»Gern geschehen« Elon Musk scherzt über Kauf von Manchester United

Elon Musk hat angekündigt, Manchester United kaufen zu wollen. Später stellte er aber klar: War nur ein Witz. Es ist nicht das erste Mal, dass der Milliardär eine Kaufabsicht antäuscht.
Elon Musk erlaubt sich bei Twitter häufiger mal Scherze

Elon Musk erlaubt sich bei Twitter häufiger mal Scherze

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Andrew Kelly / REUTERS

Der englische Rekordmeister Manchester United steckt seit Jahren in der Krise: Neun Saisons ohne Meisterschaft, kein Champions-League-Fußball in diesem Jahr, nach zwei blamablen Niederlagen zu Saisonbeginn stehen die Red Devils auf dem letzten Tabellenplatz der Premier League. Viele Kritiker geben die Schuld der amerikanischen Glazer-Familie, den Eigentümern des Klubs, und drängen diese zum Verkauf. Da käme ein finanzkräftiger Investor gelegen. Etwa der reichste Mensch der Welt: Elon Musk. Und tatsächlich kündigte der Tesla-Chef in der Nacht auf Mittwoch an, United kaufen zu wollen.

Bei Twitter äußerte sich der 51-Jährige zunächst über US-Politik, er unterstütze »die linke Hälfte der Republikanischen Partei sowie die rechte Hälfte der Demokratischen Partei«. Viel größeres Aufsehen erregte aber der folgende Tweet: »Außerdem kaufe ich Manchester United, gern geschehen.«

Wenig später antwortete er aber auf die Frage eines Nutzers, ob er es ernst meine: »Nein, das ist ein Running Gag auf Twitter. Ich kaufe keine Sportteams.« Dem fügte der Multimilliardär aber noch hinzu: »Obwohl – wenn schon irgendein Team, dann Man U. Das war mein Lieblingsteam als Kind.«

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United zählt zu den beliebtesten Sportteams der Welt. Das US-Wirtschaftsmagazin »Forbes« stufte den Klub im diesjährigen Ranking mit einem Gesamtwert von rund viereinhalb Milliarden US-Dollar als drittwertvollsten Fußballklub ein, hinter Real Madrid und dem FC Barcelona. Sportlich befindet sich Man United aber seit fast einem Jahrzehnt in einer Abwärtsspirale. Seit dem Abtritt von Alex Ferguson 2013 gab es acht verschiedene Trainer. Aktuell wird United vom Niederländer Erik ten Hag betreut, der mit einem 1:2 und einem 0:4 in die neue Saison gestartet ist. Superstar Cristiano Ronaldo will Manchester angeblich schon seit Wochen verlassen .

Der Ruf von Fans und Experten nach einem Eigentümerwechsel wird immer lauter. Der frühere United-Spieler Gary Neville hielt nach der Niederlage gegen Brentford beim TV-Sender Sky eine Wutrede  zur Situation, in der er kritisierte, dass die Glazer-Familie zu wenig Geld in den Klub investiere – anders als die Investoren der anderen großen Premier-League-Klubs. Neben dem Kader stünden Investitionen in das Stadion und die Trainingsanlagen an. Allgemein prangerte Neville mangelndes Engagement der Eigentümer an. Beim Auswärtsspiel in Brentford hatten Manchester-Fans im Stadion Banner mit Verkaufsforderungen hochgehalten. Einem Bericht der britischen Zeitung »The Daily Mirror« aus dem vergangenen Jahr zufolge wären die Glazers aber nur bei einem Angebot von umgerechnet etwa 4,7 Milliarden Euro zu einem Verkauf bereit.

Musks loses Mundwerk

Das Geld könnte Musk wohl problemlos aufbringen. Sein Vermögen wird von »Forbes« auf ungefähr 265 Milliarden Euro geschätzt. In der Vergangenheit hatte Musk mit seinen launischen Kaufankündigungen bereits für Wirbel gesorgt. Die Social-Media-Plattform Twitter wollte Musk kaufen. Sein Angebot nahm der Twitter-Vorstand sogar an, zwei Tage später hatte er schon das nächste Ziel.

»Als Nächstes kaufe ich Coca-Cola, um das Kokain wieder reinzutun«, twitterte er Ende April. Das korrigierte er am Mittwoch: »Und ich kaufe Coca-Cola nicht, um das Kokain wieder reinzutun, trotz der extremen Popularität eines solchen Schrittes.« Auch von seiner Twitter-Übernahme machte Musk einen Rückzieher – deswegen läuft aktuell ein Rechtsstreit. Wie ernst Musks Twitter-Äußerungen zu nehmen sind, lässt sich meist nur schwer beurteilen.

Die Ambitionen des Unternehmers sind vielfältig. Sie reichen von der Besiedlung des Mars bis hin zur Schaffung einer neuen, nachhaltigen Energiewirtschaft. In diesem Prozess hat er das wertvollste Autounternehmen der Welt, den Elektrofahrzeughersteller Tesla, das Raketenunternehmen SpaceX und eine Reihe kleinerer Firmen aufgebaut. Eine davon ist die Boring Company, ein Tunnelbauer.

mrk/rtr
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