EM-Briefing am Montag Erlebt die Rote Furie ihr blaues Wunder?

Gegen die Spanier hat Italien bei den vergangenen Europameisterschaften nichts gerissen. Vielleicht klappt es heute. Außerdem wollen die Engländer den K.o.-Fluch beenden. Alles Wichtige im EM-Briefing.


Das passiert heute:

Das dreitägige Achtelfinale der EM geht am Montag in die letzte Runde. Zwei Spiele stehen an. Und die Ansetzungen sind vielversprechend. (Wobei: Hatten wir das bei Kroatien vs. Portugal nicht auch erwartet?)

Italiens Mittelfeldspieler Alessandro Florenzi
Getty Images

Italiens Mittelfeldspieler Alessandro Florenzi

Um 18 Uhr treffen zwei Schwergewichte aufeinander. Italien tritt in Paris gegen Spanien an. "Furia Roja" gegen "Squadra Azzurra" - da sind einige Rechnungen offen, vor allem auf italienischer Seite. 2008 standen sich die Teams im Viertelfinale gegenüber. Italien unterlag im Elfmeterkrimi. 2012 zerlegten die Spanier die Azzurri 4:0 im Finale von Kiew. Und jetzt? Zwei Siege und eine Niederlage stehen bei beiden Teams auf dem Vorrundenkonto. Es wird eng. Den Tipp der Kollegin Irene Berres lesen Sie weiter unten.

Englands Coach Roy Hodgson (l.), Wayne Rooney
DPA

Englands Coach Roy Hodgson (l.), Wayne Rooney

Im letzten Achtelfinale spielt England gegen EM-Neuling Island. Die Bilanz der "Three Lions" in K.-o.-Spielen fällt verheerend aus. In 17 Partien bei Welt- und Europameisterschaften kamen die Engländer in einem halben Jahrhundert lediglich sechs Mal weiter. Der bislang letzte K.-o.-Erfolg ist zehn Jahre her. Ob es gegen Island endlich mal wieder klappt, entscheidet sich ab 21 Uhr im Stadion von Nizza.

Infos, Spielpläne, Analysen und Videos zur EM finden Sie auf der EM-Seite von SPIEGEL ONLINE.

Das war gestern:

Erst sah es aus, als würde Irland im Achtelfinale gegen Frankreich tatsächlich Rache nehmen für die "Hand of Frog", Thierry Henrys Handspiel, das den Iren den Weg zur WM 2010 verstellte. Nach 1:58 Minuten traf Robbie Brady per Foulelfmeter. Doch Frankreich drehte das Spiel. Frankreich? Es war Antoine Griezmann alleine - mit einem Doppelschlag nach etwa einer Stunde. Kurz darauf konnte Shane Duffy den Atlético-Stürmer nur per Notbremse stoppen und sah die Rote Karte. In Unterzahl hatte Irland keine Chance mehr. 2:1 für Frankreich. Lesen Sie hier mehr.

Und der Tag ging torreich weiter: Deutschland revanchierte sich gebührend bei der Slowakei mit einem fulminanten 3:0. Jérôme Boateng (8. Minute), Mario Gómez (43.) und Julian Draxler (63.) trafen. Und man kann es so sagen: Endlich war es schön. Hier ist der Spielbericht. Das Bild des Tages war dieses von Boateng und seinen verzückten Teamkollegen.

A star is born, again: Jérôme Boateng
DPA

A star is born, again: Jérôme Boateng

Und zum Ende des Spieltages auch noch die Belgier: Mit einem 4:0 machten sie ihren Einzug ins Viertelfinale klar. Rausgeflogen sind die Ungarn. Besonders Belgiens Eden Hazard zeigte eine starke Partie.Hier ist der Spielbericht.

Die EM-Video-Highlights

Sehen Sie hier die besten Szenen der deutschen Galavorstellung im Video.

Gewinner des Tages:

Die Fans. Am zweiten Achtelfinaltag gab es endlich Tore - und nicht zu knapp. Der Gastgeber hat das Spiel gegen die Iren gedreht und ist ins Viertelfinale eingezogen, die Deutschen haben geglänzt und der vor der EM ausgerufene Geheimfavorit Belgien ist vielleicht wirklich ein Favorit. So macht EM Spaß. Die schönsten Fanfotos finden Sie hier.

So happy together: Podolski mit Fans
DPA

So happy together: Podolski mit Fans

Hier tippt die Redaktion:

Jeannette Corbeau

Irene Berres, Redakteurin im Ressort Wissenschaft/Gesundheit: "Man sollte beim Tippen möglichst rational sein, sagen Fußballexperten. Aber Rationalität und Fußball - das passt nicht zusammen. Es geht auch um Hoffnung, den Fußballgott und sinnloses Hereinsteigern in einen Wunsch. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass die alten Männer aus Italien es dem Super-Team aus Spanien zeigen werden. Nicht nur, weil Spanien schon die letzten beiden Male den EM-Pott nach Hause geschleppt hat und ein erneuter Titelgewinn so langweilig wäre, wie wenn Bayern mal wieder deutscher Meister wird. Sondern auch, weil die alten Italiener wissen, wie eine gute Abwehr und ein effizienter Angriff funktionieren, trotz kurzzeitiger Amnesie gegen Irland. Nach 90 Minuten wird es deshalb gegen starke Spanier zwar noch 1:1 stehen. Aber dann zaubert Italien den Ball in der Verlängerung zum 2:1 ins Tor. Das wäre doch was. Oder?"



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