Elfmeterdrama gegen Argentinien Lehmann hält zweimal - Halbfinale!

Was für eine Spannung, was für eine Dramatik! Erst im Elfmeterschießen setzte sich das Team von Trainer Jürgen Klinsmann im WM-Viertelfinale gegen Argentinien durch. Jetzt wartet Italien, gegen das die deutsche Mannschaft noch bei keiner WM oder EM gewinnen konnte.

Berlin - Deutschland setzte sich im Elfmeterschießen mit 4:2 durch. In einer kampfbetonten Partie hatte es nach 120 Minuten durch Tore von Roberto Ayala und Miroslav Klose 1:1 (0:0) gestanden. Zum Helden wurde Torhüter Jens Lehmann, der die Strafstöße von Esteban Cambiasso und Roberto Ayala hielt. Für das deutsche Team trafen Oliver Neuville, Michael Ballack, Tim Borowski und Lukas Podolski.

Die Zuschauer im Berliner WM-Stadion hatten in der regulären Spielzeit ein ausgegeglichenes Spiel mit wenigen Torraumszenen gesehen. Nach der Führung der Argentinier drängte das Deutsche Team auf den Ausgleich, aber nach dem 1:1 hatte die argentinische Elf mehr vom Spiel.

Kurz nach der Halbzeitpause hatte Abwehrspieler Ayala die Argentinier mit einem Kopfball in Führung gebracht (49.). Klose glich mit seinem fünften Turniertreffer ebenfalls per Kopf aus (80.).

Jürgen Klinsmann verzichtete auf Experimente und schickte die Elf ins Rennen, die auch im Achtelfinale gegen Schweden (2:0) begonnen hatte. Argentiniens Coach verzichtete überraschend auf Rechtsverteidiger Nicolas Burdisso. Stattdessen nominierte er Fabricio Coloccini. Auch Stürmer Javier Saviola musste draußen bleiben, Carlos Tevez bekam den Vorzug.

Kapitän Michael Ballack hatte in der 16. Minute die einzige Chance der ersten Hälfte, als er eine gut getimte Flanke von Bernd Schneider über das gegnerische Tor köpfte. Argentinien zeigte sich leicht besser im Spielaufbau, hatte aber außer dem Treffer nur eine nennenswerte Gelegenheit, als Maxi Rodriguez aus halbrechter Position das Außennetz traf.

In der 71. Minute musste Argentinien den Torwart auswechseln. Roberto Abbondanzieri verließ verletzt den Platz, für ihn kam Leo Franco. Jürgen Klinsmann wechselte Torschütze Miroslav Klose in der 86. Minute aus.

Mit einer Anti-Rassismus-Kampagne startete das Viertelfinale. Die beiden Kapitäne Ballack und Juan Pablo Sorin verlasen vor dem Anstoß eine Botschaft gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung. Außerdem wurde ein gemeinsames Gruppenfoto beider Teams mit einem Plakat mit der Aufschrift "Sag NEIN zu Rassismus" gemacht.

Deutschland - Argentinien 5:3 (1:1) n. E.
0:1 Ayala (49.)
1:1 Klose (80.)
Elfmeterschießen:
2:1 Neuville
2:2 Cruz
3:2 Ballack
Lehmann hält gegen Ayala
4:2 Podolski
4:3 Maxi Rodriguez
5:3 Borowski
Lehmann hält gegen Cambiasso

Deutschland: Lehmann (FC Arsenal/36/37) - Friedrich (Hertha BSC/27/41), Mertesacker (Hannover 96/21/28), Metzelder (Borussia Dortmund/25/26), Lahm (Bayern München/22/23) - Schneider (Bayer Leverkusen/32/69 - 62. Odonkor/Borussia Dortmund/22/4), Frings (Werder Bremen/29/57), Ballack (Bayern München/29/69), Schweinsteiger (Bayern München/21/33 - 74. Borowski/Werder Bremen/26/25) - Klose (Werder Bremen/28/60 - 86. Neuville/Bor. Mönchengladbach/33/60), Podolski (1. FC Köln/21/30) Argentinien: Abbondanzieri (Boca Juniors/33/27 - 71. Franco/Atlético Madrid/29/4) - Coloccini (Deportivo La Coruña/24/25), Ayala (FC Valencia/33/105), Heinze (Manchester United/28/33), Sorín (FC Villarreal/30/75) - Rodriguez (Atletico Madrid/25/18), Mascherano (Corinthians Sao Paulo/22/20), González (FC Porto/25/30) - Riquelme (FC Villarreal/28/36 - 72. Cambiasso/Inter Mailand/25/27) - Tevez (Corinthians Sao Paulo/22/25), Crespo (FC Chelsea/30/59 - 78. Cruz/Inter Mailand/31/17)
Schiedsrichter: Michel (Slowakei)
Zuschauer: 72.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Friedrich, Podolski, Odonkor / Cruz, Sorín, Mascherano, Rodriguez

fpf

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