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Eklat um HSV-Stürmer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Guerrero

HSV-Stürmer Paolo Guerrero droht nach seinem Flaschenwurf auf einen Fan großer Ärger: Die Staatswaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung. Auch der DFB-Kontrollausschuss untersucht den Vorfall. Dem Angreifer droht eine lange Sperre.

Paolo Guerrero

Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen HSV-Profi . "Es besteht der Anfangsverdacht einer gefährlichen Körperverletzung", sagte Staatsanwalt Bernd Mauruschat am Dienstag und bestätigte damit eine Meldung der "Welt". Eine Anzeige des Fans, der am Ostersonntag von Guerreros Flaschenwurf am Kopf getroffen worden war, liegt bislang nicht vor. Es handele sich jedoch um ein sogenanntes Offizialdelikt, bei dem die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig werden kann, sagte Mauruschat. Es müsse nun festgestellt werden, ob die gefüllte Plastik-Trinkflasche ein gefährliches Werkzeug darstelle und wie eine Waffe verwendet worden sei.

Dabei werden auch Zeugen befragt, auch Guerrero wird voraussichtliche eine Aussage machen müssen. Sollte sich der Verdacht einer versuchten gefährlichen Körperverletzung erhärten, droht dem Peruaner ein halbes Jahr Haft auf Bewährung. Sollte es sich nur um einen minder schweren Fall handeln, sind drei Monate Haft auf Bewährung oder eine Geldstrafe vorgesehen.

Gegen den Stürmer des Bundesligisten Hamburger SV hat bereits der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Ermittlungen wegen einer "Tätlichkeit gegen einen Zuschauer" aufgenommen. Ihm droht eine lange Sperre und damit das vorzeitige Saisonende in der Bundesliga. Guerrero hatte nach dem 0:0 gegen Hannover 96 am Sonntag nach einer vermeintlichen Provokation eine Trinkflasche gezielt auf einen Zuschauer geworfen und diesen im Gesicht getroffen.

"Auch wenn Guerrero von einem Zuschauer provoziert worden sein sollte, gilt für ihn das, was auch auf dem Platz gilt: Ein Sportler kennt keine Rache. Wer sich nicht daran hält, wird bestraft", sagte der DFB-Kontrollausschussvorsitzende Anton Nachreiner der Online-Ausgabe der "Sport Bild". Guerrero muss nun schriftlich zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Anschließend kommt es zu einem Urteil. Sollten Guerrero oder der HSV das Urteil nicht akzeptieren, folgt anschließend eine mündliche Verhandlung in der Frankfurter DFB-Zentrale.

Keinen Präzedenzfall in Erinnerung

Über das mögliche Strafmaß gegen Guerrero, der vom HSV am Montag bereits mit einer Rekordgeldstrafe, die sich nach Informationen des "Kicker" auf etwa 100.000 Euro beläuft, belegt worden war, wollte Nachreiner nicht spekulieren. "Dabei spielt auch eine Rolle, ob und wie heftig Guerrero provoziert wurde, ob der Zuschauer verletzt wurde oder nicht, ob die Flasche voll war oder leer", sagte Nachreiner und fügte hinzu: "Ich habe keinen Präzedenzfall in Erinnerung, dass so etwas schon einmal in Deutschland passiert ist."

Mit dem berühmten Kung-Fu-Tritt des Franzosen Eric Cantona, der damals in Diensten von Manchester United stand, gegen einen Fan von Crystal Palace im Jahr 1995 wollte der DFB-Chefankläger den Flaschenwurf von Guerrero aber nicht vergleichen: "Es ist noch schlimmer, einem Fan mit Stollenschuhen vor den Brustkorb zu springen. Das kann zu lebensgefährlichen Verletzungen führen." Cantona war damals für ein halbes Jahr gesperrt worden.

jar/sid/dpa
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