Eklat in der Nationalmannschaft Löw wirft Kuranyi aus dem Team

Schnelle Reaktion: Joachim Löw wird Kevin Kuranyi nicht mehr für die Nationalmannschaft nominieren. Der Schalker war in der Halbzeitpause des Spiels gegen Russland aus dem Stadion verschwunden - später holten Freunde die persönlichen Gegenstände des Stürmers aus dem DFB-Quartier ab.


Hamburg - Kevin Kuranyi wird unter Trainer Joachim Löw nicht mehr in der deutschen Nationalmannschaft spielen. "So wie Kevin gestern reagiert hat, kann ich das nicht akzeptieren und werde ihn deshalb in Zukunft nicht mehr für die Nationalmannschaft nominieren", sagte Löw.

Bundestrainer Löw (l.) und Stürmer Kuranyi: "Nicht akzeptabel"
DPA

Bundestrainer Löw (l.) und Stürmer Kuranyi: "Nicht akzeptabel"

Nach Informationen der dpa ist die Entscheidung der sportlichen Leitung noch in der Nacht zum Sonntag nach kurzer Diskussion gefallen. Kuranyis Verein Schalke 04 ist umgehend über den Rauswurf informiert worden.

Auslöser war die eigenmächtige Abreise von Kuranyi noch während des WM-Qualifikationsspiels gegen Russland (2:1). "Ich kann seine Enttäuschung verstehen, aber die Reaktion, die dann am Abend passiert ist, ist nicht akzeptabel und verständlich. Wir sind hier derzeit bei der Nationalmannschaft 20 Top-Leute und da werden wir Trainer immer wieder aufs Neue harte Entscheidungen treffen müssen", betonte Löw. Kuranyi war für den 18-Mann-Kader des WM-Qualifikationsspiels nicht nominiert worden.

Der 26-Jährige hatte die erste Halbzeit der Partie noch gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Jermaine Jones auf der Tribüne verfolgt, war aber anschließend ohne Abmeldung verschwunden. Zudem soll er laut eines Zeitungsberichts seinen Rücktritt verkündet haben.

Später tauchten dann Freunde des Profis im DFB-Quartier in Düsseldorf auf, um die persönlichen Sachen des Angreifers abzuholen.

Kuranyis Berater Roger Wittmann bestätigte am Sonntag die gezielte Aktion des Angreifers. "Er hat entschieden, was er für sich selbst als richtig empfindet, zu sagen, ich gehe nach Hause", erklärte Wittmann im DSF. Man hätte es zwar besser machen können, räumte der Berater ein. "Aber der Mensch Kevin Kuranyi spielt auch eine Rolle - und der hat so entschieden."

jok/sid/dpa

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