er bis 2009, ehe er erneut in die Türkei ging.

Der ehemalige DFB-Trainer Skibbe hatte seinen Vertrag erst in der Winterpause bis zum 30. Juni 2012 verlängert und war bis zuletzt optimistisch, noch eine Chance zu erhalten. "Davon gehe ich felsenfest aus. Heribert Bruchhagen hat mir nichts anderes gesagt", sagte der Coach am Dienstag in der "Bild"-Zeitung auf die Frage, ob er am übernächsten Sonntag in der Partie beim ebenfalls abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg weiter auf der Bank säße.

Nach Angaben des Clubs wurde Skibbe die Beurlaubung und Freistellung in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Die Mannschaft sei vom Vorstand ebenfalls darüber informiert worden.

"Ausschlaggebend für die Trennung war nach reiflicher Überlegung und intensiver Analyse die negative sportliche Entwicklung von Eintracht Frankfurt in den letzten Monaten", hieß es. Der Trainer hatte zuletzt auch an Respekt verloren nach einem Streit mit Ex-Kapitän Ioannis Amanatidis, als er den griechischen Stürmer aus dem Kader warf und ihn auf sanftes Drängen Bruchhagens hin wieder aufnahm.

Am vergangenen Samstag hatten die Hessen ihre Negativserie in der Rückrunde durch einen 2:1-Sieg gegen den FC St. Pauli beendet. Dennoch ist Frankfurt das schwächste Rückrundenteam und holte nur fünf Punkte aus zehn Spielen. Das Team steht derzeit auf dem 14. Tabellenplatz und hat nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Skibbes Ende bei der Eintracht ist bereits die zehnte Trainerentlassung in dieser turbulenten Saison.

jar/sid