Eklat in Glasgow Polizeiaktion empört den HSV

Es sollte eine Feier werden, doch es endete in einem handfesten Skandal. Nach dem Sieg in Glasgow wollten die HSV-Spieler mit den Fans in der Kurve feiern. Doch schottische Ordner hatten etwas dagegen. Die HSV-Spieler ließen sich jedoch nicht aus dem Innenraum drängen.

dpa

Hamburg - Eigentlich war der Abend aus Hamburger Sicht bis zum Schlusspfiff perfekt verlaufen. Der Bundesligist hatte soeben Celtic Glasgow 1:0 besiegt und damit einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale der Europa League getan. Doch anschließend erhitzten sich die Gemüter. Als sich die Spieler bei den rund 2500 mitgereisten Fans bedanken wollten, hinderten die Sicherheitskräfte des Stadions sie daran. Mit ausgebreiteten Armen verhinderten sie ein Durchkommen der HSV-Profis zur Fankurve der eigenen Anhänger.

"Da fehlte das Feingefühl", sagte Coach Bruno Labbadia, der sich bei einigen Reportern über das Gebaren der Stewards beschwerte. Nachdem wort- und gestenreiche Proteste nichts einbrachten, zogen die Spieler das Jubelritual durch und setzten sich wie gewohnt an die Eckfahne vor die Gästekurve, um mit den Fans zu feiern.

Weil sich die Spieler nicht von der Eckfahne wegbewegten, kam die Polizei hinzu, mit der Torwart Frank Rost und Trainer Bruno Labbadia aufgebracht diskutierten."Die Polizisten sagte mir, dass sie bei der Uefa einen Bericht erstatten werden - das zeigt mangelnden Respekt", so Labbadia, der kein Verständnis für die Aktion hatte: "2500 Fans sind mit uns gereist, und uns wird gesagt, dass wir nicht zu ihnen dürfen. Ich wünschte, das wäre so nicht passiert", so der Hamburger Coach. "Wir haben ja verstanden, dass wir nicht ganz zur Fankurve gehen durften, aber dann haben sie uns noch gedroht, weil einige Spieler auf dem Rasen gesessen haben."

"Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir stolz sein können"

Immerhin, durch den Erfolg gegen Celtic hat der Hamburger SV sechs Punkte und ist damit gleichauf mit Tabellenführer Hapoel Tel Aviv. "Wir haben uns heute eine sehr, sehr gute Ausgangsposition geschaffen", bilanzierte Labbadia. "Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir stolz sein können, so eng zusammengerückt zu sein, denn man hat uns schon abgeschrieben nach den Verletzungen, es wurde von Untergangsstimmung geschrieben."

Stürmer Marcus Berg hatte in der 63. Minute das entscheidende Tor erzielt. In Einzelgesprächen wurde der Torschützenkönig der U21-EM in den vergangenen Tagen aufgebaut, um den massiven Druck nach den Ausfällen von Paolo Guerrero und Mladen Petric etwas abzufangen. "Ja, wir haben viel geredet, ich muss mich auf die ein bis zwei Torchancen pro Spiel fokussieren, denn 20 bekomme ich nicht", sagte Berg, der eine Vorlage von Zé Roberto bei einem Konter aus 18 Metern bestens verwertete.

"Als einziger echter Stürmer hat Marcus enormen Druck, aber wir haben alle Vertrauen zu ihm", sagte Abwehrchef Joris Mathijsen, "die Umstellung von der holländischen Liga zur deutschen ist nicht einfach". Für Labbadia stellt sich vor dem Schalke-Spiel erneut die Frage, wen er neben dem Schweden im Sturm aufbieten wird. Jonathan Pitroipa agierte planlos und undurchsichtig für seine Nebenleute, dazu verstolperte er viele Bälle - es bleiben die 19-jährigen Tunay Torun und Tolgay Arslan.

jar/Reuters/dpa



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