EM-Höhepunkte als Illustrationen Vom Drama gezeichnet

Das Elfmeterschießen zwischen Deutschland und Italien, das Auftakt-Traumtor von Dimitri Payet und der Kopfball von Cristiano Ronaldo: Die Höhepunkte der Fußball-EM in Illustrationen.

Von Simon Prades (Illustrationen) und


1. Spieltag: Frankreich - Rumänien 2:1 (10. Juni in Saint-Denis)

Simon Prades / für #SketchTheMatch, Adobe

Das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Frankreich und Rumänien war sinnbildlich für die EM-Vorrunde: wenige Höhepunkte, viel Defensive und spielerisch bestenfalls Durchschnitt. Nach Toren von Olivier Giroud und Bogdan Stancu sah es nach einem Remis aus. Doch ein Traumtor von Dimitri Payet in der 89. Minute bewahrte die Franzosen vor einem missglückten Auftakt. Mit seinem 2:1-Siegtreffer stahl der 29-Jährige auch dem großen Star in seinem eigenen Team, Paul Pogba, die Show.


1. Spieltag: Belgien - Italien 0:2 (13. Juni in Lyon)

Simon Prades

Es war vermutlich die einzige Szene, in der ein Italiener gegen Belgien schlecht aussah. Torwartlegende Gianluigi "Gigi" Buffon sprintete nach dem 2:0-Sieg auf sein Tor zu, sprang an die Latte, rutschte jedoch ab und fiel zu Boden. "Ich habe mich ein bisschen verletzt", sagte der 38-Jährige danach: "Aber ich habe nichts gespürt, der Adrenalinspiegel war so hoch."


Achtelfinale: Italien - Spanien 2:0 (27. Juni in Saint-Denis)

Simon Prades / für #SketchTheMatch, Adobe

Wenn nur die Taktik die EM entscheiden würde, Italien wäre der Titel wohl nicht zu nehmen gewesen. Titelverteidiger Spanien und vor allem der sonst so geniale Spielmacher Andrés Iniesta verzweifelten an Antonio Contes Team. Überragend war dabei die Abwehr um den furchteinflößenden Giorgio Chiellini, der das erste Tor nach einem Torwartfehler auch noch selbst erzielte.


Viertelfinale: Wales - Belgien 3:1 (1. Juli in Lille)

Simon Prades / für #SketchTheMatch, Adobe

Kanu believe it? Ballannahme im Strafraum, Täuschung gegen zwei Gegenspieler, schnelle Drehung, Schuss - Tor. Dem Waliser Hal Robson-Kanu gelang gegen Belgien einer der schönsten Treffer der EM. Einem Spieler, dessen Vertrag beim Tabellen-17. der zweiten englischen Liga nicht verlängert wurde. Mittlerweile hat der 27-Jährige laut eigener Aussage "Angebote aus aller Welt". Unter anderem der englische Meister Leicester City soll interessiert sein.


Viertelfinale: Deutschland - Italien 7:6 n.E. (2. Juli in Bordeaux)

SPIEGEL ONLINE

Drama de luxe: Ein Fußballspiel kann nicht packender sein als das Duell zwischen Deutschland und Italien. Die Partie lief taktisch über lange Zeit auf höchstem Niveau, nach 120 Minuten stand es 1:1, dann gab es sieben Fehlschüsse im Elfmeterschießen. Dort wurde Manuel Neuer seinem Ruf gerecht, er parierte die Versuche von Leonardo Bonucci und Matteo Darmian.


Halbfinale: Portugal - Wales 2:0 (6. Juli in Lyon)

Simon Prades / für #SketchTheMatch, Adobe

Hoch über allen schwebte Cristiano Ronaldo, ein Bild, das dem portugiesischen Superstar gefallen dürfte. Auf einer Höhe von 2,61 Metern köpfte er den Ball zum 1:0 gegen Außenseiter Wales ins Tor, am zweiten Treffer war CR7 ebenfalls beteiligt. Für ihn dürfte es auch Genugtuung gewesen sein, nach den ersten Spielen hatte er viel Häme und Spott über sich ergehen lassen müssen. Gegen Österreich verschoss er sogar einen Elfmeter, dann wurde die EM aber doch noch zu Ronaldos Turnier. Ihm gelang ein Doppelpack gegen Ungarn, der Portugal überhaupt das Achtelfinale bescherte; er machte ein Selfie mit einem Flitzer, was ihm Sympathien brachte; dann der Kopfball. Wales-Star Gareth Bale, Ronaldos Teamkollege bei Real Madrid und bis dato der vielleicht auffälligste Spieler der EM, klatschte anerkennend Beifall.


Halbfinale: Deutschland - Frankreich 0:2 (7. Juli in Marseille)

Simon Prades

Ein folgenschweres Handspiel von Kapitän Bastian Schweinsteiger, kaum Torgefahr, und dann verletzte sich auch noch der neue deutsche Superstar Jérôme Boateng. All das war zu viel für das DFB-Team und Trainer Joachim Löw, der hilflos an der Seitenlinie stand. Gastgeber Frankreich beendete dank Torjäger Antoine Griezmann den deutschen Traum vom EM-Titel.


Finale: Portugal - Frankreich 1:0 n.V. (10. Juli in Saint-Denis)

Simon Prades / für #SketchTheMatch, Adobe

Nur 25 Minuten gespielt und trotzdem im Mittelpunkt gestanden: Cristiano Ronaldo. Eine Knieverletzung zwang ihn im Endspiel früh vom Feld, doch rechtzeitig zu Beginn der Verlängerung tauchte CR7 wieder auf und gestikulierte fortan heftig an der Seitenlinie. Nach dem Schlusspfiff freute sich Ronaldo so überschwänglich, dass er Trainer Fernando Santos sichtlich weh tat. Zuvor hatte sich Joker Éder im Stade de France, in dem eine Motten-Plage herrschte, für die Portugiesen unsterblich gemacht. Sein Treffer in der 109. Minute sorgte für den ersten EM-Titel für das Land.


Simon Prades, Jahrgang 1985, arbeitet als Illustrator und lebt in Saarbrücken. Er ist diplomierter Grafikdesigner. Während der Fußball-EM veröffentlichte Prades im Rahmen der Aktion "#SketchTheMatch" vier Illustrationen für das deutsche Blog des Software-Unternehmens Adobe. Hier geht es zur Website des Künstlers (www.simonprades.com).

Bei der WM 2014 illustrierte Prades für die Website des US-Politikmagazins "New Republic" jeweils einen Moment des Tages. Die Höhepunkte können Sie sich hier noch einmal angucken:



insgesamt 3 Beiträge
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Freidenker10 10.07.2016
1. Gelddruckmaschine Fußball an der Grenze
Ich bin da ganz bei Favre und fand die EM grottenschlecht! Die Vorrunde war an Langeweile kaum zu überbieten und in der K.o.-Phase hatte ich schon fast keine Lust mehr zuzuschauen. Die Aussenseiter Teams um Island waren noch der Lichtblick, hätten aber bei normaler Stärke der "Großen" Teams nie soweit kommen dürfen. Bei unserem Team vermisse ich schon seit Ewigkeiten die Souveränität. Bei fast allen Spielen hat man den Eindruck dass man das Spiel auch hätte verlieren können, da erwarte ich von einem Weltmeister schon einen anderen Auftritt! Dieser Ballbesitzfußball scheint auch an seine Grenzen zu stoßen, war ja auch bei den erfindern Barcelona schon absehbar das sich diese Ära des fußballspielens seinem Ende entgegen neigt. Die Mannschaften stellen sich gegen Tikitaka Mannschaften einfach hintenrein und kontern diese irgendwann aus, so auch gegen uns geschehen. Was dann am Ende bleibt ist ein Ausscheiden und unendlich öde Spiele! Vielleicht liegt es wirklich auch an der Überforderung der Spieler im Ligabetrieb. Kann ja kein Zufall sein, dass die Engländer mit ihren 2 Cups und was weiss ich wie vielen Spielen nur noch abkacken und das liegt bestimmt nicht nur an den mangelnden Chancen für englische Spieler in der PL! Eine WM mit 40 Teams kann man sich gar nicht vorstellen, da darf man dann wirklich erst in der K.O.-Phase einschalten, es sei denn man steht auf Lichtenstein gegen Luxenburg... Irgendwie scheint die Gelddruckmaschine Fußball an seine Grenzen zu stoßen...
gartenmatz 10.07.2016
2. Jetzt mal ernsthaft.....
CR7 in Jubelpose..... Die Nummer 7 stimmt ja noch. Aber der Name darüber... da steht ROLANDO... oder hab ich den Schuss nicht gehört ? Sieht das sonst keiner ? Oder ist das Absicht und ich bin der Einzige der es nicht schnallt? Bitte um Aufklärung - - - - Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. Redaktion Forum
gartenmatz 10.07.2016
3. Danke für die Reaktion Redaktion :-) .....aber
den Fehler könnt IHR gar nicht beheben.... denn er ist auf dem Trikot der ILLUSTRATION zu sehen. Das kann wohl nur der Künstler selbst...:-)) Matz - - - - Da war die Redaktion Forum wohl ausnahmsweise etwas zu schnell...
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