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Eintracht-Trainer Daum "Wir wollen die Saison neu starten"

Für Christoph Daum ist Eintracht Frankfurt ein Verein mit großem Potenzial. Der Bundesliga-Rückkehrer will mit der Eintracht langfristig international spielen. An einen möglichen Abstieg werde dagegen "kein Gedanke verschwendet".

Frage: Herr Daum, Sie übernehmen ab sofort als Trainer das Kommando bei Eintracht Frankfurt. Was haben Sie zuletzt gemacht?

Christoph Daum: Ich habe die letzten Monate genutzt, um mich weiter- und fortzubilden. Ich war drei Wochen in England und einige Wochen in Südamerika, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Ich wollte aber eigentlich erst in der nächsten Spielzeit wieder einsteigen.

Frage: Was gab den Ausschlag zu Gunsten der Eintracht?

Daum: Es gab Anfragen aus dem Ausland, aber die Bundesliga war mein Ziel. Das Potenzial und die Perspektive in Frankfurt sind großartig. Ich hoffe, ich kann diesem Traditionsverein in der angespannten Lage helfen und dann national wieder an den Spitzenbereich anknüpfen. Irgendwann wollen wir dann auch das internationale Flair zurückholen. Das sind Zukunftsvisionen, aber Visionen schaffen Fakten.

Frage: Was ist Ihre wichtigste Aufgabe in den kommenden Tagen?

Daum: Es geht jetzt 25 Stunden am Tag um die Eintracht. Das Wichtigste ist, dass wir so schnell wie möglich den Klassenerhalt schaffen, damit wir Planungssicherheit haben. Ich gehe hochmotiviert an die Aufgabe heran. Ich werde versuchen, meine Fachkompetenz und meine ganze Leidenschaft auf die Mannschaft zu übertragen. Jeder in der Region soll stolz sein, wenn er von diesem Verein spricht. Und jeder Spieler soll stolz sein, wenn er das Eintracht-Trikot tragen darf.

Frage: In Ihrer Zeit in Köln galten sie als Messias...

Daum: Nur hinkommen, die Hand auflegen, und der Erfolg stellt sich von allein ein - so geht es nicht. Es geht um den Verein und darum, der Mannschaft in allen Bereichen zu helfen. Die Mannschaft steht mir wegen der Länderspielpause nicht komplett zur Verfügung. Mit dem Teil, der da ist, werde ich intensiv arbeiten. Der Kopf spielt im Fußball eine wichtige Rolle. Wenn er funktioniert, ist der Kopf wie ein drittes Bein. Wir wollen die Saison neu starten. Wir wollen möglichst schnell die Spitzenpostition in der Tabelle der letzten sieben Spiele erobern.

Frage: Wie gut kennen Sie Ihre neue Mannschaft?

Daum: Es ist lange her, dass ich die Eintracht das letzte Mal live gesehen habe. Da war ich noch Trainer in Köln, und wir haben gegen Frankfurt gespielt. Ich habe die meisten Spiele im Fernsehen gesehen. Ich kenne die Mannschaft also nicht gut. Ich werde in den kommenden Tagen mit allen Spielern sprechen und mir ein Bild machen. Jeder Spieler soll merken, dass wir bei Null anfangen.

Frage: Werden Sie nach Frankfurt ziehen oder von Köln aus pendeln?

Daum: Ich werde hier sein und erstmal im Hotel wohnen. Es ist wichtig, Präsenz zu zeigen. Da muss auch die Familie zurückstecken. Ich habe zuhause Bilder aufgestellt, die können sie sich anschauen. Am Sonntag fahre ich vielleicht zum Kaffee nach Hause, um zu zeigen, dass ich noch existiere.

Frage: Wie wichtig ist das erste Spiel unter Ihrer Regie beim VfL Wolfsburg?

Daum: Dieses Spiel gibt uns gleich die Möglichkeit, uns zu positionieren. Ich konzentriere mich darauf, gleich die Punkte zu holen. Wir wollen den Abstand zu Wolfsburg wahren.

Frage: Sie gelten als Motivationskünstler. Was haben Sie sich für die Eintracht einfallen lassen, und was wird beim ersten Training im Mittelpunkt stehen?

Daum: Es wird keine magischen Zirkel und keinen Voodoo geben. Wir wollen versuchen, bei den Spielern mögliche Blockaden zu überwinden. Beim ersten Training wird der Ball im Mittelpunkt stehen. Der Ball ist die beste Medizin für alles.

Frage: Werden Sie im Fall des Abstiegs auch mit der Eintracht in die Zweite Liga gehen?

Daum: Ich verschwende keine Sekunde einen Gedanken daran, dass wir es nicht schaffen. Ich will keine Probleme herbeireden.

Aufgezeichnet von Alexander Sarter, sid
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