Fehlentscheidung im Eröffnungsspiel Schiedsrichter-Chef verteidigt japanischen Referee

Sein Elfmeterpfiff im Eröffnungsspiel löste scharfe Kritik aus, doch es gibt auch Unterstützung für Yuichi Nishimura. Der Referee habe in der strittigen Situation "eine sehr gute Position" gehabt, lobt der Chef der Fifa-Schiedsrichterkommission.

Gelbe Karte für Lovgren, Elfmeter für Brasilien: Fehler von Schiri Nishimura
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Gelbe Karte für Lovgren, Elfmeter für Brasilien: Fehler von Schiri Nishimura


SPIEGEL ONLINE Fußball
São Paulo - Der Chef der Fifa-Schiedsrichterkommission unterstützt den japanischen Referee Yuichi Nishimura. Dieser hatte Brasilien im WM-Eröffnungsspiel gegen Kroatien einen unberechtigten Elfmeter zugesprochen. "Der Schiedsrichter hatte eine sehr gute Position, und von da aus hat er diese Bewegung sehr gut sehen können. Es gab einen Kontakt", sagte Massimo Busacca, Chef des Schiedsrichtergremiums. "Wenn der Spieler nicht gehalten hätte, würden wir jetzt nicht diskutieren."

Beim Stand von 1:1 fiel der Brasilianer Fred im kroatischen Strafraum. Abwehrspieler Dejan Lovren hatte den Stürmer berührt, allerdings kaum elfmeterwürdig. Neymar traf mit dem Strafstoß zum 2:1.

Lovren habe Fred "erst mit der einen, dann mit der anderen Hand" gehalten, sagte Busacca, einst selbst Weltklasse-Schiedsrichter. Immerhin gestand er zu, dass es sich um einen "Streitfall" handle, in dem es nicht nur "schwarz oder weiß" gebe.

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Brasiliens Sieg gegen Kroatien: Vorentscheidung per Strafstoß
Busacca sagte aber auch, dass den Mannschaften vor dem Turnier in einem von 27 Beispiel-Videos vermittelt worden sei, dass Halten streng geahndet werden würde. Die Kroaten hätten also wissen müssen, was auf sie in solchen Fällen zukommt. Zudem bat er um Verständnis für Nishimura. "Der Schiedsrichter trifft die Entscheidung in weniger als einer Sekunde. Er ist nicht der Verteidiger oder der Angreifer, um zu verstehen, wie stark das Halten wirklich war", sagte er.

Die Kroaten fühlen sich betrogen. Trainer Niko Kovac sprach von einer lächerlichen Entscheidung. "Der japanische Killer hat in den Rücken von Niko Kovac geschossen", schrieb die kroatische Zeitung "Novi list".

Brasiliens Trainer Luiz Felipe Scolari überraschte bei der Pressekonferenz nach dem Spiel dagegen mit der Erkenntnis, der Elfmeter sei berechtigt gewesen; allerdings steht er mit dieser Ansicht international relativ einsam da.

Immerhin dürfte Nishimura im Ansehen der Brasilianer deutlich gestiegen sein. 2010 hatte er bei Brasiliens Aus im WM-Viertelfinale gegen die Niederlande Felipe Melo vom Platz gestellt. Selbst im Finale war der Japaner beteiligt: Beim Endspiel zwischen Spanien und den Niederlanden kam er als Vierter Offizieller des Briten Howard Webb zum Einsatz.

ulz/sid/dpa



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