Derby in Darmstadt Frankfurt-Fan klagt gegen Sperrzone

Ein Fan von Eintracht Frankfurt wehrt sich vor Gericht gegen die Sperrzone für Gästefans beim Auswärtsspiel gegen Darmstadt 98. Fanvertreter halten die Maßnahme für unrechtmäßig.
Brennende Darmstadt 98-Fahnen

Brennende Darmstadt 98-Fahnen

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Beim Verwaltungsgericht in Darmstadt ist ein Eilantrag gegen das Aufenthaltsverbot von Frankfurter Fußballfans am Wochenende in der Darmstädter Innenstadt eingegangen. Dies bestätigte Jürgen Gasper, der Sprecher der Behörde, dem Hessischen Rundfunk. Die örtliche Kanzlei Lankau habe einen Antrag eingereicht, der allen formalen Ansprüchen entsprach. "Wir vertreten einen Eintracht-Fan, der in Darmstadt wohnt, einen verheirateten Familienvater", sagte Anwalt Tobias Timo Weitz.

Die Darmstädter Stadtverwaltung hatte neben dem Stadion auch die Innenstadt aus Angst vor Randale für alle Gästefans beim nächsten Spiel zur Sperrzone erklärt. Für die Frankfurter Anhänger gelte 36 Stunden lang "ein Aufenthaltsverbot für die erweiterte Darmstädter Innenstadt", sagte der zuständige Polizeieinsatzleiter. Grund für die außergewöhnlich strikten Maßnahmen waren Ausschreitungen im Hinspiel.

Damals hatten Eintracht-Zuschauer Schals und Fahnen des Aufsteigers verbrannt. Zudem wurden Knallkörper auf das Feld geworfen. Der Schiedsrichter musste das Spiel kurzzeitig unterbrechen. Nach der Partie, die Darmstadt 1:0 gewann, drängten vermummte Anhänger in den Innenraum.

Gegen das Aufenthaltsverbot gibt es massiven Widerstand bei den Fans der Eintracht. Vertreter der Frankfurter Fanorganisation Nordwestkurve  schreiben in einer Stellungnahme, die Maßnahme sei "unverhältnismäßig und mit rechtstaatlichen Prinzipien nicht vereinbar". Ein weiterer Antrag ist von der Frankfurter Anwältin Waltraud Verleih angekündigt, die den 40 000 Mitglieder starken Fanclubverband der Eintracht  vertritt. Zu der Klage des Familienvaters aus Darmstadt hat das Verwaltungsgericht die Stadt nun um eine Stellungnahme gebeten. Nach Angaben von Gasper könnte die Entscheidung noch am Donnerstag fallen.

rea/dpa
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