Pressestimmen zu Frankfurts Europa-League-Aus "Die tapfere Eintracht"

"Full English" werden beide Finalspiele im Europapokal sein. Auch wenn "dieses wunderbare Eintracht-Frankfurt-Team" fast Spielverderber geworden wäre: Die internationale Presse über einen "Krimi sondergleichen".

Gemischte Gefühle bei den Frankfurter Spielern
WILL OLIVER/EPA-EFE/REX

Gemischte Gefühle bei den Frankfurter Spielern


GROSSBRITANNIEN:

"The Guardian": "Der Ausgang der Partie passte nicht so recht zu dem Abend des Eden Hazard. Es war ein chaotisches Spiel, dem es so sehr an dem Drama von Liverpools unfassbarem Sieg über Barcelona oder Tottenhams verrücktem Gegenangriff in Amsterdam fehlte. Es gab zu viel Zetern und Zaudern und zu wenig Qualität, ehe das Elfmeterschießen etwas Spannung in die Handlung brachte."

"The Daily Mail": "Full English! Alle vier europäischen Finalisten kommen aus der Premier League. England ist das erste Land, das im selben Jahr alle vier Endspielteilnehmer des Uefa-Flaggschiff-Klubwettbewerbs stellt. London ist zudem die erste Stadt, die drei Teams im selben Jahr im Finale hat."

"The Sun": "Am Donnerstagabend ist Geschichte geschrieben worden. Erstmals haben es vier Premier-League-Clubs in die zwei großen Endspiele in Europa geschafft. Englische Teams haben die Saison 2018/2019 auf dem Kontinent dominiert."

The Daily Mirror: "Arsenal und Chelsea haben das Full House der Dominanz der Premier League in Europa komplett gemacht."

"The Telegraph": "Eden Hazard lieferte für Chelsea gegen ein zähes Frankfurt. Er würde, die ganze Stamford Bridge wusste das, niemals verschießen. Hazard wird womöglich nie wieder in einer Partie im Heimtrikot an der Stamford Bridge einen Ball treten. Wenn man sich auf einen Mann verlassen konnte, um ein Halbfinale im Elfmeterschießen zu entscheiden, dann aber auf diesen Elfmeterkiller par excellence. Es war 22.48 Uhr und die Nerven dieses wunderbaren Eintracht-Frankfurt-Teams waren schließlich dahin."

"The Independent": "Nach all dem Negativen in dieser Saison sorgte Hazard, der möglicherweise vor seinem Abgang steht, für wilde Szenen der Erleichterung. Diese turbulente Saison könnte doch noch ruhmvoll enden."

Für Eden Hazard könnte es der letzte Auftritt an der Stamford Bridge gewesen sein
Hannah Mckay / REUTERS

Für Eden Hazard könnte es der letzte Auftritt an der Stamford Bridge gewesen sein

SPANIEN

"El País": "In mehr als 60 Jahren europäischer Fußballwettbewerbe ist es noch nie passiert, dass ein Land beide Endspiele besetzt. Bis jetzt. Zum Finale in der Champions League zwischen Liverpool und Tottenham kommt das Endspiel in der Europa League zwischen Arsenal und Chelsea hinzu. Im Jahr des Brexits spielen vier englische Teams um die kontinentalen Titel. So etwas hat man noch nie gesehen."

"El Mundo": "Die tapfere Eintracht aus Frankfurt hätte die neue Ära der britischen Dominanz fast verhindert. Aber es war nicht ihr Tag, sondern der Tag von Torhüter Kepa."

"As": "Nach den Jahren unserer (der spanischen) Dominanz beansprucht die Premier League nun mit diesem großartigen Poker ihren Platz."

"Marca": "Im letzten Jahrzehnt hatte sich die Premier League daran gewöhnt, in der Champions League Enttäuschungen zu sammeln. Es gab einen Brexit nach dem anderen, ausgenommen Chelseas Trophäe 2012 und Liverpools Endspielteilnahme im vergangenen Jahr. Der 'football' hatte sich von der Elite Europas entfernt, verschlungen von der Dominanz der 'La Liga'. Nun hat die Premier League rebelliert."

"El Mundo Deportivo": "Englische Hegemonie in Europa. Erstmals kommen mit Liverpool, Tottenham, Chelsea und Arsenal alle Finalisten aus derselben Liga. Dagegen steht erstmals seit 2013 kein spanisches Team in einem Endspiel."

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Chelseas Sieg nach Elfmeterschießen: Hazard trifft Frankfurt ins Herz

ITALIEN

"La Repubblica": "Wie in der Champions League gibt es auch in der Europa League ein rein englisches Finale. Im Elfmeterschießen haben Sarris Männer den Widerstand der Eintracht gebrochen. Es ist das erste Mal, dass sich vier Teams aus demselben Land für das Endspiel der beiden Europapokale qualifiziert haben."

"Corriere dello Sport": "Chelsea hat die Träume der Eintracht zunichte gemacht und Sarri das erste europäische Finale seiner Karriere geschenkt. Der Klub rundet damit das dominierende Bild der Premier League in Europa ab."

SCHWEIZ

"Blick": "Chelsea bezwingt Frankfurt im Penalty-Krimi. Nach der Königsklasse kommt es auch in der Europa League zu einem rein englischen Final. Während Chelsea die Eintracht bezwingt, gewinnt Arsenal auswärts gegen Valencia."

"Tagesanzeiger": "Tea Time auch im Final der Europa League. Arsenal und Chelsea gewinnen ihre Halbfinal-Rückspiele. Damit kommt es am 29. Mai zu einem Londoner Derby. Chelsea besiegte mit höchster Mühe Eintracht Frankfurt. Die Entscheidung in London fiel nach einem 1:1 nach Verlängerung erst im Penaltyschießen, in dem Frankfurt sogar noch in Führung ging. England hat noch nie alle vier Finalisten gestellt, und auch keiner anderen großen Fußballnation ist dies jemals gelungen."

David Luiz (l.) kämpft mit Luka Jovic um den Ball
Clive Mason / Getty Images

David Luiz (l.) kämpft mit Luka Jovic um den Ball

ÖSTERREICH

"Kronen Zeitung": "Es war ein Krimi sondergleichen, ein hochklassiges Duell zweier ebenbürtiger Teams, von denen keines das Aus verdient gehabt hätte - und doch steht nun der FC Chelsea im Europa-League-Finale und nicht Adi Hütters Eintracht Frankfurt! Die Reise von Frankfurt durch Europa endete also dramatisch. Dabei hatten die Hessen Chelsea vorher alles abverlangt. Das Team von Trainer Maurizio Sarri war zunächst aber die bessere Elf."

"Kurier": "Auch in der Europa League gibt es ein rein englisches Finale. Während sich Arsenal gegen Valencia im Halbfinale souverän durchsetzte und dem 3:1-Heimsieg ein 4:2 in Spanien folgen ließ, musste bei Chelsea gegen Eintracht Frankfurt nach zwei 1:1-Remis das Elferschießen entscheiden. Die Londoner gewannen daheim mit 4:3. Für Frankfurt scheiterte ÖFB-Nationalspieler Martin Hinteregger nach einer starken Partie mit dem vierten Penalty, danach vergab auch noch Gonçalo Paciência für die Deutschen, ehe der Belgier Eden Hazard Chelsea jubeln ließ."

tip/dpa



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jack14 10.05.2019
1. Industriezweig
FUSSBALL ist ein Geschäft. Es gehört zur Unterhaltungsindustrie und setzt Milliarden um. Deutschland muss sich überlegen, ob es da in erster Riege mitspielen will. Und das geht glaube nur, mit einer Abschaffung der 50 + 1 Regel. solange die international aufgestellten Regeln trickreich umgangen werden, macht alles andere keinen Sinn. Dann lieber freier Wettbewerb. Und das Gerede von den sogenannten Traditionsclubs kann ich langsam auch nicht mal hören. Vielleicht wird ja auch wieder die Bundesliga spannender, indem neu gemischt wird und die Dominanz der Bayern nicht mehr ganz so gravierend bleibt.
kranich16 10.05.2019
2. Die internationale Presse
Redet nur von zwei englischen Finals. Warum können sie nicht einmal von einem großartigen Fußballabend schreiben und den Spielern nach dem unglaublichen Fight den Respekt zollen, den sie verdient haben?
wi_hartmann@t-online.de 10.05.2019
3. Bundesliga
Im internationalen Geschäft rutschen die deutschen Klubs weiter ab. Weil Nachwuchs aus eigenen Reihen nicht die nötige Förderung erfuhr, wurden meist zweitklassige Profis aus dem Ausland ein- gekauft um zum Erfolg zu kommen, ein Trugschluss. Die Hochkaräter spielen in Spanien oder England die für viel Ölgeld von Scheich eingekauft wurden und werden.
Crom 10.05.2019
4.
Zitat von wi_hartmann@t-online.deIm internationalen Geschäft rutschen die deutschen Klubs weiter ab. Weil Nachwuchs aus eigenen Reihen nicht die nötige Förderung erfuhr, wurden meist zweitklassige Profis aus dem Ausland ein- gekauft um zum Erfolg zu kommen, ein Trugschluss. Die Hochkaräter spielen in Spanien oder England die für viel Ölgeld von Scheich eingekauft wurden und werden.
Ich kann kein Abrutschen feststellen. In der Fünfjahreswertung liegt Deutschland auf Rang 4 und in diese Spielzeit war man 3 mit einer durchschnittlichen Punktzahl wie in den letzten Jahren. Wo sehen Sie also ein Abrutschen? Dortmund und Bayern sind jeweils gegen die späteren Finalisten ausgeschieden.
d.oldendorf 10.05.2019
5. Kompliment an die Eintracht
Auch als mässig am Fussball Interessierten kann es einen echt freuen, wie das Frankfurter Team nach vielen Jahren des Dahindümpelns im Moment dasteht. Die Niederlage gestern abend war letztendlich ein Riesen-Pech, aber wenn diese tolle Mannschaft so zusammenbleibt und nicht wieder die Perlen von anderen rausgekauft werden, wird Frankfurt auch nächste Saison ordentlich punkten. Jetzt gilt es unbedingt, im Saisonendspurt die Teilnahme an CL oder EL nicht noch zu verdödeln!
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