Europa League Frankfurt verpasst vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde

Die Europa League war bislang der Wohlfühl-Wettbewerb für Frankfurt. Doch nun hat sich die Krise von der Bundesliga auf die internationale Bühne ausgeweitet. Mit der Niederlage in Tel Aviv verpasste es die Eintracht, sich vorzeitig für die K.o.-Phase zu qualifizieren.

Frankfurt-Profi Russ (M.): Niederlage in Tel Aviv
AP/dpa

Frankfurt-Profi Russ (M.): Niederlage in Tel Aviv


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Hamburg - Die knapp 1500 mitgereisten Fans von Eintracht Frankfurt trauten ihren Augen kaum. Sie hatten ein Fußball-Fest und das vorzeitige Erreichen der K.o.-Runde ihres Teams erwartet - schließlich hätte ein Punktgewinn bei Außenseiter Maccabi Tel Aviv für das Weiterkommen in der Europa League gereicht. Was sie dann aber mehr als eine Stunde lang mit ansehen mussten, erinnerte an den tristen Alltag in der Bundesliga - zu allem Überfluss endete eine bemerkenswerte Aufholjagd erfolglos.

Nach den deutlichen Siegen gegen Girondins Bordeaux, bei Apoel Nikosia und im Heimspiel gegen Maccabi hat das Team von Trainer Armin Veh in Israel nach einer über weite Strecken schwachen Leistung 2:4 (0:3) verloren. Eran Zahavi (14. Minute, 90.+4, Foulelfmeter) und Barak Itzhaki (30., 35.) trafen früh für die Mannschaft aus Tel Aviv, Srdjan Lakic (63.) und Alexander Meier (67., Handelfmeter) erzielten die Treffer für die Frankfurter.

Zahlreiche Personalwechsel - Katastrophale 45 Minuten

"Wir standen in der ersten Halbzeit neben den Schuhen. Es gibt kein Spiel, dass wir so angehen können, wie wir es hier getan haben. Mit einer solchen Einstellung brauchen wir in der Bundesliga gar nicht antreten", sagte Trainer Veh nach der Partie. "In der zweiten Halbzeit haben wir dann ein anderes Gesicht gezeigt und zurückgefightet."

Nach zuletzt sechs sieglosen Partien in der Bundesliga und dem Abrutschen auf Platz 15 hat die Eintracht-Krise nun also auch die Europa League erreicht, auch wenn Veh nicht seine beste Elf ins Rennen geschickt hatte: Sebastian Rode, der verletzte Kapitän Sebastian Jung sowie die grippekranken Tranquillo Barnetta und Martin Lanig standen nicht im Kader, Vaclav Kadlec und Bastian Oczipka saßen zunächst auf der Bank.

Drei Gegentore in rund 20 Minuten

Doch auch diese personellen Veränderungen können keine Ausrede für die desaströse Leistung vor allem in den ersten 45 Minuten sein. Zwei halbwegs gefährliche Schüsse von Johannes Flum (25.) und Srdjan Lakic (41.) waren die einzig erwähnenswerten Szenen der Eintracht vor der Pause. Ganz anders die Israelis, die aggressiv verteidigten, zahlreiche Chancen herausspielten und schon in der ersten Hälfte dreimal trafen.

Das erste Europa-League-Gegentor der Frankfurter resultierte aus einem hohen Ball in den Strafraum, bei dem Verteidiger Anderson keine gute Figur im Luftkampf mit Zahavi machte. Der Ball fiel dem Maccabi-Profi vor die Füße, und der ließ sich die Chance zur frühen Führung nicht entgehen. Auch das 0:2 folgte einem hohen Ball: Eine Flanke aus dem linken Halbfeld versenkte Itzhaki mit einem wuchtigen Kopfball. Fünf Minuten später erhöhte er aus knapp zwölf Metern frech mit einem sehenswerten Lupfer.

Lakic und Meier machen es wieder spannend

Nach dem Wechsel gab Trainer Veh noch einmal den gleichen elf Spielern die Chance auf Rehabilitation. Und tatsächlich gelang es Frankfurt, die Partie ausgeglichen zu gestalten. Startschuss für die Aufholjagd war der Treffer zum 1:3 von Lakic, der nach einer Flanke von Stephan Schröck per Kopf abschließen konnte. Maccabi-Torwart Juan Pablo machte bei seinem Abwehrversuch allerdings keine gute Figur.

Nur zwei Minuten später war Aigner nach einem hohen Anspiel durch, doch Tel Avivs Verteidiger Nikola Mitrovic klärte per Handspiel. Den fälligen Strafstoß verwandelte Meier souverän. Plötzlich fehlte der Eintracht nur noch ein Treffer für die K.o.-Runde. Frankfurt versuchte alles, spielte sich auch in der spannenden Schlussphase gute Chancen heraus, schaffte den Ausgleich aber nicht mehr. Im Gegenteil: In der Nachspielzeit bekamen die Gastgeber noch einen strittigen Handelfmeter zugesprochen, den Zahavi frech zum 4:2-Endstand verwandelte.

Frankfurt bleibt durch die Niederlage nach vier von sechs Gruppenspielen an der Tabellenspitze (9 Punkte), Maccabi (7) folgt vor Apoel Nikosia (4), das sein Heimspiel gegen Girondins Bordeaux (3) 2:1 gewinnen konnte. Am nächsten Spieltag (28. November) hat die Eintracht in Bordeaux die nächste Chance, mit einem Punktgewinn die Runde der letzten 32 einzuziehen.

Maccabi Tel Aviv - Eintracht Frankfurt 4:2 (3:0)
1:0 Zahavi (14.)
2:0 Itzhaki (30.)
3:0 Itzhaki (35.)
3:1 Lakic (63.)
3:2 Meier (67., Handelfmeter)
4:2 Zahavi (90.+4, Handelfmeter)
Tel Aviv: Juan Pablo - Yeini, Tibi, Garcia, Ben Harush - Zahavi - Mitrovic, Einbinder - Altman (64. Margulies), Itzhaki (71. Radi) - Dabbur (83. Prica)
Frankfurt: Trapp - Schröck, Zambrano, Anderson, Djakpa (86. Oczipka) - Russ, Flum - Aigner (67. Kadlec), Meier, Inui - Lakic (78. Joselu)
Schiedsrichter: Gumienny (Belgien)
Zuschauer: 13.232
Gelbe Karten: Garcia (2), Yeini, Ben Harush - Zambrano (2), Lakic

tpr

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