Derby in Darmstadt Frankfurt-Fan klagt gegen Sperrzone

Ein Fan von Eintracht Frankfurt wehrt sich vor Gericht gegen die Sperrzone für Gästefans beim Auswärtsspiel gegen Darmstadt 98. Fanvertreter halten die Maßnahme für unrechtmäßig.

Brennende Darmstadt 98-Fahnen
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Brennende Darmstadt 98-Fahnen


Beim Verwaltungsgericht in Darmstadt ist ein Eilantrag gegen das Aufenthaltsverbot von Frankfurter Fußballfans am Wochenende in der Darmstädter Innenstadt eingegangen. Dies bestätigte Jürgen Gasper, der Sprecher der Behörde, dem Hessischen Rundfunk. Die örtliche Kanzlei Lankau habe einen Antrag eingereicht, der allen formalen Ansprüchen entsprach. "Wir vertreten einen Eintracht-Fan, der in Darmstadt wohnt, einen verheirateten Familienvater", sagte Anwalt Tobias Timo Weitz.

Die Darmstädter Stadtverwaltung hatte neben dem Stadion auch die Innenstadt aus Angst vor Randale für alle Gästefans beim nächsten Spiel zur Sperrzone erklärt. Für die Frankfurter Anhänger gelte 36 Stunden lang "ein Aufenthaltsverbot für die erweiterte Darmstädter Innenstadt", sagte der zuständige Polizeieinsatzleiter. Grund für die außergewöhnlich strikten Maßnahmen waren Ausschreitungen im Hinspiel.

Damals hatten Eintracht-Zuschauer Schals und Fahnen des Aufsteigers verbrannt. Zudem wurden Knallkörper auf das Feld geworfen. Der Schiedsrichter musste das Spiel kurzzeitig unterbrechen. Nach der Partie, die Darmstadt 1:0 gewann, drängten vermummte Anhänger in den Innenraum.

Gegen das Aufenthaltsverbot gibt es massiven Widerstand bei den Fans der Eintracht. Vertreter der Frankfurter Fanorganisation Nordwestkurve schreiben in einer Stellungnahme, die Maßnahme sei "unverhältnismäßig und mit rechtstaatlichen Prinzipien nicht vereinbar". Ein weiterer Antrag ist von der Frankfurter Anwältin Waltraud Verleih angekündigt, die den 40 000 Mitglieder starken Fanclubverband der Eintracht vertritt. Zu der Klage des Familienvaters aus Darmstadt hat das Verwaltungsgericht die Stadt nun um eine Stellungnahme gebeten. Nach Angaben von Gasper könnte die Entscheidung noch am Donnerstag fallen.

rea/dpa



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aha47 28.04.2016
1. Gut so.
Eintracht-Frankfurt-Fans sind nunmal bundesweit für ihre Agression bekannt und berüchtigt. Wo ist jetzt das Problem?
Mr Bounz 28.04.2016
2.
Die Frankfurter Fans sind aeit Jahr und Tag ein unberechenbarer, brutaler, gewaltbereiter Mob! Es ist mehr als verständlich das jeder Versuch unternommen wird die aus der Stadt raus zu halten. Selbst jetzt hört man schon Drohungen der Fans bei Radiointerviews.
miss_moffett 28.04.2016
3.
Ich finde die Klage gerechtfertigt. Sollte die Sperrzone bleiben könnten sich die Fans ja nur mehr gegenseitig verprügeln oder müssten - im schlimmsten Fall - das Spiel geobachten! Grauenvoll ...
sean100 28.04.2016
4. Selbst Schuld!
Betrachtet man das Hinspiel, ist diese Maßnahme mehr als gerechtfertigt. Da gibt es nichts zu verharmlosen. Es sollte jedem klar sein was passiert, sollte die Eintracht verlieren und alle anderen Ergebnisse laufen fatal für ihren 1. Ligaverbleib! Das Hinspiel zeigte wohl zweifellos, das jegliche Vernunft dann auf der Strecke bleiben wird. Und da müssen sich die Eintracht Fans wohl selbst an die Nase greifen. Wer Chaoten und deren gefährliches Verhalten in den eigenen Reihen duldet, sollte nicht jammern, wenn dies Folgen hat.
moellp 28.04.2016
5. Soll er doch...
klagen, er kann sich sogar beklagen. Wenn die Maßnahme durch das Gericht als unverhältnismäßig beurteilt wird, um so besser für den Fan. Wenn nicht, muss er damit auch leben. Fankultur, nicht über eine Kamm scheren bla, bla, bla. Sorry, aber das ist Gejammer auf ganz hohem Niveau. Wer will denn schon diese ganze Fußballrandale und dieses kindische Getue - von wegen: mein Verein ist besser - dieser ganze Stuss. Ich hoffe, das Betretungsverbot wird durchgezogen.
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