Solidarität aus der Bundesliga nach Uefa-Entscheidung München darf nicht – jetzt sollen andere Stadien in Regenbogenfarben strahlen

Als Zeichen für Toleranz wollte München die EM-Arena bunt erleuchten. Die Uefa aber lehnte die Aktion ab. Stattdessen wollen nun andere deutsche Stadien während der Partie Deutschland gegen Ungarn einspringen.
Das Stadion in Köln erstrahlt 2019 in Regenbogenfarben. So soll es am Mittwoch wieder sein

Das Stadion in Köln erstrahlt 2019 in Regenbogenfarben. So soll es am Mittwoch wieder sein

Foto: Herbert Bucco / imago images

Angesichts des Uefa-Verbots für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben wollen zumindest andere deutsche Stadionbetreiber Zeichen setzen. So sollen etwa die Fußballarenen in Frankfurt am Main, Köln, Berlin, Mainz, Wolfsburg und Augsburg am Mittwoch während der EM-Partie der deutschen Mannschaft gegen Ungarn (21 Uhr, TV: ZDF; Liveticker: SPIEGEL.de) bunt erstrahlen.

»Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen. Auf jetzt, Kollegen in der Liga!«, twitterte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann bereits in der Nacht zum Dienstag.

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Auch das Kölner Bundesligastadion werde die Regenbogenfarben anknipsen. Die Entscheidung sei »auf Initiative verschiedener Gruppen aus der Kölner Stadtgesellschaft« gefallen, sagte Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle: »Wir begrüßen das sehr. Köln und der FC stehen für Vielfalt und Toleranz. Die Entwicklungen in Ungarn sind erschreckend – umso wichtiger ist es, ein Zeichen dagegenzusetzen.«

Auch Augsburg will sich an der Aktion beteiligen. »Wir nutzen unsere Stadionbeleuchtung immer wieder, um auf wichtige gesellschaftliche Themen aufmerksam zu machen«, sagte Michael Ströll, Geschäftsführer des FC Augsburg, am Dienstag. »Wenn die Uefa ein solch selbstverständliches und wichtiges Zeichen in München im Rahmen des EM-Spiels nicht zulässt, dann wollen wir dies gerne tun und freuen uns, unsere schöne Fassade in bunten Farben erleuchten zu lassen.« Auch Wolfsburg, Mainz sowie das Berliner Olympiastadion kündigten an, sich an der Aktion zu beteiligen.

Zuvor hatte sich der Münchner Stadtrat in einem fraktionsübergreifenden Antrag dafür ausgesprochen, die EM-Arena in Fröttmaning zum Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch in Regenbogenfarben zu beleuchten. Allerdings war man da bereits davon ausgegangen, dass die Uefa der Aktion nicht zustimmen würde. Aus Veranstalterkreisen in München hieß es am Dienstag gegenüber dem SPIEGEL: »Die Uefa wird sehr wahrscheinlich keinen Affront riskieren. Sie wollen Orbán nicht brüskieren.«

Hintergrund des Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am vergangenen Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orbán. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland geworden.

sak/ara/dpa
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