EM-Enttäuschung Italien Lippi wird Nachfolger von Donadoni

Das Viertelfinale war nicht genug: Roberto Donadoni ist nach übereinstimmenden Medienberichten künftig nicht mehr Trainer der italienischen Nationalmannschaft. Am Mittwoch will der Verband demnach Donadonis Vorgänger Marcello Lippi auch als dessen Nachfolger benennen.


Hamburg - Verbands-Präsident Giancarlo Abete wird laut übereinstimmenden Medienberichten der BBC und der "Gazzetta dello Sport" am Mittwoch dem bisherigen Nationaltrainer Donadoni die Entlassung aussprechen. "Nur noch wenige Stunden wird Donadoni der Trainer der italienischen Nationalmannschaft sein", schreibt die italienische Sportzeitung. Auch der Nachfolger ist bereits gefunden.

Noch-Nationalcoach Donadoni: "Ich kann gut damit leben, egal wie es kommt"
AP

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So soll sich Abete mit Weltmeister-Coach Lippi über ein Engagement des Vorgängers von Donadoni, der damit auch dessen Nachfolger wird, einig sein. Das italienische Team war nach einer durchwachsenen Vorrunde im EM-Viertelfinale im Elfmeterschießen (2:4) an Spanien gescheitert.

Lippi wird damit zwei Jahre nach seinem Triumph im WM-Finale in Berlin wieder die Verantwortung für die Nationalmannschaft übernehmen. Offenbar fordert der Erfolgscoach zwei Millionen Euro pro Jahr vom Verband FIGC. Außerdem möchte er seinen Mitarbeiterstab mit Leuten seines Vertrauens besetzen. Diese sollen Ciro Ferrara, Angelo Peruzzi und Narciso Pezzotti sein. Mit diesem Trainer-Kompetenzteam will Lippi einen Neuanfang bei der Squadra Azzurra einleiten.

"Man wechselt, die Nationalmannschaft kehrt in Lippis Händern zurück. Abete will keine Zeit verlieren", schrieb die "Gazzetta dello Sport" am Dienstag.

Interessanterweise sollen zudem zwei Stars des Weltmeisterteams von 2006 in die Nazionale zurückkehren. Roma-Superstar Francesco Totti könnte nach überstandenem Teilabriss des Kreuzbandes im rechten Knie ein Comeback feiern. Auch Abwehr-Ass Alessandro Nesta gilt als potenzieller Rückkehrer unter Lippi. Dagegen scheint die Zeit von Alessandro Del Piero in der Squadra Azzurra abgelaufen zu sein.

Die italienischen Medien gehen fest davon aus, dass er nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen wird. Ein neues Gesicht im italienischen Team könnte Inter-Jungstar Mario Balotelli sein, auf den Lippi offenbar große Stücke hält.

Donadoni ("Ich kann gut damit leben, egal wie es kommt") hatte sich bislang geweigert, zurückzutreten. Deswegen muss Abete ihn feuern, was den Verband laut Vertrag 550.000 Euro Abfindung kosten würde; dies entspricht Donadonis Gehalt für ein halbes Jahr. "Lippi war für die Nationalmannschaft in diesen zwei Jahren viel mehr als ein Schatten. Er war ständig präsent. Wenn er nach zwei Jahren keinen Club ausgewählt hat, wird er sehr wahrscheinlich keine besonders verlockenden Angebote erhalten haben. Seine Rückkehr an die Spitze der Nationalmannschaft ist ein Muss", forderte die "Gazzetta" unmissverständlich.

fpf/sid



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