Spendenkampagne nach Hasskommentaren bei EM-Spiel Familie von weinendem Mädchen gibt über 36.000 Pfund an Unicef weiter

Eigentlich sollte es eine Spende für sie werden, um zu zeigen, dass nicht alle Briten »schrecklich« seien. Nun hat sich die Familie des im Internet beleidigten Mädchens gemeldet: Das Geld soll einem guten Zweck dienen.
Deutsche Fans im Londoner Wembleystadion

Deutsche Fans im Londoner Wembleystadion

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Christian Charisius / dpa

Nachdem der Waliser Joel Hughes über 36.000 Pfund für das weinende Mädchen im Deutschland-Trikot gesammelt hatte, hat sich dessen Familie nun geäußert und sich an die Spenderinnen und Spender gewandt: »Unsere Tochter bittet darum, dass Ihre großzügigen Spenden an Unicef gehen, in dem Wissen, dass Ihre Freundlichkeit Gutes bewirken wird«, heißt es in einem Statement auf der Plattform JustGiving.com.  Die Familie wolle anonym bleiben, sich aber dennoch für die großartige Unterstützung bedanken, heißt es. Zuerst hatte die BBC berichtet. 

Unicef ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Uno), es arbeitet meist in Entwicklungsländern.

Auch Hughes bedankte sich

Was war passiert? Nach der EM-Achtelfinalniederlage Deutschlands gegen England war im Fernsehen und auf den Stadionbildschirmen gezeigt worden, wie das Mädchen weinte und sich an seinem Vater festhielt. In sozialen Medien wurde das Bild anschließend mit zum Teil beleidigenden und aggressiven Kommentaren mit Bezügen zum Zweiten Weltkrieg geteilt. Viele Briten hatten das scharf verurteilt, darunter die ehemaligen englischen Fußballer Gary Lineker und Stan Collymore .

Hughes hatte daraufhin die Crowdfunding-Kampagne gestartet, um dem Mädchen zu zeigen, dass nicht alle Menschen in Großbritannien »schrecklich« seien. Ursprünglich hatte der 51-jährige Geschäftsmann 500 Pfund als Ziel ausgegeben. Bis Mittwochmittag hatten 3248 Menschen über 36.000 Pfund (ca. 42.000 Euro) gespendet. Hughes hatte gehofft, über die sozialen Medien herauszufinden, wer das Mädchen und seine Familie seien, um ihnen das Geld zukommen lassen zu können. Dies ist nun gelungen. Auch Hughes bedankte sich auf der Website bei allen Beteiligten.

ngo/dpa