Vor dem EM-Viertelfinale Löw warnt vor Griechenlands Überlebenskünstlern

Die Rollen vor dem Viertelfinale am Freitag sind klar verteilt: Deutschland ist der Favorit, Griechenland hat nur Außenseiterchancen. Dennoch warnt Bundestrainer Löw vor einem unangenehmen Gegner - und setzt auf das Prinzip Blitzführung.
Bundestrainer Löw: "Wir benötigen einen gewissen Killerinstinkt."

Bundestrainer Löw: "Wir benötigen einen gewissen Killerinstinkt."

Foto: Joern Pollex/ Getty Images

Hamburg - Achtmal hat Deutschland bisher gegen Griechenland gespielt - und noch nie verloren. Bei einer Bilanz von fünf Siegen und drei Unentschieden ist Bundestrainer Joachim Löw auch vor dem EM-Viertelfinale am Freitag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) optimistisch "Morgen sind wir favorisiert. Ich bin überzeugt, dass wir weiterkommen", sagte Löw am Donnerstag.

Doch der 52-Jährige weiß, dass gegen die defensiv spielenden Griechen vor allem Geduld gefordert ist: "Wir benötigen einen gewissen Killerinstinkt. Die Griechen stehen sehr gut und kontern."

Wie man den kommenden Gegner besiegen kann, zeigte in der Gruppenphase Tschechien. Die Mannschaft von Trainer Michal Bilek führte nach sechs Minuten bereits 2:0 und verteidigte den Vorsprung. So hofft auch Löw im Viertelfinale auf einen Blitzstart: "Eine frühe Führung würde uns Sicherheit geben. Wenn wir im letzten Drittel viel laufen und auf Tempo spielen, die Griechen ständig fordern, werden wir unsere Möglichkeiten bekommen."

Dass Deutschland nach drei Siegen in der Vorrunde überheblich in das Duell mit dem Außenseiter geht, glaubt Löw indes nicht: "Wir werden sie bestimmt nicht unterschätzen. Sie sind die Überlebenskünstler in Europa."

Neuer vergleicht Theofanis Gekas mit Kirsten

Löw wird seine Mannschaft dabei nahezu unverändert lassen. Lediglich der gegen Dänemark gesperrte Jérôme Boateng rückt wahrscheinlich wieder in die Anfangsformation. Dafür muss der Leverkusener Lars Bender zurück auf die Bank. Einsatzbereit ist auch Bastian Schweinsteiger, der zuletzt mit Problemen im Sprunggelenk individuell trainiert hatte.

Die Griechen hingegen müssen auf Kapitän Georgios Karagounis verzichten. Der Rekordnationalspieler (120 Einsätze), im Turnier bisher mit einer Quote von 59 Prozent gewonnener Zweikämpfe, fehlt gelbgesperrt. So hofft Griechenland vor allem auf Stürmer Theofanis Gekas. Der ehemalige Bundesliga-Profi wurde in der Saison 2006/2007 in Deutschland mit 20 Treffern Torschützenkönig. "Er ist immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Er erinnert mich an Ulf Kirsten", warnte DFB-Torwart Manuel Neuer. Im Turnier traf er aber erst einmal.

Deutschland - Griechenland Freitag, 20.45 Uhr (in Danzig)
(voraussichtliche Aufstellungen)
Deutschland: Neuer - Boateng, Hummels, Badstuber, Lahm - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski - Gomez
Griechenland: Sifakis - Torosidis, Sokratis, Kyriakos Papadopoulos. Tzavellas - Katsouranis, Maniatis - Salpingidis, Makos, Samaras - Gekas
Schiedsrichter: Skomina (Slowenien)

leh/sid
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.