Achtelfinale Frankreich dreht Spiel gegen Irland - dank Griezmann

Es sah eine ganze Weile so aus, als würde der Gastgeber bereits im Achtelfinale gegen Irland aus dem Turnier fliegen - doch dann kam Antoine Griezmann. Zweimal.

Getty Images

Die französische Nationalmannschaft hat den Einzug ins EM-Viertelfinale geschafft. Der Gastgeber besiegte Irland in Lyon 2:1 (0:1). Der Außenseiter aus Irland ging zwar früh durch einen verwandelten Foulelfmeter von Robbie Brady in Führung (2. Minute), doch Frankreich konnte die Partie durch zwei Tore von Antoine Griezmann (58. + 61.) noch drehen.

Während Irlands Trainer Martin O'Neill im Vergleich zum letzten Vorrundenspiel keinerlei Änderungen an seiner Startelf vorgenommen hatte, schickte Frankreich mit Blaise Matuidi, N'Golo Kanté, Olivier Giroud und Dimitri Payet ihre nominell beste Elf aufs Feld.

Das Spiel begann für die Franzosen jedoch denkbar schlecht: Innerhalb der ersten 60 Sekunden rutschte Abwehrmann Adel Rami an einer Hereingabe vorbei, anschließend rannte Paul Pogba Irlands Stürmer Shane Long ungestüm in die Hacken. Beim fälligen Strafstoß ließ Brady dem französischen Schlussmann Hugo Lloris keine Chance (2.) und erzielte seinen zweiten Turniertreffer.

In der Folge übernahm Frankreich erwartungsgemäß die Initiative und kontrollierte das Geschehen. Gegen tiefstehende Iren kam der Weltmeister von 1998 durch seine Offensivakteure zu gefährlichen Szenen: Griezmann konnte weder per Kopf (8.) noch flach aus 19 Metern (22.) den irischen Torwart Darren Randolph überwinden. Auch ein Freistoßversuch aus rund 25 Metern von Nachwuchs-Star Pogba konnte der Ersatzmann von West Ham United parieren (24.).

Nach zwanzig Minuten riskierte Irland offensiv mehr und konnte den französischen Defensivverbund ein ums andere Mal in Schwierigkeiten bringen. Weil jedoch ein Drehschuss von Daryl Murphy (21.) ebenso wie ein Kopfball des aufgerückten Innenverteidigers Shane Duffy (42.) nicht den Weg ins Tor der Franzosen fanden, ging es mit einer knappen irischen Führung in die Halbzeit.

Frankreichs Systemumstellung trägt Früchte

Zum zweiten Durchgang brachte Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps, der von Lloris an diesem Tag als Rekordkapitän des französischen Nationalteams abgelöst wurde, in Kingsley Coman eine weitere Offensivkraft. Seine Umstellung sollte sich auszahlen: Der nun zentraler agierende Griezmann entschied die Begegnung mit zwei Toren innerhalb von drei Minuten. Erst versenkte der Angreifer von Atlético Madrid per Kopf eine Maßflanke von Bacary Sagna (58.), ehe er kurz darauf im Anschluss an eine Kopfballablage von Mittelstürmer Giroud zum 2:1 traf (61.).

Damit war der Widerstand der Iren, die mit zwei Treffern den harmlosesten Angriff aller Achtelfinalisten stellten, endgültig gebrochen. Nachdem sich bei den zusehends überforderten Iren Duffy einen Platzverweis nach einer Notbremse am durchgestarteten Griezmann eingehandelt hatte (66.), wurde Frankreich noch dominanter. Der eingewechselte André-Pierre Gignac traf mit einem sehenswerten Schlenzer in der 77. Minute nur die Querlatte, sodass es am Ende beim 2:1 blieb.

Der Viertelfinalgegner der Franzosen wird am Sonntag zwischen England und Island (21 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) ermittelt.

Frankreich - Irland 2:1 (0:1)
0:1 Brady (FE., 2.)
1:1 Griezmann (58.)
2:1 Griezmann (61.)

Frankreich: Lloris - Sagna, Rami, Koscielny, Evra - Pogba, Kanté (ab 46. Coman, ab 90. Sissoko), Matuidi - Griezmann, Giroud (ab 73. Gignac), Payet
Irland: Randolph - Coleman, Duffy, Keogh, S. Ward - J. McCarthy (ab 72. Hoolahan), Brady - S. Long, Hendrick, McClean (ab 69. O'Shea) - Dar. Murphy (ab 65. Walters)
Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)
Zuschauer: 55.000
Gelbe Karte: Kanté, Rami / Coleman, Hendrick, Long
Rote Karte: - / Duffy

lst



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.