Spanische und russische Anhänger Uefa ermittelt wegen rassistischer Fangesänge

Spanische Fans sollen bei der EM Mario Balotelli rassistisch beleidigt haben, russische Anhänger den Tschechen Theodor Gebre Selassie. Die Uefa hat nun gegen beide Verbände Disziplinarverfahren eröffnet.
Spanische Fans: Ermittlungen wegen rassistischer Gesänge

Spanische Fans: Ermittlungen wegen rassistischer Gesänge

Foto: PASCAL LAUENER/ REUTERS

Hamburg - Die Europäische Fußball-Union hat Disziplinarverfahren gegen Spanien und Russland eröffnet. Einige Fans beider Nationen sollen sich bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ungebührlich verhalten haben, teilte die Uefa mit.

Die spanischen Anhänger sollen demnach im ersten Gruppenspiel gegen Italien (1:1) den italienischen Angreifer Mario Balotelli rassistisch beleidigt haben. Im ersten Vorrundenspiel gegen Tschechien in Breslau (4:1) sollen zudem russische Anhänger den Verteidiger Theodor Gebre Selassie mit rassistischen Gesängen verhöhnt haben. Der Kontroll- und Disziplinarausschuss der Uefa wird sich mit den beiden Fällen am Donnerstag befassen.

Im Fall Balotelli hatte die Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) nach der Partie in Danzig am 10. Juni die Uefa über den Vorfall im spanischen Fanblock informiert. "Während des Spiels fingen ab einem gewissen Zeitpunkt etwa 200 Fans an, Affenlaute zu machen, als der italienische Spieler Mario Balotelli den Ball berührte", hieß es damals in einer FSE-Erklärung. Andere Fans des Welt- und Europameisters seien daraufhin eingeschritten.

Die Ermittlungen in Bezug auf den Neu-Bremer Gebre Selassie beruhten zunächst auf Medienberichten, müssen nun aber bei der Eröffnung eines Verfahrens offensichtlich mit Beweisen untermauert worden sein. Gebre Selassie selbst hatte dem Zwischenfall am 8. Juni in Breslau nicht allzu viel Bedeutung beigemessen.

Zuvor hatte die Uefa den kroatischen Verband wegen rassistischer Entgleisungen seiner Fans zu einer Geldstrafe von 80.000 Euro verurteilt. Der kroatische Verband muss weitere 30.000 Euro zahlen, weil kroatische Fans beim Gruppenspiel gegen Spanien (0:1) Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen und rassistische Banner im Stadion in Danzig präsentiert hatten.

Für das Fehlverhalten seiner Fans wurde auch der russische Verband RFU während des Turniers bisher mit einer Zahlung von 185.000 Euro bestraft. Der portugiesische Verband muss 7000 Euro zahlen, da seine Anhänger beim Viertelfinale gegen Tschechien (1:0) in Warschau versucht hatten, auf den Platz zu gelangen.

leh/sid/dpa
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