Frankfurts Profi Varela über Tattoo-Sperre "Nur ich wurde ans Kreuz genagelt"

Eine Tätowierung zur Unzeit kostete ihn die Teilnahme am Pokalendspiel: Frankfurts suspendierter Abwehrspieler Varela kann die Strafe nicht nachvollziehen - und will sich wehren.

Frankfurts Guillermo Varela
Bongarts/Getty Images

Frankfurts Guillermo Varela


Eintracht Frankfurts Fußballprofi Guillermo Varela will sich gegen seine Tattoo-Strafe wehren. "Mein Name wird besudelt", sagte Varela der "Süddeutschen Zeitung" vor dem DFB-Pokal-Finale der Eintracht gegen Borussia Dortmund (20.00 Uhr/High-Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: ARD und Sky). Er prüfe rechtliche Schritte.

Der Abwehrspieler hatte sich entgegen einer Anweisung von Trainer Niko Kovac und des Rats der Ärzte am Montag ein Tattoo stechen lassen, das sich im Anschluss entzündete. Am Mittwoch reagierte die Eintracht und sprach die Suspendierung aus.

"Ich frage mich, was Real Madrid mit Sergio Ramos machen müsste. Der tätowiert sich jede Woche", sagte Varela: "Ich kann mir nicht erklären, warum man mich so hart bestraft. Zudem bin ich nicht der einzige Eintracht-Profi, der sich vor dem Finale ein Tattoo hat stechen lassen. Aber nur ich wurde ans Kreuz genagelt, als ob ich gegen den Trainer handgreiflich geworden wäre oder mir sonst etwas geleistet hätte."

Laut "Süddeutscher Zeitung" muss Varela eine Vertragsstrafe in Höhe von 70.000 Euro leisten. Der Betrag liege im Bereich eines Monatsgehalts. Die Suspendierung des Leihspielers von Manchester United gilt bis Ende Mai.

"Dieses Verhalten ist grob fahrlässig und schadet der ganzen Mannschaft. Guillermos Weg bei der Eintracht ist mit dieser Aktion beendet. Der Klub kann es nicht dulden, dass sich ein Spieler vor so einem wichtigen Spiel den Anweisungen des Trainers und der Ärzte widersetzt", begründete Sportvorstand Fredi Bobic die Strafe und schloss eine Leihverlängerung mit dem 24-Jährigen aus.

jan/sid

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insgesamt 50 Beiträge
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dieter 4711 27.05.2017
1. In welchen Zeiten leben wir?
DANN SOLL ER ZUERST ANGEBEN; welche Spieler sich vor dem Finale hat noch stechen lassenß Es ist sowieso eine Unsitte, vorallem weil die Spieler ihre Gemälde erst schwer wieder wegbekommen. Da die Eintracht sowieso verlieren wird, es ist völlig egal, ob dieser nicht öfters eingesetzte Spieler spielt oder nicht. In welchen Zeiten leben wir dann?
davornestehtneampel 27.05.2017
2.
Mal eher nicht so die hellste Kerze auf der Torte...
widower+2 27.05.2017
3. Mimimi
Er hat sich eindeutigen Anweisungen seines Arbeitgebers wiedersetzt, die nicht nur dessen Interessen, sondern auch seine eigenen Interessen dienen sollten. Wenn er das nicht einsieht, fehlt es ihm eindeutig an geistiger Reife.
timm10 27.05.2017
4.
Varela sagte, andere Profis von der SGE hätten sich auch tätowieren lassen. Wäre interessant zu wissen, was da dran ist und wer das dann gewesen sein soll.
Geographus 27.05.2017
5. ...
Vieleicht hat das Ärzteteam von RM keine Probleme mit Tattos, aber das ist auch nicht relevant, Frankfurt ist eben nicht Madrid. Wenn man sich gegen die Anweisung von Trainer und Ärzten zu so etwas entscheidet muss man sich nicht wundern. Sollte sich jedoch herausstellen das bei andere Profis des Vereins in so einer Situation anders gehandelt wurde, was Varela ja behauptet, dann ist sein Ärger und die Beschreitung des Rechtsweges durchaus nachvollziehbar.
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