Ellbogen-Attacke Kontrollausschuss ermittelt gegen Ismaël

Bayern München könnte im Kampf um die Meisterschaft ein wichtiger Spieler fehlen: Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt gegen Valérien Ismaël. Dem Franzosen wurden nach der Partie gegen Bielefeld Fernsehbilder zum Verhängnis. Dennoch bestreitet der Verteidiger die Vorwürde.


Frankfurt am Main - Ismaël sei dringend verdächtig, dem Bielefelder Spieler Radomir Dalovic in der 19. Minute mit dem Ellbogen einen absichtlichen Schlag in die Magengegend versetzt zu haben, hieß es in einer DFB-Mitteilung. Demnach bestehe nach Auswertung der Fernsehbilder der Verdacht einer Tätlichkeit gegen den Gegner in Form eines krass sportwidrigen Verhaltens. Tabellenführer Bayern München hatte die Partie am vergangenen Samstag gegen Bielefeld 2:0 (0:0) gewonnen.

Bayern-Profi Ismaël: Ermittlungen wegen Ellbogen-Checks
AP

Bayern-Profi Ismaël: Ermittlungen wegen Ellbogen-Checks

"Ich habe mich in besagter Situation mit dem rechten Arm losgerissen, weil mich der Bielefelder Spieler Dalovic geklammert hat", teilte Ismaël dem DFB-Kontrollausschuss in einer Stellungnahme heute mit. Außerdem nahm Bayern Kontakt zu Bielefelds Sportdirektor Reinhard Saftig auf, der nach Angaben des Münchner Clubs den von Ismaël geschilderten Vorgang bestätigte.

"Ich gehe davon aus, dass auf Grund der Faktenlage Valérien Ismaël nicht bestraft wird", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Auch Dalovic muss noch schriftlich Stellung zu dem Vorfall beziehen. Danach wird über den Fortgang des Verfahrens entschieden.

Während der Partie am Samstag hatte Schiedsrichter Michael Weiner den Vorgang nicht gesehen. Nur daraufhin war es dem Kontrollausschuss überhaupt möglich, im Nachhinein zu ermitteln. Für Ismaël wäre es im Falle einer Verurteilung bereits die zweite Sperre dieser Saison.

Der französische Innenverteidiger, der mit dem Brasilianer Lucio die zweitbeste Abwehr der Bundesliga bildet (25 Gegentreffer, besser ist nur der HSV mit 22), sah am ersten Spieltag beim 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach die Gelb-Rote Karte und musste eine Partie pausieren. Der Ausfall zum jetzigen Zeitpunkt wäre jedoch folgenschwerer, da sein Club bei vier noch ausstehenden Spielen nur vier Punkte Vorsprung auf den Verfolger aus Hamburg hat.

goe/sid



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