Spanien im EM-Finale Angst vor Italiens Busen

Sie wollen Geschichte schreiben: Spanien kann als erste Nation den EM-Titel verteidigen. Doch im Finale wartet Italien mit Spielmacher Andrea Pirlo und Torjäger Mario Balotelli. Die "Squadra Azzurra" ist das einzige Team, das im Turnier bisher ein Tor gegen die Spanier schießen konnte.

Italiens Pirlo (Nummer 21): "Ein Begnadeter, er ist wie Mozart"
DPA

Italiens Pirlo (Nummer 21): "Ein Begnadeter, er ist wie Mozart"


Hamburg - Es ist eine einmalige Chance: Als erste Mannschaft in der Geschichte könnte Spanien am Sonntag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) zum zweiten Mal in Folge Europameister werden. "Wir wollen weiter Geschichte schreiben", so Offensivspieler Cesc Fàbregas. Mitspieler Sergio Ramos sagte: "Ein Sieg wäre die Kirsche auf der Torte."

Für die Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque wäre es nach dem Triumph bei der WM 2010 der dritte große Titel in Folge, ein ebenfalls bisher nicht erreichter Erfolg. Doch mit Italien wartet im Endspiel ein gefährlicher Gegner, der mit Spielmacher Andrea Pirlo und Stürmer Mario Balotelli über herausragende Profis verfügt.

"Pirlo ist der Busen, an dem sich ganz Italien nährt", sagte del Bosque. Die "Gazzetta dello Sport" nannte den 33-Jährigen einen "Begnadeten, er ist wie Mozart. Es fehlt nur noch, dass er Wasser in Wein verwandelt."

Spanien seit 900 Minuten in K.o.-Spielen ohne Gegentor

Und die Spanier wissen um die Stärke Pirlos. Schon in der Gruppenphase standen sich beide Teams gegenüber, die "Squadra Azzurra" bestimmte die Partie über weite Strecken und ging durch Antonio di Natale in Führung. Die Vorlage lieferte Pirlo. Nur mit Mühe rettete Spanien noch ein Unentschieden.

Es war das erste und bisher einzige Gegentor, das die Spanier im Turnier kassierten. Allerdings war es auch das Auftaktspiel des Titelverteidigers. Die folgenden Auftritte waren zwar in der Offensive nicht so spektakulär wie erwartet, in der Defensive ließ Spanien aber kaum etwas zu.

So ist das Team mittlerweile seit 900 Minuten in insgesamt neun K.o.-Spielen (inklusive Verlängerung) ohne Gegentor. Doch Italiens Sturm hat schon gegen Deutschland seine Qualitäten bewiesen. "Balotelli ist brandgefährlich", mahnte del Bosque, nachdem der 21-Jährige Deutschland mit seinen beiden Treffern aus dem Turnier geschossen hatte. Eine Wiederholung will sein Team unbedingt verhindern.

Spanien - Italien in Kiew (20.45 Uhr)
(voraussichtliche Aufstellungen)
Spanien: Casillas - Arbeloa, Piqué, Sergio Ramos, Jordi Alba - Busquets - Xavi, Xabi Alonso - Silva, Iniesta - Fàbregas
Italien: Buffon - Balzaretti, Barzagli, Bonucci, Chiellini - Pirlo, de Rossi - Marchisio, Montolivo - Balotelli, Cassano

leh/sid/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Stelzi 30.06.2012
1.
Sowohl die Italiener, als auch die Kroaten und natürlich die Portugiesen haben die spanische Abwehr mehrfach dumm aussehen lassen, sind aber in der Regel am eigenen Abschluss gescheitert. Den Kroaten wurde natürlich auch noch ein Tor bzw. Elfer geklaut, durch den die Spanier womöglich ausgeschieden wären... Aber es wird vermutlich für die Italiener dennoch nicht reichen. Ist auch gut so. Wettbetrüger brauchen keine Titel.
federic 30.06.2012
2.
Sind die italiener Wettbetrueger ? Ein ganzes Volk oder die Spieler der Nationalmannschaft ? Keiner von diesen ist in den Skandalen involviert worden. Der einzige wurde zu Hause gelassen. Buffon hat man nur vermutet, dass er auf Sportereignisse konnte gewettet habe, was nicht illegal ist, aber gegen die Regeln der italienischen Federation verstoesst. Was hingegen Vorurteile uber Voelker angeht, haben ich dazu nichts zu sagen. Es waere nutzlos. Man muss von den Englaender lernen, wie man verlieren soll und kann.
sabine_franz 30.06.2012
3. hätte, wäre, wenn...
Zitat von StelziSowohl die Italiener, als auch die Kroaten und natürlich die Portugiesen haben die spanische Abwehr mehrfach dumm aussehen lassen, sind aber in der Regel am eigenen Abschluss gescheitert. Den Kroaten wurde natürlich auch noch ein Tor bzw. Elfer geklaut, durch den die Spanier womöglich ausgeschieden wären... Aber es wird vermutlich für die Italiener dennoch nicht reichen. Ist auch gut so. Wettbetrüger brauchen keine Titel.
...ist aber nicht. Und da war doch mal was mit einem Herrn Hoyzer. Deutsche Schiedsrichter braucht das Turnier dann auch nicht. Also bitte nicht verallgemeinern. @federic Ihre Landsleute (sofern sie Italiener sind), sind auch keinen deut besser. Also bitte nicht aus dem eigenen Minderwertigkeitskomplex gleich immer Deutsche Überheblichkeit folgern.
jOe88 30.06.2012
4.
Zitat von StelziSowohl die Italiener, als auch die Kroaten und natürlich die Portugiesen haben die spanische Abwehr mehrfach dumm aussehen lassen, sind aber in der Regel am eigenen Abschluss gescheitert. Den Kroaten wurde natürlich auch noch ein Tor bzw. Elfer geklaut, durch den die Spanier womöglich ausgeschieden wären... Aber es wird vermutlich für die Italiener dennoch nicht reichen. Ist auch gut so. Wettbetrüger brauchen keine Titel.
Die Antwort oder Erklärung steht im Kommentar .... es gab schon sehr lange keine Mannschaft in einem Pflichtspiel gegen Spanien, die diese Mannschaft hat dumm aussehen lassen, dazu fehlten die echten Argumente und das sind nun mal die erzielten Tore. Die Diskussion um die angebliche Schwäche der Spanier nervt. Ich finde das Team sehr sympatisch, bodenständig und ganz nebenbei auch noch gut. Ich kann mich an keine arroganten Sprüche, Interviews oder Aussagen erinnern. Jeder Spieler und allen voran der Trainer warten vielleicht auch auf eine Niederlage (in einem Pflichtspiel) ;-), damit das Gerede aufhört, aber sie werden das niemals ohne Kampf zulassen. Das macht den Unterschied aus, und hier stecke ich Mannschaften aus Spanien, Italien und Portugal in eine 'Liga', gegen Teams aus Deutschland, Frankreich oder Holland (z.Bsp). Sie nehmen den Kampf (ja Fußball ist auch eine Art Kampfsport) an und sind mit Herz aber auch Verstand bei der Sache. Ich freue mich auf dieses Finale auch weil ich weiss, dass hinterher keine weinend in die Kabine läuft, sondern der Verlierer wird sich fair mit dem Gegner und über die eigene Leistung freuen. Verlieren können ist auch eine Tugend. in diesem Sinne ...
realo-eklektiker 01.07.2012
5. Letztendlich sind
sie doch Betrueger ( lächerlich das ä gegen das ae auszutauschen). Wenn man genau hingeschaut hat, dann wird man immer sehen, das ein Italiener niemals fair spielen wird.
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